Delivery Hero: Starkes Wachstum in der Krise

| Gastronomie Gastronomie

Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat auch in der Corona-Krise weiter ein starkes Wachstum verzeichnet und will künftig stärker von Lieferungen anderer Waren profitieren. Beim sogenannten Quick Commerce mit schnellen Lieferungen aus angebundenen Geschäften will Delivery Hero Vorreiter sein, wie Vorstandschef Niklas Östberg am Dienstag in einer Telefonkonferenz sagte. Neben Lebensmitteln könnten auch zum Beispiel Medikamente über die eigene Plattform schneller zum Kunden gebracht werden.

Mit Quick Commerce meint Delivery Hero Lieferungen innerhalb von einer Stunde. Im Nahen Osten, Asien und Amerika betreibe das Unternehmen bisher schon mehr als 100 lokale Lagerhäuser und erreiche teils Lieferzeiten von unter 20 Minuten. Die schnell wachsende Kategorie biete eine größere Auswahl zu jeder Tageszeit und sei vor allem für Einpersonenhaushalte geeignet. Die schnelle Lieferung führe zu einer hohen Kundenzufriedenheit und -bindung.

Im ersten Quartal zog der Umsatz mit einem Plus von fast 93 Prozent auf 515 Millionen Euro an, wie das im MDax notierte Unternehmen in Berlin mitteilte. Die Anzahl der Bestellungen verdoppelte sich ebenso beinahe, mit 2,4 Milliarden Euro stand beim bestellten Bruttowarenwert ein Anstieg von rund 58 Prozent zu Buche. «Wir hatten einen starken Start ins Jahr mit einem beeindruckenden Wachstum beim Bestellvolumen und der Kundenakquise», sagte Östberg.

Die Jahresprognose behält das Unternehmen bei, Delivery Hero will einen Jahresumsatz von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro erzielen, das wäre ein Plus von rund 70 Prozent zum Vorjahr. Dabei dürften aber weiter rote Zahlen anfallen, die Marge des operativen Ergebnisses (bereinigtes Ebitda) soll nach wie vor zwischen minus 14 und minus 18 Prozent vom Umsatz liegen. Darin sind aber bereits Kosten von 50 Millionen Euro für die Coronavirus-Krise enthalten, mit denen Delivery Hero im Nahen Osten und Nordafrika rechnet.

«Dadurch dass wir sofort auf die Herausforderungen der Covid-19-Pandemie reagiert haben, hat sich unser Unternehmen rasch erholen und unser Angebot an das veränderte Kundenverhalten und die größere Nachfrage nach Online-Lieferungen anpassen können», sagte Östberg. Die Nachfrage nach Lebensmitteln sei durch die Pandemie erheblich gestiegen. Das Unternehmen will im zweiten Quartal 2020 weiterhin die Zahl der Anbieter erhöhen und die Lieferservices verbessern.

Wie der Konzern in seinem Geschäftsbericht zum vergangenen Jahr ebenfalls bekannt machte, stand 2019 nur dank des Verkaufs des Deutschlandgeschäfts ein Gewinn unter dem Strich. Im fortgeführten Geschäft betrug der Verlust dagegen 689,9 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 277,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Weil der Konzern zum 1. April 2019 sein Deutschlandgeschäft (Foodora, Lieferheld, Pizza.de) an den niederländischen Rivalen Takeaway.com (Lieferando) verkauft hatte und damit einen Gewinn von 930,1 Millionen Euro einstrich, stand unter dem Strich für das abgelaufene Jahr 2019 ein Gewinn von 230,2 Millionen Euro nach einem Verlust von 42,2 Millionen Euro im Vorjahr.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Rhubarb Hospitality Collection und Unibail-Rodamco-Westfield haben ihre Planungen für zwei Gastronomiebetriebe im Westfield Hamburg-Überseequartier konkretisiert. Das Restaurant Elemente soll am 30. April 2026 eröffnen. Die Dachbar AirBar13 ist laut Mitteilung für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 vorgesehen.

Unbekannte haben ein israelisches Restaurant in München angegriffen, Fensterscheiben zerstört und einen Schaden von mehreren Tausend Euro verursacht. Polizei, Justiz und Betreiber gehen von einem antisemitischen Motiv aus, Politiker zeigen sich entsetzt.

Ob gemeinsam Stricken im Kino, Pub-Quiz spielen oder zusammen Lieder schmettern im Stadion - Events mit Gemeinschaftsgefühl sind in Hessen gefragt. Das kommt auch den Veranstaltern zugute.

Die Pub-Kultur ist den Briten heilig. Nun wagt sich sogar eine deutsche Supermarktkette in das Geschäft - hinter der Idee eines Lidl-Pubs stecken allerdings ungewöhnliche Umstände.

Das Stuttgarter Frühlingsfest naht – und wer aufs Geld achten muss, kann zumindest beim Bierpreis etwas durchatmen. Es soll keine Überraschungen geben, sagen die Wirte.

Am Flughafen Stuttgart ist ein weiteres gastronomisches Angebot gestartet: Casualfood hat im Gatebereich das Konzept Beans & Barley eröffnet. Das teilt der Flughafen in einer Mitteilung mit. Das Selbstbedienungsrestaurant richtet sich nach Angaben des Betreibers an Fluggäste vor dem Abflug und befindet sich im Wartebereich der Gates.

Die Nasa veröffentlicht Details zur Verpflegung der Artemis-2-Crew und weist Spekulationen über ein schwebendes Glas Nuss-Nugat-Creme zurück. Rund 189 Speisen stehen den Astronauten während ihres Flugs zur Auswahl.

Das Hotel The Capra organisiert im Juni 2026 gemeinsam mit dem Yale-Historiker Paul Freedman ein dreitägiges Seminar zur Geschichte der Schweizer Gastronomie. Die Veranstaltung thematisiert die kulinarische Entwicklung von der Belle Époque bis zur Gegenwart.

Von der Küche der Queen auf einen Acker in Darmstadt: Stefan Pappert kochte für rund 100 Gäste Variationen des Edelgemüses bei der offiziellen Eröffnung der Spargelsaison.

Basketball-Star LeBron James eröffnet in seiner Heimatstadt Akron das Restaurant Buckets. Der Betrieb dient gleichzeitig als Ausbildungsstätte für Teilnehmer seines sozialen Förderprogramms.