Michelin-Hammer in Frankreich: Restaurant-Legende verliert dritten Stern

| Gastronomie Gastronomie

Wenige Tage vor der offiziellen Präsentation des Guide Michelin Frankreich 2026 in Monaco am 16. März sind erste Details zu den diesjährigen Abwertungen bekannt geworden. Wie die französische Tageszeitung Le Monde berichtet, verliert das Pariser Restaurant L’Ambroisie seinen dritten Stern. Die Redaktion des Gastronomieführers habe diesen Schritt am Dienstag, 10. März, gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) bestätigt. Auch der Fernsehsender France 24 sowie diverse Fachportale griffen die Meldung über den Entzug der Spitzenwertung auf.

Traditionsbruch am Place des Vosges

Das L’Ambroisie gilt als das älteste Drei-Sterne-Restaurant der französischen Hauptstadt. Laut dem Bericht von Le Monde stehe das Haus am Place des Vosges für die klassischste Form der französischen Gastronomie. Im Jahr 2025 gab es einen Wechsel an der Spitze der Brigade: Der 40-jährige Shintaro Awa übernahm die Nachfolge von Bernard Pacaud, der die Institution über vier Jahrzehnte geleitet hatte. Das Restaurant hielt die Höchstwertung seit dem Jahr 1988. Mit der Herabstufung von drei auf zwei Sterne verzeichnet das Haus die laut Michelin am meisten beachtete Sanktion der diesjährigen Ausgabe.

Regionale Unterschiede und wirtschaftliche Stabilität

Neben dem prominenten Fall in Paris sind weitere renommierte Adressen in den Regionen von Abwertungen betroffen. Das Restaurant Le Chabichou in Courchevel im Département Savoie verliert laut den vorliegenden Informationen seinen zweiten Stern. Ebenfalls auf einen Stern herabgestuft wird das Relais de la Poste in Magescq. Der 75-jährige Küchenchef Jean Coussau äußerte gegenüber der AFP, dass er nicht im Trend liege und eine echte französische Küche verteidige. Er müsse die Entscheidung nun 45 Mitarbeitern in seiner Küche mitteilen.

Trotz dieser Einzelfälle spricht der internationale Direktor des Guide Michelin, Gwendal Poullennec, von einer gewissen Widerstandsfähigkeit auf höchstem Niveau. Wie Le Monde zitiert, gebe es in diesem Jahr insgesamt nur wenige Herabstufungen. Dies zeige laut Poullennec, dass hochwertige Restaurants Wege zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit finden würden. Statistisch gesehen verlieren im Jahr 2026 insgesamt siebzehn Restaurants in ganz Frankreich ihren einzigen Stern, darunter das Helen in Paris und das La Mère Germaine in Châteauneuf-du-Pape.

Fortsetzung der Kontroverse um Sébastien Bras

Ein weiterer markanter Punkt der neuen Ausgabe betrifft das Restaurant Le Suquet in Laguiole. Der Küchenchef Sébastien Bras hatte bereits im Jahr 2017 Schlagzeilen gemacht, als er darum bat, nicht mehr vom Guide Michelin bewertet zu werden, um ohne den Leistungsdruck der Inspektoren arbeiten zu können. Nachdem das Haus 2019 gegen den ausdrücklichen Wunsch des Kochs mit zwei Sternen wieder aufgenommen worden war, folgt nun die Herabstufung auf einen Stern. Über die Hälfte der diesjährigen Streichungen resultiert laut den Berichten jedoch aus Konzeptänderungen, Wechseln in der Küchenleitung oder vollständigen Betriebsschließungen. Mehr als 20 weitere Betriebe haben ihre Pforten geschlossen oder ihre gastronomische Ausrichtung grundlegend verändert.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Taco Bell konkretisiert den Zeitplan für seinen Deutschlandstart. Das erste öffentlich zugängliche Restaurant der US-Kette soll Ende September in Köln eröffnen. Betreiberin ist die Feel Better Holding.

Klüh Catering verantwortet ab sofort den gesamten gastronomischen Betrieb am EUREF-Campus Berlin und integriert dabei vier verschiedene gastronomische Konzepte sowie digitale und nachhaltige Prozesse.

Die Köche-Jugendnationalmannschaft hat in Berlin ihr Wettbewerbsmenü unter realistischen Bedingungen präsentiert. Rund 70 geladene Gäste verfolgten die Generalprobe auf dem Gelände der Julius-Leber-Kaserne.

Seit dem 1. September ist ein Cheeseburger der Kette Hans im Glück auf ausgewählten Kontinentalstrecken der Lufthansa verfügbar. Das Angebot richtet sich an Fluggäste in der Economy Class und muss vorbestellt werden.

Zu schwere Blumenkübel, unerlaubter Witterungsschutz und zahlreiche Bescheide: Frankfurter Gastronomen kritisieren die Regeln für ihre Außenflächen. Die Initiative Gastronomie Frankfurt fordert von der künftigen Stadtregierung klare Vorgaben und bessere Bedingungen für eine ganzjährige Außengastronomie.

Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde hat nach einer Branchenuntersuchung Ermittlungen wegen des Verdachts des Marktmachtmissbrauchs bei Online-Lieferplattformen eingeleitet. Welche Plattform oder welche Plattformen Gegenstand der Ermittlungen sind, nennt die Behörde nicht.

Ein Streit um den Alkoholausschank in einer Gießener Vereinsgaststätte beschäftigt die Justiz. Die Pächter wollen aus Konzeptgründen kein Bier und andere alkoholische Getränke servieren, der Tennisclub hat ihnen deshalb fristlos gekündigt. Nun soll ein Güterichter helfen. Grundsätzliche Fragen stellen sich: Gibt es ein Gewohnheitsrecht auf Alkohol?

Schauspielerin Gwyneth Paltrow hat mit ihrer Marke Goop Kitchen ihr erstes Restaurant mit Sitzplätzen eröffnet. Der neue Standort befindet sich im kalifornischen Del Mar bei San Diego. Damit bricht das Unternehmen erstmals mit der bisherigen Ausrichtung als reiner Lieferbetrieb. 

The Flower Bar übernimmt ab September eine Fläche von LAP am Hamburger Schulterblatt und startet dort ein gemeinsames Store-Konzept mit Açaí, Blumen, Kaffee und Matcha. Bewährt es sich, sind ähnliche Kooperationen auch in anderen Städten denkbar.

Am 7. September eröffnet im Palais Coburg in Wien das neue Restaurant Prunkräume. Das gastronomische Angebot in den historischen Salons des ersten Stocks reicht vom täglichen Brunch bis hin zum Dinner.