Plex Coffee expandiert und setzt auf Künstliche Intelligenz

| Gastronomie Gastronomie

Das Cafékonzept Plex Coffee, das in München entstanden ist, hat seinen ersten Standort außerhalb Bayerns eröffnet. In Frankfurt am Main betreibt das Unternehmen seit Kurzem ein Café am Grüneburgweg im Westend. In München ist Plex Coffee bereits mit mehreren Standorten vertreten, unter anderem in der Türkenstraße, der Fraunhoferstraße, an der Leopoldstraße sowie im Umfeld des Sendlinger Tors.

Angebot mit Fokus auf Kaffee und Matcha

Plex Coffee konzentriert sich auf Kaffeespezialitäten, Matcha-Getränke und Chai. Die Betriebe arbeiten ohne klassischen Tischservice und richten sich vor allem an Laufkundschaft in innerstädtischen Lagen. Nach öffentlich zugänglichen Speisekarten bewegen sich die Preise für Standardgetränke im unteren bis mittleren Bereich vergleichbarer Cafés.

Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Betriebsalltag

Über die räumliche Expansion hinaus hat Plex Coffee im Oktober 2025 öffentlich gemacht, dass das Unternehmen ChatGPT Business für interne Prozesse einsetzt. Die Angaben stammen aus einer Veröffentlichung von OpenAI, in der Plex Coffee als Anwendungsbeispiel vorgestellt wird.

Nach Darstellung des Unternehmens wird die Software unter anderem für Wissensmanagement, Schulung neuer Mitarbeiter und organisatorische Abläufe genutzt. Ziel sei es gewesen, interne Informationen zentral verfügbar zu machen und Arbeitsprozesse zu vereinheitlichen.

Mitgründer Philipp Cheng wird in der Veröffentlichung mit den Worten zitiert: „Von der Personalgewinnung bis zur Lieferkette wurde jeder Prozess automatisiert, der automatisiert werden konnte.“

Wachstum erschwerte persönliche Einarbeitung

Nach Angaben der Gründer stieß die direkte Schulung neuer Mitarbeiter mit zunehmender Zahl an Standorten an Grenzen. In der Anfangsphase hätten die Gründer selbst im Café gearbeitet und neue Mitarbeiter persönlich eingearbeitet.

„Als Max und ich angefangen haben, standen wir selbst hinter der Theke. Jeden neuen Barista haben wir persönlich geschult – wie man mit Gästen umgeht, wie die Getränke zubereitet werden und wie man Probleme im Betrieb löst.“

Mit dem Wachstum des Unternehmens sei es schwieriger geworden, diese Form der Wissensvermittlung aufrechtzuerhalten.

Wissensmanagement statt interner Abstimmungen

Als Reaktion darauf wurden interne Informationen digital gebündelt. Laut Cheng habe dies zu einer spürbaren Entlastung geführt.

„Das hat die Zahl der Rückfragen in unseren internen Chatgruppen zu bestimmten Themen um mehr als 50 Prozent reduziert.“

Mitarbeiter greifen nach Angaben des Unternehmens direkt im Betrieb auf das System zu, um Abläufe oder Informationen abzurufen.

Verkürzte Einarbeitungszeiten

Auch die Einarbeitung neuer Mitarbeiter habe sich dadurch verändert. Ein zuvor bestehendes internes Handbuch sei in das System integriert worden, um Inhalte strukturiert zugänglich zu machen.

„Die Einarbeitungszeit hat sich von mehreren Wochen auf wenige Tage verkürzt.“

Nutzung auch für Analysen und Planung

Darüber hinaus nutzt Plex Coffee Künstliche Intelligenz nach eigenen Angaben auch zur Analyse von Nachfrageveränderungen sowie zur Bewertung möglicher neuer Standorte. Konkrete Angaben zu geplanten Eröffnungen, Umsätzen oder wirtschaftlichen Kennzahlen macht das Unternehmen nicht.

Hinter Plex Coffee steht die Elevate Technologies GmbH mit Sitz in Berlin. Geschäftsführer ist Max Kamp. Das Unternehmen ist im Handelsregister Berlin-Charlottenburg eingetragen. Weitere gastronomische Marken werden öffentlich nicht genannt.

Mit der Expansion nach Frankfurt und dem Einsatz digitaler Werkzeuge positioniert sich Plex Coffee in einem stark umkämpften urbanen Kaffeemarkt. Die Angaben zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz beruhen ausschließlich auf Aussagen des Unternehmens im Rahmen einer externen Darstellung.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Bayerische Oberste Landesgericht hat die Vergabe der Festzelte Paulaner und Schottenhamel für das Oktoberfest 2026 bestätigt. Ein Wirt hatte eine europaweite Ausschreibung gefordert.

Vier Gastronomiebetriebe haben das Finale der Uber Eats Awards 2026 erreicht und treten am 26. Oktober 2026 in Berlin gegeneinander an. Eine Jury um Tim Raue entscheidet über die Vergabe von insgesamt 55.000 Euro Preisgeld.

Der Leaders Club Deutschland besteht seit 25 Jahren und zählt inzwischen mehr als 450 Mitglieder aus über 230 Unternehmen. Das Jubiläum wird am 13. November 2026 im Rahmen des Leaders Club Award in Hamburg gefeiert.

Die Althoff Hotels starten mit dem Althoff Eats Club ein kostenfreies Angebot rund um Kulinarik, Wein und Reisen. Grand Chef Joachim Wissler teilt Restaurantempfehlungen und stellt Produzenten sowie kulinarische Entdeckungen vor.

Pizza Pilgrims kündigt sein erstes deutsches Restaurant für den 2. November 2026 in München an. Ein zweiter Standort soll im Januar 2027 folgen; insgesamt strebt die Marke bis zu 50 Standorte in Deutschland an.

Bayerns Gastronomie verzeichnete im August 2026 einen realen Umsatzrückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Beherbergung erzielte dagegen preisbereinigt ein Plus von 2,6 Prozent.

Die Deutsche Kreditbank (DKB) hat gemeinsam mit Sodexo den neuen Campus „Upbeat“ in der Berliner Europacity eröffnet. Sodexo übernimmt die gastronomische Versorgung sowie weitere Bewirtungsleistungen am Standort.

Das Bristol Berlin hat am Kurfürstendamm das Restaurant Flaneur eröffnet. Die Brasserie bietet französisch geprägte Küche und verfügt über 120 Plätze im Innenbereich sowie 86 Terrassenplätze.

Das Hotel der Stern in Bad Hersfeld kündigt die Schließung des L’étable zum 2. Januar 2027 an und nennt fehlende Gäste als Grund. Küchenchef, Restaurantleiter und Mitarbeiter würden im Haus bleiben und an einem neuen gastronomischen Konzept mitarbeiten.

An einer Tankstelle in München kann man sich von einem Kochroboter Käsespätzle, Kaiserschmarrn oder eine asiatische Tom-Kha-Gai-Suppe kochen lassen. In etwa fünf Minuten bereitet der autonome Koch eine warme Mahlzeit zu.