Britisches Pub-Sterben vorerst gestoppt

| Gastronomie Gastronomie

Die Zahl der Pubs in Großbritannien hat erstmals seit knapp zehn Jahren wieder zugenommen. Landesweit gab es Ende März 2019 insgesamt 39 135 Pubs - 320 mehr als ein Jahr zuvor. Das ist der erste Anstieg seit 2010, wie Daten des Nationalen Statistikamtes ONS (Office for National Statistics) zeigen. In den neun Jahren zuvor sei die Zahl der Pubs im Schnitt jährlich um 732 zurückgegangen.

Vom Pubsterben sind insbesondere die ländlichen Gebiete im Vereinigten Königreich betroffen. Experten machen vor allem die hohe Biersteuer, veränderte Trink- und Lebensgewohnheiten und das seit 2007 geltende Rauchverbot in Pubs dafür verantwortlich. Die urigen Kneipen mit ihren vielen Biersorten sind eine Touristenattraktion.

Die Britisch Beer and Pub Association (BB&PA) sieht einen Wendepunkt jedoch noch nicht gekommen. Die Statistiken des Branchenverbandes weichen von den Angaben der ONS-Behörde ab: Demnach könnte der Schwund allenfalls abgebremst sein. Der Verband verzeichnete von Ende 2017 bis Ende 2018 landesweit immer noch einen Rückgang. Die Zahlen sind nach einem Bericht des «Guardian» vom Mittwoch aber nicht vergleichbar. Während der Verband einzelne Filialen erfasst, seien beim ONS Pub-Ketten zu einem einzigen Eintrag zusammengefasst.

Der Verband fordert von der künftigen Regierung niedrigere Steuern auf Bier. «Sie ist elf Mal höher als beispielsweise in Deutschland», heißt es dort. An diesem Donnerstag wählen die Briten ein neues Parlament.

Wer ein britisches Pint genießen möchte, muss vor allem in London tief in die Tasche greifen: In der Hauptstadt kostet ein großes Glas Bier oft mehr als fünf Pfund (mehr als 5,90 Euro). In ländlichen Gebieten zahlt man hingegen deutlich weniger für sein Pint.

Das britische Unternehmen Wetherspoon kündigte am Dienstag an, mehr als 200 Millionen Pfund in den nächsten vier Jahren in Pubs und Hotels zu investieren. Dadurch sollen etwa 10 000 neue Stellen geschaffen werden. Derzeit betreibt Wetherspoon 875 Pubs. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Berliner Kuchel Eck am Ludwigkirchplatz hat wieder geöffnet. Seit Anfang Mai wird die traditionsreiche Eckkneipe von Gastronom Josef Laggner betrieben. Der Gastro-Unternehmer setzt auf die Fortführung der klassischen Eckkneipentradition.

Die Frankfurter Hospitality-Gruppe Cuisyn setzt auf die Übernahme und Weiterentwicklung bestehender Gastronomiebetriebe. Als aktuelles Beispiel nennt das Unternehmen die Integration der Wille Gastronomie Gruppe, durch die die Mitarbeiterzahl auf mehr als 500 gestiegen sei.

Die Berliner Bar Mokka Milch öffnet am 12. Juni nach einer knapp zweiwöchigen Pause erneut ihre Türen. Zuvor hatten technische Probleme und Anpassungen interner Abläufe zu einer vorübergehenden Schließung geführt.

Lorenzo Parrotta aus Ludwigshafen darf sich nun Weltmeister nennen. In Neapel holte sich der Deutsch-Italiener den Titel in der Kategorie Pizza Contemporanea (zeitgenössische Pizza). Dabei backt Parrotta Pizza nur im Nebenberuf. Eigentlich ist er Chemiearbeiter.

Das Kopenhagener Spitzenrestaurant Noma öffnet im August wieder dauerhaft seine Türen, wobei der in der Kritik stehende René Redzepi die Rolle des Kreativ-Direktors übernimmt. Die operative Verantwortung wird an ein neues Führungsteam übertragen.

Burgermeister will noch 2026 in Österreich starten. Geplant sind zunächst drei Restaurants in Wien, langfristig soll ein Netz von mindestens 20 Standorten entstehen.

Big Squadra eröffnet am 12. Juni das Restaurant Pamela am Berliner Gendarmenmarkt. Der neue Standort ist das vierte Restaurant der Gruppe in Deutschland und erweitert das bestehende Portfolio in Berlin.

Eine internationale Verbraucherumfrage im Auftrag von Lightspeed zeigt, dass Restaurantgäste persönliche Aufmerksamkeit und Freundlichkeit höher bewerten als Beratungskompetenz. In Deutschland werden Probleme zudem häufig direkt mit dem Servicepersonal besprochen.

Das Restaurant Noma will im August 2026 wieder in Kopenhagen eröffnen. Gleichzeitig kündigt das Restaurant eine neue Führungsstruktur sowie ein Konzept mit zwölf saisonalen Abschnitten pro Jahr an.

Die Heitlinger Genusswelten haben eine neue Weinbar in Östringen-Tiefenbach eröffnet. Das Konzept setzt auf regionale Produkte, biodynamische Weine und wird im Winter durch eine Brasserie ergänzt.