Gästehaus Klaus Erfort meldet Insolvenz an

| Gastronomie Gastronomie

Das renommierte Gästehaus Klaus Erfort hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung beantragt. Wie der Zwei-Sternekoch Klaus Erfort mitteilte, wurde der entsprechende Antrag beim Amtsgericht Saarbrücken gestellt und genehmigt. Der Geschäftsbetrieb soll jedoch uneingeschränkt weiterlaufen.

„In der vergangenen Woche habe ich einen wichtigen Schritt unternommen, um das Gästehaus für die Zukunft neu aufzustellen“, erklärte Erfort in einem Newsletter an seine Gäste. Der Sternekoch, der das Haus seit 2002 in Saarbrücken betreibt, wird dabei von Rechtsanwalt Dennis Blank und der Finanzexpertin Mana Mojadadr begleitet. Auch zahlreiche langjährige Geschäftspartner haben bereits ihre Unterstützung zugesichert.

Erfort betont: „Ich gehe diesen Weg nicht, weil ich gefallen bin – sondern weil ich wieder aufstehen will.“ Für ihn ist das Schutzschirmverfahren ein geplanter und strukturierter Neuanfang. Trotz der finanziellen Schieflage sollen die Gäste weiterhin wie gewohnt empfangen werden: „Gäste sind wie gewohnt herzlich willkommen.“

Die Gründe für die wirtschaftliche Krise des Zwei-Sterne-Restaurants liegen laut Erfort in den Folgen der Corona-Pandemie. Während andere Betriebe Personal abbauten, zahlte er die Gehälter seiner Mitarbeiter aus Rücklagen. Dennoch sei eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung aufgrund anhaltender globaler Krisen und rückläufigen Konsumverhaltens ausgeblieben. „Trotz früh eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen“ konnten die wirtschaftlichen Herausforderungen nicht vollständig aufgefangen werden.

Eine Einschränkung ergibt sich allerdings für Inhaber älterer Gutscheine: Diese können aufgrund insolvenzrechtlicher Vorgaben vorerst nicht eingelöst werden.

Das Gästehaus Klaus Erfort gilt weiterhin als kulinarische Institution. Trotz des Verlusts eines Michelin-Sterns im Jahr 2021 hält das Haus aktuell zwei Sterne und erzielt Bestnoten in Restaurantführern wie „La Liste“ und „Gault&Millau“. Die aktuelle Situation versteht Erfort auch als kreative Chance: „Neben einem neuen Hauptmenü erwartet Sie ein spannendes Aktionsmenü, das den Sommer auf die Teller bringt.“ Auch neue Events seien in Planung.

Erfort schrieb auf LinkedIn: „Ich danke von Herzen für all die Nachrichten, Anrufe und persönlichen Begegnungen voller Wertschätzung, Respekt und Ermutigung – sei es von Gästen, Kolleginnen und Kollegen, langjährigen Partnern oder Freunden. Eure Solidarität gibt mir und meinem Team Kraft und erinnert mich daran, warum ich diesen Weg aus Leidenschaft und Überzeugung eingeschlagen habe: um Menschen zusammenzubringen, zu berühren und ganz besondere Begegnungen und Erlebnisse möglich zu machen.“

Klaus Erfort machte seine Ausbildung machte er in einem kleinen Restaurant im Saarland, später arbeitete er im Restaurant Bareiss bei Claus Peter Lumpp und bei der langjährigen Nummer eins Harald Wohlfahrt in der Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn. Nach Stationen wie dem Restaurant Orangerie im Parkhotel Gengenbach im Saarland und dem Gourmet-Restaurant Imperial im Schlosshotel Bühlerhöhe in Baden-Baden, in denen er als Küchenchef jeweils mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde, hat er seinen Platz 2002 in der eigenen Küche gefunden. „Ich koche nach dem Motto: Die Wahrheit liegt auf dem Teller“, sagt der Drei-Sterne-Koch über sich selbst. Die Basis für seine puristische elegante Küche sind hervorragende Produkte, ganz besonders achtet er auf Proportion und Balance der einzelnen Gänge. „Es ist viel schwieriger, ein Gericht auf wenige Komponenten zu reduzieren, als viele verschiedene Aromen miteinander zu vermischen“, erklärt Klaus Erfort.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das weltberühmte Kopenhagener Restaurant Noma gastiert für 16 Wochen in Los Angeles. Für 1.500 US-Dollar bietet das Team um René Redzepi ein exklusives Menü mit regionalen Zutaten an, während die Einnahmen teilweise in soziale Projekte fließen.

Weißwurst im Krapfenmantel? Münchner Wirte wagen das Faschings-Experiment. Was drinsteckt, wie die Erfinder die erste Verkostung erlebten - und welche närrischen Kreationen es noch gab.

Das Amtsgericht Regensburg hat gegen den Gastronomen und Koch der Fußball-Nationalmannschaft, Anton Schmaus, eine Freiheitsstrafe von neun Monaten verhängt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Betreiber mehrerer Regensburger Lokale Arbeitsentgelt vorenthalten und veruntreut hat.

Provokante Ansage aus Köln: Das Zwei-Sterne-Restaurant Ox & Klee erklärt das klassische Fine Dining für tot. Inhaber Daniel Gottschlich setzt ab sofort auf ein Konzept ohne Dresscode, bei dem Köche zu Kellnern werden und das Erlebnis die Etikette ersetzt.

Vom 19. Februar bis zum 8. März 2026 findet im Rheingau das 29. Rheingau Gourmet & Wein Festival statt. Zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen sind bereits stark gebucht, für viele Events stehen nur noch wenige Plätze zur Verfügung. Wer sich einen Platz bei den begehrten Dinners, Lunches, Masterclasses oder den legendären Partys sichern möchte, sollte nicht zu lange warten.

Die US-Marke Texas Chicken kommt nach Deutschland. Mit der Eröffnung des ersten stationären Restaurants im saarländischen St. Wendel sowie der Inbetriebnahme einer Ghost Kitchen in Brandenburg erfolgt der offizielle Markteintritt des Unternehmens.

Die übergroße Mehrheit der Bundesbürger glaubt nicht daran, dass nach der Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie jetzt auch die Preise sinken. Dennoch will fast jeder Vierte künftig häufiger essen gehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen. 

Der Lieferando Report 2025 analysiert die Bestellgewohnheiten in Berlin und zeigt, wie soziale Medien das Konsumverhalten steuern. Während die koreanische Küche und Smash-Burger Rekordzuwächse feiern, gewinnt der Non-Food-Sektor zunehmend an Bedeutung.

Der Getränkekonzern Diageo hat eine Preiserhöhung für Guinness Draught angekündigt. Branchenexperten und Pub-Betreiber warnen davor, dass es das erste Bier im Standard-Sortiment werden könnte, das in britischen Gastronomiebetrieben die Marke von 10 Pfund pro Pint erreicht.

Plex Coffee ist von München nach Frankfurt expandiert. Parallel setzt das Cafékonzept nach eigenen Angaben auf Künstliche Intelligenz, um interne Abläufe und die Mitarbeiterschulung zu organisieren.