Erst Regen, dann Norovirus: Stuttgarter Frühlingsfest geht zu Ende

| Gastronomie Gastronomie

Erst viel Aprilwetter mit Regen und Kälte, dann das Norovirus mit Magen-Darm-Beschwerden für Hunderte von Feiernden und Arbeitenden: Das Frühlingsfest ist in diesem Jahr denkbar unglücklich aus den Startblöcken gekommen. Die Sause auf dem Cannstatter Wasen legte dann aber aus Sicht der Schausteller in der zweiten Hälfte des dreiwöchigen Fests noch einen kleinen Endspurt hin und dürfte am Sonntag mit durchschnittlichen Zahlen abschließen. «Insgesamt können wir nicht von einem schlechten Frühlingsfest reden», sagte der Landesvorsitzende des Schaustellerverbandes, Mark Roschmann, vor dem letzten Feier-Wochenende. 

In den ersten zehn Tagen waren nach Angaben der in.stuttgart Veranstaltungsgesellschaft noch weniger Menschen zum Stuttgarter Frühlingsfest gekommen als im Vorjahr. Vor allem mit Blick auf den Kalender und ein Fest-Wochenende mit gleich vier Veranstaltungen im benachbarten NeckarPark waren die Veranstalter von steigenden Zahlen in der zweiten Hälfte des Frühlingsfests ausgegangen.

Mit dem besseren Wetter seien Stimmung und Zahlen wieder «volksfesttauglich» gewesen und das Geschäft «ganz ok», sagte Roschmann, der auf dem Wasen ein Kinderkarussell und einen Verkaufsstand für Maiskolben betreibt. «Wir pendeln mit unserer Einschätzung zwischen zufrieden und gut.» Der Umsatz liege immerhin über den Zahlen von 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie. Probleme bereite allen Anbietern nach wie vor der starke Personalmangel. «Es findet sich niemand, der bereit ist zu arbeiten», bedauerte Roschmann. «Das liegt irgendwie an der Zeit. Die Leute haben keine Lust mehr zu arbeiten.»   

Der Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft in.stuttgart, Andreas Kroll, sagte, man sei trotz einiger kalter Tage sehr zufrieden. «Wir haben die anvisierte Million bei der Besucherzahl bereits erreicht und auch übertroffen.» Der Familientag am Mittwoch sei gut besucht gewesen und die restlichen Tage mit dem langen Wochenende, dem Brückentag und dem guten Wetter würden sicherlich noch einmal viele Besucher auf das Frühlingsfest locken.

Die Magen-Darm-Erkrankungen zahlreicher Besucher hatten zu Beginn für Schlagzeilen gesorgt. Nach dem ersten Festwochenende hatten sich bis Freitag vergangener Woche bei der Stadt Stuttgart mehr als 800 Menschen gemeldet, die nach dem Besuch eines Festzeltes unter Übelkeit, Durchfall und Erbrechen litten. Bei mehreren Erkrankten war das Norovirus nachgewiesen worden. Für Aufsehen sorgte auch ein Vorfall mit einer Machete. Der Mann mit der Waffe war von der Polizei rechtzeitig entdeckt und aus dem Verkehr gezogen worden.

Das 84. Stuttgarter Frühlingsfest hatte am Samstag mit dem traditionellen Fassanstich begonnen und läuft noch bis zum Sonntag, dem 12. Mai. An 23 Tagen haben die Schausteller ihre Fahrgeschäfte, Buden und Imbisse geöffnet, in den Festzelten wird ausgeschenkt und aufgespielt. Vor dem Start hatten die Veranstalter von mehr als eine Million zu erwartenden Besuchern gesprochen. Im vergangenen Jahr waren 1,4 Millionen Menschen gezählt worden, es war eines der bestbesuchten Frühlingsfeste der vergangenen Jahrzehnte. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Michelin Guide hat elf verbreitete Irrtümer rund um Sterne, Inspektoren und Bewertungsverfahren aufgegriffen. Die Organisation erläutert dabei ihre Kriterien für die Auszeichnung von Restaurants und die Arbeitsweise ihrer Prüfer.

Das Berliner Zwei-Sterne-Restaurant Facil startet zum 25-jährigen Jubiläum eine sechsteilige Podcastreihe mit Reiner Veit. Das Audioformat beleuchtet ab dem 24. Juni 2026 die Geschichte und die personelle Kontinuität des Gastronomiebetriebs.

Bei den Frankfurter Gastro Talent Awards 2026 wurden Liv Geller als Kochtalent und Mihail Zaiat als Bartalent ausgezeichnet. Die Veranstaltung kehrte nach einer dreijährigen Pause als Teil des Rahmenprogramms der Michelin-Gala zurück.

Am Dienstag gibt der Guide Michelin in Frankfurt am Main die neuen Sterne für Deutschland bekannt. Bereits eine Woche zuvor hatte der Restaurantführer zehn neue Bib-Gourmand-Auszeichnungen veröffentlicht.

Starbucks Korea hat nach einem Werbe-Skandal sämtliche der über 2.000 Filialen in Südkorea vorzeitig geschlossen. Die Cafés wurden am Nachmittag dichtgemacht, damit Mitarbeiter an einer verpflichtenden Geschichtsschulung teilnehmen können.

Der Dresdner Historiker Andreas Rutz sieht Restaurants, Kneipen und gemeinsames Essen als wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens. Zugleich beobachtet er einen Wandel der Esskultur durch Fast Food, To-go-Angebote und veränderte Lebensgewohnheiten.

Der Wirt Alexander Egger bleibt bei einer Klage gegen die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest erneut erfolglos. Das Verwaltungsgericht wies seinen Eilantrag ab. Das letzte Wort ist aber nicht gesprochen.

Lidl hat in Dundonald bei Belfast seinen ersten Pub eröffnet. Hintergrund sind besondere Regelungen des nordirischen Alkoholrechts, die dem Discounter den Verkauf alkoholischer Getränke in einer Gaststätte ermöglichen.

Die Zelte für das Münchner Oktoberfest können trotz eines Gerichtsstreits aufgebaut werden. Das Bayerische Oberste Landesgericht lehnte den Eilantrag eines Wirtes ab, wonach die Betreiber zweier Festzelte zunächst nicht zur Wiesn zugelassen werden sollten.

Partner für Berlin hat zum 30-jährigen Jubiläum der Berliner Meisterköche die Nominierungen für das Jahr 2026 verkündet. Eine Jury wählte aus rund 150 Vorschlägen die Finalisten in sechs Kategorien aus, deren Gewinner im November gekürt werden.