Fünf Corona-Lektionen für Gastronomen

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Jim Sullivan ist der Autor von zwei Bestsellern über Führungskultur und berät Unternehmen wie Starbucks, Chipotle, Marriott und The Walt Disney Company. Nun hat er fünf Lektionen für Gastronomen zusammengefasst, die während der Corona-Pandemie ihre Restaurants öffnen wollen.

Es sei kein Geheimnis, dass er das Restaurantgeschäft so liebe, wie ein Instagrammer Sonnenuntergänge und Marc Zuckerberg die Werbung liebt, erklärte Sullivan nun in einem NRN-Gastbeitrag. Aber COVID-19 habe die Beziehung ebenso sehr belastet wie es die Branche verändert habe. Erfolgreiche Gastronomie zu betreiben, sei schon immer schwierig gewesen. Aber wenn man sich die Führungskräfte in der Gastronomie genau anschaue, dann gebe es Lektionen, die es zu lernen und anzuwenden gelte.

1. Richte keinen Schaden an. Diese Maxime (lateinisch: Primum non nocere) ist ein Grundpfeiler des Hippokratischen Eides der medizinischen Ethik, zu dem sich jeder neue Arzt bekennt. Sie dient auch als Führungsgrundlage. Die Kernaufgabe einer Führungskraft in der Gastronomie während der COVID-19-Krise - oder auch in jeder anderen schwierigen Zeit - besteht darin, zu verhindern, dass ein Problem in eine Katastrophe umschlägt. Das gilt für einen Restaurantbesitzer ebenso wie für einen Politiker. Die erste Verantwortung bestehe daher darin, für die Sicherheit der Mitarbeiter und Gäste zu sorgen. Zudem könne der Leitspruch auch als Filter auf jedes neue System angewendet werden, zum Beispiel auf neue Software, neue Mitarbeiter oder auf Drittanbieter, mit denen ein Vertrag abgeschlossen werden soll. 

2. Konzentration vs. Aufmerksamkeit. Wenn man irgendwo hinfahre und sich verirre, könne ein Straßenschild oder das "Sie sind hier"-Symbol auf einer Karte oder dem eigenen Smartphone weiterhelfen. Aber das Coronavirus habe alle verwirrt, und es gebe weder Schilder noch Google Maps, die während einer globalen Pandemie zuversichtlich in die richtige Richtung weisen könnten. So betreiben viele Unternehmer ihr Geschäft im Unbekannten: Personalbeschaffung, Service, Verkauf, Einstellung, Schulung, Marketing, Lebensmittelsicherheit, soziale Medien usw. Und jetzt hat COVID-19 in vielerlei Hinsicht noch mehr Desorientierung hervorgerufen, die es schwieriger denn je macht, sich zu konzentrieren und eine Richtung zu wählen.

Die erfolgreichsten Führungskräfte seien jedoch immer in der Lage, zwischen dem zu unterscheiden, was ihre Aufmerksamkeit erfordert, und dem, worauf sie sich konzentrieren müssen. Die klugen Gastronomen stellten eine grundlegende Frage: "Was braucht der Kunde unter den gegenwärtigen Umständen, und ist unser gegenwärtiges System darauf ausgelegt, diese Bedürfnisse zu erfüllen?  Falls nicht, fragten sie: "Warum nicht?" und nahmen die notwendigen Änderungen vor.

3. Nehmen Sie Ihr Team wieder an Bord. Führungskräfte wissen, dass die Desorientierung der Mitarbeiter ebenfalls ein relevantes Anliegen ist. Wenn Sie vor ein paar Monaten gezwungen waren, Ihre Teammitglieder zu entlassen oder in Kurzarbeit zu schicken, und jetzt in der Lage sind, sie wieder zurückzubringen, sollte ein wirksames Programm zur Neuorientierung für sie eingerichtet werden. Diese Einarbeitung ist nicht nur für neue Mitarbeiter, sondern auch für ehemalige Mitarbeiter, die unter erheblich veränderten Umständen, Richtlinien und Verfahren zurückkehren.

4. Entscheiden Sie, WIE Sie sich entscheiden wollen. Das grundlegende Hindernis für eine erfolgreiche strategische Entscheidungsfindung tritt dann auf, wenn sich die Führungskräfte auf die Frage fixieren: "Welche Entscheidung soll ich treffen?" statt auf die Frage "Wie soll ich entscheiden? Beantworten Sie die Frage "Wie" richtig, und Sie können sowohl die Entscheidungen als auch die Ergebnisse verbessern, mit oder ohne Coronavirus im Nacken.  Zu den Fragen, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen, gehören: Welche Art von Input oder Forschung ist am relevantesten? Wessen Meinungen sollte ich einholen? Was ist für den Kunden am einfachsten? Was haben meine erfolgreichen und erfolglosen Konkurrenten getan? Was passiert, wenn wir nichts unternehmen? Was könnte auf der Grundlage unserer Entscheidung passieren? Führungskräfte in Krisen wissen, dass manchmal Fragen die Antworten sind.

5. Die Menschen stehen an erster Stelle. Das Beste, was Sie für sich als Führungskraft und Ihr Unternehmen als Marke tun können, ist, Ihrem Team eine selbstbewusste Richtung zu geben und Ihren Mitarbeitern zum Erfolg zu verhelfen. Und das tun Sie mit Lehren, Zuhören und Coachen.


 

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