Enchilada Stuttgart schließt nach 27 Jahren

| Gastronomie Gastronomie

Nach 27 Jahren schließt das Tex-Mex-Restaurant Enchilada in Stuttgart-Mitte zum 31. Juli 2025 seine Türen. Die Schließung erfolgt im Zuge eines vorläufigen Insolvenzverfahrens und führt dazu, dass 22 Mitarbeiter ihre Anstellung verlieren.

Gründe für die Schließung: Steigende Kosten und verändertes Konsumverhalten

Geschäftsführer Michael Anders, der den Stuttgarter Standort im Januar 2023 übernahm, bestätigte, dass die Möglichkeit der Betriebsschließung mit der Antragstellung des vorläufigen Insolvenzverfahrens Ende Mai gegeben war. „Wir haben in den vergangenen Jahren und Monaten vielfältige Maßnahmen ergriffen, unter anderem Investitionen in Ausstattung und Angebot sowie viele verschiedene Marketing-Aktionen gestartet. Leider waren die Bemühungen am Ende nicht von Erfolg gekrönt“, so Anders. Er erklärte weiterhin: „Die Entscheidung ist uns alles andere als leicht gefallen. Wir haben viel Herzblut in das Enchilada Stuttgart gesteckt – doch dauerhaft steigende Kosten bei gleichzeitig zurückhaltendem Konsumverhalten lassen uns leider keine andere Wahl.“

Die Concept Family Franchise AG, der Franchisegeber hinter Enchilada, nennt in einer Pressemitteilung strukturelle Herausforderungen als Gründe. Dazu zählen gestiegene Personal-, Energie- und Wareneinkaufskosten sowie eine inflationsbedingte Konsumzurückhaltung und ein verändertes Ausgehverhalten der Gäste. Erschwerend kam die Rückkehr zum regulären Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf Speisen seit dem 1. Januar 2024 hinzu, deren Auswirkungen im Enchilada Stuttgart nicht kompensiert werden konnten.

Standort und Perspektiven für die Mitarbeiter

Ein weiterer Faktor waren die hohen Mieten für alternative Standorte in der Innenstadt. Anders hatte nach einem neuen Standort gesucht, um eine langfristige wirtschaftliche Perspektive zu gewährleisten, sah sich jedoch mit unerschwinglichen Preisen konfrontiert.

Die 22 Mitarbeiter wurden laut Anders Anfang Juni über das vorläufige Insolvenzverfahren und am vergangenen Mittwoch über die endgültige Schließung informiert. „Wir sind zuversichtlich, dass alle Mitarbeitenden in Zeiten, in denen gastronomisch geschultes Personal gesucht wird, schnell wieder Stellen finden. Bei Bedarf würden wir sicher mit Kontakten unterstützen“, so der Geschäftsführer.

Auch der Multi-Franchisegeber Concept Family steht weiter voll hinter dem Konzept. Die Schließung in Stuttgart hätte ausschließlich standortspezifische Gründe, so Anders. Daniel Gantenberg, Vorstand der Concept Family Franchise AG, bekräftigte: „Auch wenn der Standort zuletzt nicht mehr tragfähig war, so stehen wir hinter dem Konzept Enchilada und sehen bei einem geeigneten neuen Standort die Rückkehr des Enchilada in Stuttgart.“

Was aus dem Standort in der Eberhardstraße wird, ist derzeit noch ungewiss.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe bietet mit dem digitalen Unterweisungsplaner ein kostenfreies Hilfsmittel an, um Mitarbeiterunterweisungen rechtssicher zu planen und zu dokumentieren. Das Werkzeug soll Betriebe dabei unterstützen, Ausfallzeiten zu minimieren und organisatorische Abläufe in der Arbeitssicherheit zu vereinfachen.

Das weltberühmte Kopenhagener Restaurant Noma gastiert für 16 Wochen in Los Angeles. Für 1.500 US-Dollar bietet das Team um René Redzepi ein exklusives Menü mit regionalen Zutaten an, während die Einnahmen teilweise in soziale Projekte fließen.

Weißwurst im Krapfenmantel? Münchner Wirte wagen das Faschings-Experiment. Was drinsteckt, wie die Erfinder die erste Verkostung erlebten - und welche närrischen Kreationen es noch gab.

Das Amtsgericht Regensburg hat gegen den Gastronomen und Koch der Fußball-Nationalmannschaft, Anton Schmaus, eine Freiheitsstrafe von neun Monaten verhängt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Betreiber mehrerer Regensburger Lokale Arbeitsentgelt vorenthalten und veruntreut hat.

Provokante Ansage aus Köln: Das Zwei-Sterne-Restaurant Ox & Klee erklärt das klassische Fine Dining für tot. Inhaber Daniel Gottschlich setzt ab sofort auf ein Konzept ohne Dresscode, bei dem Köche zu Kellnern werden und das Erlebnis die Etikette ersetzt.

Vom 19. Februar bis zum 8. März 2026 findet im Rheingau das 29. Rheingau Gourmet & Wein Festival statt. Zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen sind bereits stark gebucht, für viele Events stehen nur noch wenige Plätze zur Verfügung. Wer sich einen Platz bei den begehrten Dinners, Lunches, Masterclasses oder den legendären Partys sichern möchte, sollte nicht zu lange warten.

Die US-Marke Texas Chicken kommt nach Deutschland. Mit der Eröffnung des ersten stationären Restaurants im saarländischen St. Wendel sowie der Inbetriebnahme einer Ghost Kitchen in Brandenburg erfolgt der offizielle Markteintritt des Unternehmens.

Die übergroße Mehrheit der Bundesbürger glaubt nicht daran, dass nach der Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie jetzt auch die Preise sinken. Dennoch will fast jeder Vierte künftig häufiger essen gehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen. 

Der Lieferando Report 2025 analysiert die Bestellgewohnheiten in Berlin und zeigt, wie soziale Medien das Konsumverhalten steuern. Während die koreanische Küche und Smash-Burger Rekordzuwächse feiern, gewinnt der Non-Food-Sektor zunehmend an Bedeutung.

Der Getränkekonzern Diageo hat eine Preiserhöhung für Guinness Draught angekündigt. Branchenexperten und Pub-Betreiber warnen davor, dass es das erste Bier im Standard-Sortiment werden könnte, das in britischen Gastronomiebetrieben die Marke von 10 Pfund pro Pint erreicht.