Deutsche Sternerestaurants stehen finanziell oft auf wackligen Beinen. Das mussten die Mitarbeiter des La Vie in Osnabrück auf die harte Tour lernen, was Billy Wagner aus dem Nobelhart & Schmutzig in Berlin sogleich zu einem Seitenhieb veranlasste. In einer Stellenausschreibung hatte er darauf hingewiesen, dass bei ihnen nicht die Großindustrie das Sagen hätte und das Restaurant deshalb nicht so einfach schließen könne. Wagner hat inzwischen klargestellt, dass sich seine Worte nicht gegen Thomas Bühner richteten: „Dass Thomas Bühner da nichts für kann, das ist mir vollkommen klar“, unterstrich er. „Wir alle hier waren von der Nachricht vergangene Woche sehr erschrocken und konnten es nicht verstehen, wie ein Konzern so mit geschätzten Mitarbeitern umgehen kann.“, sagt Wagner der Neuen Osnabrücker Zeitung.
Das La Vie ist aber kein Einzelfall in Deutschland. So mussten unter anderem auch die Stuttgarter Speisemeisterei von Frank Oehler sowie das Sternerestaurant Endtenfang im Fürstenhof Celle aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Wie nun Hannes Finkbeiner für die Schaumburger Nachrichten schreibt, seien Restaurants auf diesem Niveau sensible Geschäftsmodelle. Vor allem die Personalkosten, die Küchentechnik sowie der Wareneinsatz würden die Kosten nach oben treiben. So sei es auch zu erklären, dass hierzulande neun von zehn Drei-Sterne-Restaurants in Hotels oder Gasthäuser zu finden sind.
Mit den Gründen für die Probleme hat sich Finkbeiner natürlich auch beschäftigt: Zum einen sei die Vielfalt in Deutschland größer denn je, zum anderen habe die Spitzenküche hierzulande noch immer nicht den Stellenwert, den sie in anderen Ländern habe.













