Boris Rommel: 2-Sterne-Koch als kulinarischer Klassiker

| Gastronomie Gastronomie

Markenzeichen Basecap, Tattoos, 37 Jahre jung, Zwei-Sterne-Koch. Wer denkt da an klassische französische Küche? Boris Rommel tut es. Der Küchen-Durchstarter der vergangenen Jahre hat im Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe die Kulinarik verfeinert und neu inspiriert. Wie hat er das geschafft und warum die Faszination für Frankreichs Küchenkunst?

Sie sind seit 2016 im Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe kulinarischer Schrittmacher und haben sich innerhalb kürzester Zeit zwei Sterne erkocht. Wie haben Sie die Küche entwickelt?

Ich bin nicht der Typ für Rundumschläge, ich mag es, Dinge in feinen Nuancen weiterzubringen. So haben wir das als Team auch in der gesamten Gastronomie im Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe in den vergangenen Jahren gehalten. 2016 starteten wir auf einem guten Niveau, doch noch recht einfach, was die Raffinesse anbelangte.

Wir haben dann immer ein klein wenig verändert und Neues ausprobiert, bis wir unsere Linie fanden. Früher gab es beispielsweise einen kleinen Gruß aus der Küche zum Auftakt eines Gourmet-Menüs. Heute servieren wir fünf kalte und fünf warme Fingerfoods. Wir haben viele Kleinigkeiten und Überraschungen eingebaut, um so einen vielfältigen und lange anhaltenden kulinarischen Bogen zu spannen.

Die Gäste danken es Ihnen?

Oh ja. Gerade Gourmet-Gäste sind oft echte Profis in Sachen Geschmack und kennen sehr viele Gerichte bereits. Ihnen ist daran gelegen, auch im kulinarisch bereits Bekannten Neues zu entdecken und zu sehen, wie wir klassische Gerichte interpretieren. Mir persönlich ist eines ganz wichtig: Unsere Gäste müssen den Teller verstehen können. Dafür arbeiten wir mit überschaubaren Komponenten, die wir weiterentwickeln, aber nicht verfremden.

Ein einzelnes Gericht erzählt keinen Roman, es ist eine Episode, von denen viele – perfekt kombiniert und orchestriert – den gesamten kulinarischen Spannungsbogen aufbauen. Jeder Gang muss für sich bestehen und begeistern können, er darf aber nicht mit anderen konkurrieren, sonst ist das Menü für den Gast nicht mehr nachvollziehbar und wird anstrengend. Dafür wenden wir viel Energie auf: Von der Idee eines Menüs bis zur finalen Umsetzung dauert es im Le Cerf in der Regel sechs Wochen.

Sie sind 37 Jahre jung und kochen bereits auf Zwei-Sterne Niveau feinste französische Küche. Was lieben Sie so sehr an ihr?

Kulinarisch bin ich einfach ein echter Klassiker. Die klassische französische Küche begeistert immer noch viele Generationen. Heute genauso wie vor 100 oder 200 Jahren. Sie ist nach wie vor das Maß der Dinge. Variantenreichtum und höchste Küchenkunst treffen in ihr aufeinander. Das muss man erst einmal richtig können. Meine Philosophie ist es, die Perfektion der französischen Küche modern zu interpretieren und zeitgemäß anzurichten, mit dem Ziel maximaler Raffinesse in Geschmack und Präsentation.

So passt die französische Küche auch sehr gut zum barocken Ambiente vom Le Cerf. Mir persönlich liegt auch die Präsentation auf Tisch und Teller am Herzen – quasi unser kulinarisches Bühnenbild. Ich bin hier selbst sehr aktiv, entwerfe und fertige viele Dekorations- und Präsentationsstücke für den Fingerfood-Bereich in der eigenen Werkstatt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Frittenwerk hat sein 50. Restaurant in Deutschland eröffnet. Der neue Standort im Halle Leipzig The Style Outlets bietet rund 80 Sitzplätze und schafft etwa 20 Arbeitsplätze.

Der Michelin Guide ist erstmals in Neuseeland vertreten und markiert damit den offiziellen Start der Publikation in Ozeanien. Im Zuge der Premiere zeichneten die Inspektoren insgesamt 110 Restaurants in den vier Regionen Auckland, Wellington, Christchurch und Queenstown aus.

Das Regensburger Restaurant Storstad stellt seine kulinarische Führung neu auf. Mit Simone Kubitzek und Hella Eggers übernimmt eine Doppelspitze das Kommando in der Küche.

Ein Forschungsteam der Stanford University hat ein KI-Modell entwickelt, das Burger nach Geschmack, Nachhaltigkeit und Nährwert optimiert. Im Blindtest schnitten einzelne KI-Burger ähnlich gut oder besser ab als ein Big Mac. Ein öffentlich zugängliches Online-Werkzeug steht nun zur Verfügung, das personalisierte Burger-Rezepte erstellen kann.

Die Getränkebestellungen in der Gastronomie verändern sich. Während Kaffee und Bier ihre Spitzenpositionen behaupten, gewinnen Matcha, neue Spritz-Varianten und Premium-Getränke nach einer Auswertung von orderbird an Bedeutung.

Die britische Restaurantkette Loungers erwägt den Schritt auf den deutschen Markt. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben für die zweite Jahreshälfte 2026 die Suche nach einem ersten Standort.

Die Wirtschaftskammer Wien hat die Preisträger der diesjährigen Branchenpreise Goldener Schani und Goldene Jetti bekannt gegeben. Mit diesen Auszeichnungen werden Betriebe gewürdigt, die durch ihre Außenbereiche oder Freizeitkonzepte zur Attraktivität der Stadt beitragen.

Nach einem juristischen Krimi läuft nun der Oktoberfest-Aufbau. Wie auf Münchens größter Baustelle die Wiesn-Mini-Stadt wird – und was München-Besucher wissen müssen.

Internationale WM-Gäste sorgen in nordamerikanischen Restaurants für Debatten über Trinkgeldregeln. Viele Betriebe reagieren mit automatischen Servicegebühren auf ausbleibende Zahlungen.

Die Gastronomie-Marke Kneipe 80 plant eine Tournee durch Deutschland und Österreich. Dabei ergänzen neue Standorte und diverse Gastspiele bei Großveranstaltungen das bisherige Portfolio des Konzeptgebers Marc Uebelherr.