Fachkraft für vegetarische Kulinarik - Österreich führt neuen Lehrberuf ein

| Gastronomie Gastronomie

Das österreichische Wirtschaftsministerium hat die Verordnung zur Einführung des Lehrberufs „Fachkraft für vegetarische Kulinarik“ - in den Medien oft „vegane Kochlehre“ genannt, veröffentlicht. Diese tritt mit 1. Juli 2025 in Kraft. Da unter anderem noch die Lehrpläne adaptiert und auch die Ausgestaltung der Lehrabschlussprüfungen auf Schiene gebracht werden müssen, ist davon auszugehen, dass die ersten Lehrklassen mit Herbst 2025 starten können.

„Es freut mich sehr, dass Lehrlinge ihre Ausbildung in der vegetarischen Kulinarik - trotz Verzögerung durch das Wirtschaftsministerium - in Bälde endlich starten können. Betriebe und angehende Lehrlinge stehen bereit - es ist umso wichtiger, den Lehrbetrieb jetzt so schnell wie möglich aufzunehmen. Besonders in der Gastronomie, die stark unter dem Fachkräftemangel leidet, war es unverständlich, dass Betriebe, die sich ausschließlich auf vegetarische oder vegane Küche spezialisiert haben, keine Lehrlinge ausbilden durften - ein Thema, das bei meinen Besuchen immer wieder angesprochen wurde", erklärt Elisabeth Götze, Wirtschaftssprecherin der Grünen.

Götze weiter: "Diese Einschränkung gehört jetzt der Vergangenheit an. Künftig können Gastronomiebetriebe mit vegetarischem oder veganem Fokus, motivierten Menschen Ausbildungsplätze anbieten und ihnen wertvolles Wissen zu nachhaltigen, regionalen und saisonalen Arbeitsweisen vermitteln."

Süleyman Zorba, Abgeordneter der Grünen, ergänzt: „Die Einführung der neuen Ausbildung zur Fachkraft für vegetarische Kulinarik ist ein bedeutender Schritt, der sowohl den steigenden Wunsch vieler Menschen nach einer vegetarischen oder veganen Ernährung widerspiegelt, als auch Gastronomiebetrieben neue Möglichkeiten eröffnet. Dank dieses Meilensteins können Menschen, die auf Fleisch verzichten möchten, nun Köchen werden und einen zukunftssicheren Ausbildungsberuf erlernen. Gleichzeitig bietet diese Neuerung spezialisierten Betrieben die Chance, dringend benötigte Fachkräfte auszubilden und die kulinarische Vielfalt nachhaltig zu stärken.“

Die vegane und vegetarische Kochlehre dauert, wie die herkömmliche Kochlehre, drei Jahre. Neben den Grundlagen des Küchenbetriebs liegt der Schwerpunkt auf der Zubereitung vegetarischer und veganer Speisen. Der Betrieb muss nicht ausschließlich vegetarisch sein, um Lehrlinge auszubilden. Mit der Einführung des neuen Lehrberufs können auch Betriebe mit teils vegetarischer oder veganer Küche Köche ausbilden. Laut Studien ernähren sich bereits elf Prozent der Bevölkerung fleischlos. In Österreich bieten über 200 Betriebe vegetarische oder vegane Küche an.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Im Münchner Innenstadtgebäude Herzog Max hat das neue Gastronomiekonzept Super* eröffnet und vervollständigt damit die fünfjährige Transformation des ehemaligen Karstadt Sports. Das Konzept kombiniert Restaurant, Bar und Ladenflächen.

Das Sternerestaurant bi:braud von Alina Meissner-Bebrout zieht im Sommer 2026 aus der Ulmer Büchsengasse in das neue Maison Meissner direkt am Ulmer Münster um. Gemeinsam mit ihrem Mann Steffen Meissner entwickelt die Köchin das historische Gebäude „Bäumle“ zu einem Hotel mit 15 Zimmern sowie Restaurant- und Barkonzept.

Die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest ist jetzt auch ein Fall für die Justiz. Gastronom Alexander Egger wehrt sich per Eilantrag gegen die Ablehnung seiner Bewerbung für das Volkssängerzelt «Schützenlisl» auf der Oidn Wiesn.

Die Schützenlisl auf der Oidn Wiesn bekommt zur Wiesn 2026 neue Betreiber. Der Münchner Stadtrat hat dem Wirte-Trio Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel den Zuschlag für das Volkssängerzelt erteilt.

Laut dem aktuellen Bericht von Brand Finance erreichen die 25 wertvollsten Restaurantmarken weltweit zusammen einen Markenwert von 190,1 Milliarden US-Dollar. McDonald’s führt das Ranking erneut an, während Chick-fil-A das stärkste Wachstum verzeichnet.

Clara Schoper von der «Zephyr Bar» in München holt den Sieg beim renommierten Cocktailwettbewerb «Made in GSA». Ihr Drink scheint ein alter Bekannter: «Rum-Cola». Es sei jedoch ein Nachbau anno 2026.

Die Berliner Burgerkette Burgermeister expandiert nach Polen. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben mindestens 20 Standorte innerhalb von drei Jahren und strebt mittelfristig einen Jahresumsatz von bis zu 100 Millionen Euro an.

Das Hamburger Frühstückscafé kropkå von Katrin Koch hat die Aktion „Lokalhelden gesucht“ von VistaPrint und Cornelia Poletto gewonnen. Die Auszeichnung ist laut Veranstalter mit 20.000 Euro Preisgeld verbunden.

Schampusduschen verboten, Blasmusik schon eine Stunde früher und -mal wieder - Streit um die Zeltvergabe: Noch ist nicht mal Sommer, da zurrt München die Planung für die Wiesn im Herbst fest.

35 Jahre Jeunes Restaurateurs (JRE) Deutschland stehen nicht nur für kulinarische Entwicklung, sondern auch für den Wandel innerhalb der Spitzengastronomie. Warum diese heute mehr leisten muss als gutes Essen, erklärt Oliver Röder, Präsident der JRE-Deutschland.