Hamburger Foodservice Preis geht an casualfood aus Frankfurt und Time Out Market

| Gastronomie Gastronomie

Die diesjährigen Gewinner des Hamburger Foodservice Preises heißen casualfood aus Frankfurt am Main und Time Out Market Lisboa. Die Preisverleihung fand am 9. März, dem Abend des ersten Internorga-Tages, in festlichem Rahmen vor knapp 500 geladenen Branchengästen in Hamburg statt. Die Branchenauszeichnung wird bereits zum 36. Mal in Folge vergeben. Stifterin des Preises ist die dfv Mediengruppe, in der unter anderem die Fachmagazine foodservice und FoodService Europe & Middle East erscheinen.

Die diesjährigen Preisträger im Profil:

Time Out Market, Lisboa
Aus einer historischen Markthalle wurde mitten in Lissabon ein Mega-Restaurant mit 26 Gastro-Einheiten auf Fast Casual/Fine Dining-Niveau. Initiator: die britische Time Out-Group. Seit der Eröffnung 2014 avancierte das Projekt zur Touristenattraktion schlechthin in der portugiesischen Metropole und zählt inzwischen weit über 3 Millionen Besucher jährlich, der Umsatz wuchs im 1. Halbjahr 2017 um 59 Prozent.
Der Anspruch: lokale Esskultur auf anspruchsvollem Niveau in zwangloser Gestalt erfahrbar zu machen, gepaart mit zahlreichen kulturellen Events. Das Erfolgsmodell: Man nehme die besten Köche der Stadt und motiviere sie, eine Dependance auf standardmäßig 40 qm zu eröffnen. Anders als in anderen Food-Halls also kein einziger Vertreter der internationalen Gastro-Szene – ein radikales Bekenntnis zur Lokalität. Versammelt sind hier die besten Küchenchefs der erfolgreichsten Restaurants der Stadt und des Landes. Die Rechnung ging bestens auf, die Botschaft hat es in sich: Local Spirit macht das Rennen.
Die Macher des Time Out Markets Lissabon werden mit dem Hamburger Foodservice Preis 2018 für eine geniale Revitalisierung gewürdigt, die in gastronomischer wie ebenso in organisatorischer Hinsicht internationale Standards neu definiert. Ihnen ist in Lissabon ein wahres Meisterstück gelungen.

casualfood, Frankfurt
Das von den beiden Quereinsteigern Stefan Weber und Michael Weigel 2005 gegründete Unternehmen wuchs binnen zwölf Jahren von 1,5 Mio. auf aktuell 51,5 Mio. Euro Umsatz – eine grandiose Aufsteiger-Story im hiesigen Foodservice-Markt. casualfood hat sich ganz dem Thema Verkehrsgastronomie verschrieben. Mittlerweile ist die Multi-Concept-Company mit 13 unterschiedlichen, durchweg in Eigenregie betriebenen Foodservice-Konzepten und 59 Outlets an zehn Travel-Locations vertreten. Stärkste Bastion ist der Flughafen Frankfurt mit allein mehr als 30 Units. Was dort mit einer mobilen Einheit – ein Brezel-Bike namens Hermann’s –begann, wurde zu einem umfangreichen Portfolio meistenteils selbst entwickelter Formate mit Schwerpunkt Fast Casual ausgebaut, entworfen mit sicherem Gespür für die Gäste-Bedürfnisse im Travel-Kontext. Darunter sind Marken wie Mondo, Beyond und das Convenience-Konzept Quicker’s – einziger Zukauf und mit 20 Units heute meist multipliziert –, sowie jüngst das Fullservice-Format Goodman & Filippo. Dass es den beiden Machern gelang, sich mit selbst entwickelten Marken – eine Ausnahme-Erscheinung im Travel-Business – als mittelständisches Unternehmen im von internationalen Big Playern dominierten Travel-Markt erfolgreich zu etablieren, spricht für ihre Intuition und ihr Marketing-Geschick. 20.000 Gäste täglich sind ein Wort. Eine Erfolgsgeschichte, die ihre Fortsetzung in ersten Auslands-Engagements findet: Seit Sommer 2015 ist casualfood auch am Flughafen der slowenischen Hauptstadt Ljubljana vertreten.


Mit dem nachhaltig erfolgreichen Multi-Player casualfood wird 2018 ein vielfältiges Engagement mit dem Hamburger Foodservice Preis gewürdigt, das zu den erfolgreichsten gastronomischen Multi-Brand-Unternehmen der letzten Jahre in Deutschland gehört. Und es wächst weiter – als nächstes planen die beiden eine orientalisch-ausgerichtete Marke, die sie ihrem Portfolio zufügen werden.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Drei deutsche Gastronomie-Teams kämpfen Ende April in München um den Einzug in das Weltfinale der Copa Jerez. Der Wettbewerb für Sherry-Pairings findet im Rahmen des Halbfinales von Koch des Jahres statt.

Die Unternehmensberatung McKinsey & Company beschreibt in einer aktuellen Analyse mögliche Entwicklungen für die Gastronomie in den kommenden Jahren. Demnach könnten Automatisierung, Künstliche Intelligenz und neue Betriebsmodelle zentrale Veränderungen vorantreiben.

Hans im Glück hat in Mannheim ihr 100. Restaurant eröffnet. Neben der Expansion in vier europäische Länder setzt das Unternehmen mit einem neuen Standort an einer Schweizer Autobahnraststätte erstmals auf ein geändertes Standortformat.

Die Bar „Harry’s Legacy“ im Sheraton Berlin Grand Hotel Esplanade ist nach Umbau wieder eröffnet. Die Wiedereröffnung steht laut Unternehmen im Zusammenhang mit einer geplanten Modernisierung des Hotels.

Wird die Rechnung etwa im Einzelhandel oder im Restaurant in den Kassensystemen der Unternehmen korrekt erfasst und verbucht? Das prüfen die Finanzämter bei unangemeldeten Kontrollen in Thüringen tausendfach.

Die Compass Group-Tochter Food Affairs entwickelt im neuen Leipziger Quartier Neo eine rund 3.000 Quadratmeter große Markthalle mit internationaler und regionaler Gastronomie. Das Konzept soll als zentraler Treffpunkt in der Innenstadt etabliert werden.

Der Bundesverband der Systemgastronomie hat die Jury für den Branchenpreis 2026 vorgestellt und die Bewerbungsfrist bis zum 4. Mai verlängert. Die unabhängige Runde bewertet Konzepte aus der Branche, die im September in München ausgezeichnet werden.

Das neue Frankfurter Hotel Kennedy 89 hat sein Restaurant Eighty Nine eröffnet, das levantinische Küche mit regionalen Einflüssen kombiniert. Unter der Leitung von Küchenchef Philipp Grosser setzt der Betrieb auf gemeinschaftliche Speisekonzepte und regionale Partnerschaften.

Der aktuelle Fitness-Check für die österreichische Gastronomie weist eine leichte Umsatzstabilisierung aus, die jedoch primär auf Preiserhöhungen basiert. Hohe Mitarbeiterkosten und Frequenzen unter dem Vorkrisenniveau belasten die Branche weiterhin.

Die Gastro-Marke Gustavo Gusto hat, gemeinsam mit dem Automatenhersteller Stüwer, ein neues Vertriebsmodell vorgestellt. Wie das Unternehmen mitteilt, soll der sogenannte „Gustavomat“ als automatisierter Pizzaautomat künftig den Verkauf von Tiefkühlpizza rund um die Uhr ermöglichen.