Falstaff WeinTrophy 2020: Das sind die Gewinner

| Gastronomie Gastronomie

Einmal im Jahr steht das Essener Wasserschloss Hugenpoet nicht nur aufgrund seiner Sterneküche im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Seit inzwischen zehn Jahren flattert an einem Freitagabend Ende Februar hier die Falstaff-Fahne und empfängt die geladenen Gäste der WeinTrophy 2020.

Die Publikums-Trophy

Wie in den Vorjahren hatte eine hochkarätige Jury in geheimer, notariell beaufsichtigter Wahl über den oder die Sommelier/Sommelière, den oder die Newcomer/in und den oder die Winzer/in des Jahres abgestimmt. Doch auch die Falstaff-Leser das Wort: Sie wählten den 2017er Spätburgunder trocken aus der Shelter Winery in Kenzingen (Baden) zum »Lieblingswein« des Jahres.

Newcomer, Winzerin und Sommelière

Als Newcomer des Jahres wurde mit Maximilian Kusterer aus Esslingen zum zweiten Mal in Folge ein junges Talent aus Württemberg ausgezeichnet. Den Titel »Sommelière des Jahres« errang Désirée Steinheuer, die Tochter von Gabriele und Hans Stefan Steinheuer, deren »Alte Post« in Heppingen an der Ahr eine kulinarische Institution ist. Als Restaurantleiterin und Sommelière schickt sich Désirée Steinheuer nun an, die Familientradition fortzuschreiben. Der Titel »Winzer des Jahres« ging an die Nahe: Ins Schlossgut Diel zu Caroline Diel, die das elterliche Weingut in den letzten Jahren mehr und mehr geprägt und inzwischen ganz übernommen hat. Mit ihren mineralisch fokussierten Rieslingen, aber auch mit finessenreich interpretierten Burgundersorten und mit delikatem Sekt beeindruckt Diel nicht nur als Stilistin, sondern auch als Allrounderin.

Die WeinTrophy fürs Lebenswerk ging an Paul Fürst aus Bürgstadt in Churfranken. Fürst übernahm den elterlichen Betrieb bereits Mitte der siebziger Jahre, spätestens zehn Jahre später gehörten seine Spätburgunder bereits zu den besten Deutschlands. Während der drei Jahrzehnte, die das deutsche Weinwunder inzwischen andauert, war Fürst stets ein Motor der Entwicklung. Dies nicht nur mit herausragenden Weinen, sondern auch als VDP-Vorstandsmitglied und, weit über den VDP hinaus, mit großer Kollegialität.

Nominees Dinner

Beim anschließenden »Nominees Dinner« durfte, neben einer Auswahl von feinen Weinen der nominierten Weingüter, freilich auch das passende Wasser nicht fehlen. »Gerolsteiner engagiert sich bereits seit vielen Jahren für die Weinkultur und die Information zum Zusammenspiel von Mine-ralwasser und Wein. Daher sind wir Mitinitiator der Falstaff Wein Trophy und unterstützen diese Initiative zur Förderung höchster deutscher Weinkultur bereits seit ihren Anfängen«, so Roel Annega, CEO der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG.

Zum Prozedere: Die Falstaff-Redaktion nominierte pro Kategorie jeweils drei Kandidaten. Bundesweit wurde eine Experten-Jury eingeladen, in geheimer Wahl jeweils einen Sieger zu ermitteln. Die fachkundigen Juroren sendeten ihre Stimmzettel an einen Notar. Dieser ermittelte aus den Nominierten die Sieger der Trophy:

Newcomer des Jahres

Maximilian Kusterer, Weingut Kusterer, Esslingen (Württemberg)

Wenn das nichts zu bedeuten hat: Das zweite Jahr in Folge geht die Trophäe für den Falstaff Newcomer des Jahres nach Württemberg. Aber die Trophy geht natürlich nicht nur in ein besonders dynamisches Anbaugebiet, sie geht auch an einen besonders tatkräftigen jungen Mann: Maximilian Kusterer überzeugte die Falstaff-Jury auf dem Verkostungstisch mit einer geschlossen hochwertigen Kollektion. Und er überzeugt ebensosehr durch das Engagement, mit dem er das Potenzial der Steillagen seiner Heimatstadt Esslingen ins Glas bringt. Getragen von der Unterstützung seines Vaters Hans, der selbst Pionierarbeit geleistet hat im Familienweingut, feilt Kusterer junior mit Besessenheit an Details. Denn er ist sich bewusst, dass gerade bei seinen Lieblingssorten aus der Burgunderfamilie scheinbare Kleinigkeiten große Bedeutung haben. Wir sind sehr gespannt, was für Chardonnays, Grau- und Spätburgunder Maximilian Kusterer in naher und ferner Zukunft keltern wird.

Sommelière des Jahres

Désirée Steinheuer, »Steinheuers Zur Alten Post«, Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz)

Jede Generation muss sich alles neu erarbeiten, so wenigstens sagt man in Winzerkreisen. Und das gilt wohl auch für Köche und Sommeliers. Désirée Steinheuer jedenfalls war es nicht genug, Tochter zu sein. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Christian Binder kam sie weit herum, um erst nach Stationen in Schanghai, in London und bei Nils Henkel im Schloßhotel Lerbach den Blick wieder Richtung Ahrtal zu richten. Hier tritt das Paar nun seit 2015 in die Fußstapfen von Gabriele und Hans Stefan Steinheuer – Christian Binder in der Küche, Désirée Steinheuer im Service und im Keller. »Sind wir durch?«, fragt Désirée Steinheuer am Ende des Drehs zu den Vorstellungsfilmen, die Falstaff und Gerolsteiner für diese Wein Trophy produziert haben, und atmet nach dem bestätigenden »ja« vor Erleichterung tief durch. Zuhause in Heppingen ist sie noch nicht durch – zum Glück! Sondern fängt trotz all ihrer bereits gesammelten Erfahrung gerade erst an. Gemeinsam mit allen Gästen und Steinheuer-Fans freuen wir uns auf alles, was kommen wird.

Winzerin des Jahres

Caroline Diel, Schloßgut Diel, Rümmelsheim (Nahe)

Wo Weinbau mit Ernsthaftigkeit betrieben wird, ist stets ein Generationenvertrag im Spiel: Ein heute gesetzter Rebstock trägt seine besten Früchte erst in 25 oder 30 Jahren, wenn schon die nächste Generation im Weinberg steht. Auch Caroline und Armin Diel waren sich dieser Tatsache bewusst, als sie im Lauf des vergangenen Jahrzehnts die Übergabe des Weinguts organisierten. Armin Diel war weitsichtig genug, dem Talent der Tochter die notwendigen Freiräume zu geben. So konnte dieses Talent wachsen und gedeihen. Heute interpretiert Caroline Diel die Rolle der Chefin im Schlossweingut mit großer Intelligenz: Indem sie am Bewährten nur kleine Akzente verschiebt. Aber auch, indem sie neue Wege – etwa bei einem behutsameren Holzfassausbau der Burgunder – mit Verve und ohne zu zögern beschreitet. So zeigen die Weine des Schlossguts beides: den roten Faden der Familientradition, und eine zeitgemäße Gestaltungskraft von großer Präsenz.

Lebenswerk

Paul Fürst, Weingut Rudolf Fürst (Franken)

Paul Fürst übernahm bereits Mitte der 1970er Jahre, kaum 20 Jahre alt, das Weingut seiner Familie in Bürgstadt in Churfranken. Als seit etwa 1990 Deutschlands Spätburgunder immer besser wurden, war Paul Fürst eine treibende Kraft hinter dieser Entwicklung. Fürst folgte dabei in vielem dem Vorbild Burgunds, doch er hatte stets auch vor Augen, dass die Bedingungen auf den Buntsandsteinböden seiner Heimat anders sind als im Kalk der Côte d’Or. Je besser seine Spät- und auch Frühburgunder wurden, desto individueller wurden sie auch, und desto stärker Terroir-geprägt. Eine weitere Pionierleistung Fürsts bestand darin, dass er die emblematische Parzelle des Klingenberger Schlossbergs sanierte. Hätte Paul Fürst sich nicht des kostspieligen und aufwändigen Wiederaufbaus der Trockenmauern sowie der Neubestockung der Steillage angenommen, dann wäre dieser Weinberg möglicherweise für immer brachgefallen. Last but not least hat der von Falstaff für sein Lebenswerk Geehrte auch den Generationenübergang im eigenen Betrieb mustergültig eingeleitet, indem er seinem Sohn Sebastian früh Verantwortung übertrug.

Ehemalige Preisträger

Preisträger der Falstaff WEIN TROPHY 2019

Lebenswerk: Hanno Zilliken, Saarburg, Saar

Winzer des Jahres: Mathieu Kauffmann, Weingut Reichsrat von Buhl, Deidesheim, Pfalz

Newcomer des Jahres: Moritz Haidle, Stetten, Württemberg

Sommelier des Jahres: Bernd Kreis, Weinhandlung Bernd Kreis, Stuttgart

Lieblingswein: 2017 Guntersblum Gewürztraminer trocken, Weingut Hiestand, Rheinhessen

 

Preisträger der Falstaff WEIN TROPHY 2018

Lebenswerk: Helmut Dönnhoff, Nahe

Winzer des Jahres: Sebastian Fürst, Weingut Rudolf Fürst, Franken

Newcomer des Jahres: Angelina und Kilian Franzen, Weingut Reinhold Franzen, Mosel

Sommelier des Jahres: Michel Fouquet, Burg Schwarzenstein, Geisenheim

Weinbotschafter: Wilhelm Weil, Rheingau

Lieblingswein: 2016 »Steinwiege« Weißburgunder trocken, Weingut Rainer Schnaitmann, Württemberg

 

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2017

Lebenswerk: Domänenrat Karl-Heinz Rebitzer

Winzer des Jahres: Konrad Salwey, Baden

Newcomer des Jahres: Matthias und Hansjörg Aldinger, Württemberg

Sommelier des Jahres: Oliver Donnecker, »Restaurant Heimat«, Frankfurt

Lieblingswein: 2012 Zweigelt Hades, Jürgen Ellwanger

 

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2016

Lebenswerk: Peter Jakob Kühn

Winzerin des Jahres: Theresa Breuer, Rheingau

Newcomerin des Jahres: Victoria Lergenmüller, Weingut Sankt Annaberg, Pfalz

Sommelière des Jahres: Nina Mann, »Zirbelstube« Stuttgart

Weinbotschafter: Ernie Loosen, Bernkastel

 

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2015

Lebenswerk: Dr. Heinrich Wirsching

Winzerin des Jahres: Carolin Spanier-Gillot, Rheinhessen

Newcomer des Jahres: Tobias Knewitz, Rheinhessen

Sommelier des Jahres: Michael Noack, »Restaurant Victorian«, Düsseldorf

 

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2014

Lebenswerk: Michael Graf Adelmann

Winzer des Jahres: Markus Molitor, Mosel


Newcomer des Jahres: Josten & Klein, Ahr/Mittelrhein


Sommelier des Jahres: Peter H. Müller, »Gourmetrestaurant Lerbach – Nils Henkel«, Bergisch-Gladbach

 

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2013

Lebenswerk: Fritz Keller, »Weingut Franz Keller - Schwarzer Adler«, Oberbergen am Kaiserstuhl

Winzer des Jahres: Hansjörg Rebholz, Weingut Ökonomierat Rebholz, Pfalz


Newcomer des Jahres: Eva Fricke, Weingut Eva Fricke in Kiedrich/Rheingau


Sommelier des Jahres: Jens Pietzonka vom Restaurant »bean & beluga«, Dresden

 

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2012

Lebenswerk: Dr. Manfred Prüm, Weingut J.J. Prüm, Mosel

Winzer des Jahres: Roman Niewodniczanski, Weingut Van Volxem, Saar


Newcomer des Jahres: Christian Stahl, Winzerhof Stahl, Franken

Sommelier des Jahres: Sebastian Bordthäuser, Steinheuers Restaurant »Zur Alten Post«, Bad Neuenahr

 

Preisträger Falstaff WEIN TROPHY 2011

Lebenswerk: Werner Näkel, Weingut Meyer-Näkel, Ahr

Winzer des Jahres: Horst Sauer, Weingut Horst Sauer, Franken

Newcomer des Jahres: Stefan Attmann, Weingut von Winning, Pfalz

Sommelier des Jahres: Billy Wagner, Weinbar Rutz, Berlin

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Berliner Gastronomin Marie-Anne Wild hat zum achten Mal den MAW Ladies Lunch im Restaurant Tim Raue ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Austausches stand die Sichtbarkeit von Frauen in verschiedenen Berufsfeldern.

Zum zehnjährigen Jubiläum feiern die HeimWerk Restaurants ihr Bestehen mit einer Aktionswoche und plant für den Sommer 2026 die Eröffnung eines weiteren Standorts in Leipzig.

Eine neue Umfrage zeigt, wie viel Gäste für Kaffee in Restaurants und Cafés ausgeben würden. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass steigende Preise das Kaufverhalten vieler Verbraucher zunehmend beeinflussen.

Nach vielen Jahren hat die bekannte «Mokka-Milch-Eisbar» wieder geöffnet und Hunderte Gäste angezogen. Warum das Kult-Lokal schon kurz darauf wieder schließt – und wann die Rückkehr geplant ist.

Mit dem Joseph’s eröffnet Anfang Juni ein neues Restaurant im Titlis Tower auf mehr als 3.000 Metern Höhe. Das gastronomische Angebot ist Teil eines Investitionsprojekts der Titlis Bergbahnen, das bis 2029 umgesetzt werden soll.

Pincho Nation eröffnet Mitte Juni einen neuen Standort in Karlsruhe. Es ist der erste Restaurantbetrieb der Marke in Deutschland, der von einem Franchise-Partner geführt wird.

Der Gastronom Giovanni Massimino hat in Hamburg-Uhlenhorst ein neues Lokal eröffnet, das italienische Speisen mit einem Barkonzept verbindet. Entgegen der Namensgebung steht keine heiße Schokolade auf der Karte.

Finland startet die Kampagne Finland’s Official Tasting Table, bei der Interessierte an exklusiven Degustationsmenüs in Lappland sowie an der Küste teilnehmen können. Die Auswahl der 16 Gäste erfolgt über ein Bewerbungsverfahren bis Juni 2026.

Nach vielen Jahren hat die bekannte «Mokka-Milch-Eisbar» wieder geöffnet und Hunderte Gäste angezogen. Warum das Kult-Lokal schon kurz darauf wieder schließt – und wann die Rückkehr geplant ist.

Der Gastronomiekritiker und Journalist Jürgen Dollase hat die Zusammenarbeit mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) nach eigenen Angaben mit sofortiger Wirkung beendet. Wie Dollase mitteilte, habe er die Zusammenarbeit „fristlos gekündigt“.