Hellofresh: Weniger Bestellungen, mehr Gewinn

| Gastronomie Gastronomie

Der Kochboxenversender Hellofresh hat im abgeschlossenen Quartal infolge der weltweiten Konsumflaute einen deutlichen Nachfragerückgang hinnehmen müssen. Dank geringerer Kosten und verschobener Marketingausgaben gelang den Berlinern dennoch ein operativer Gewinnsprung.

Die Zahl der sogenannten aktiven Kunden brach im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast neun Prozent auf 7,3 Millionen ein, wie der MDax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Als aktive Kunden zählt Hellofresh alle, die mindestens eine Kochbox innerhalb der letzten drei Monate bestellt haben, egal ob zum vollen oder reduzierten Preis oder gar kostenfrei. Die Zahl der Bestellungen ging um sieben Prozent auf 30 Millionen zurück.

Dank einer strikten Kostenkontrolle steigerte der Kochboxenlieferant allerdings den operativen Gewinn merklich. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um fast ein Drittel auf knapp 192 Millionen Euro. Kritiker in der Branche monieren, dass Essenslieferdienste weniger Geld für die Neukundengenerierung ausgeben, da ohnehin die Nachfrage fehle. Der Umsatz ging infolge eines schwächeren Kundeninteresses leicht auf 1,92 Milliarden Euro zurück. Währungsbereinigt wäre der Konzernerlös in etwa stabil geblieben. Mit den Zahlen bestätigte Hellofresh seine vorläufigen Erkenntnisse von Mitte Juli.

Die damals angepassten Jahresziele bestätigte Konzernchef Dominik Richter. Währungsbereinigt soll der Umsatz 2023 nun um zwei bis acht Prozent steigen. Im Vorjahr hatte Hellofresh 7,6 Milliarden Euro erlöst. Als bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) sollen 470 bis 540 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Nur im schlechtesten Szenario würde das Unternehmen damit operativ weniger verdienen als im Jahr zuvor. Hoffnung setzt Richter vor allem auf das zweite Halbjahr, in dem sich das Wachstum durch größere Produktionskapazitäten wieder beschleunigen soll. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Frittenwerk hat sein 50. Restaurant in Deutschland eröffnet. Der neue Standort im Halle Leipzig The Style Outlets bietet rund 80 Sitzplätze und schafft etwa 20 Arbeitsplätze.

Der Michelin Guide ist erstmals in Neuseeland vertreten und markiert damit den offiziellen Start der Publikation in Ozeanien. Im Zuge der Premiere zeichneten die Inspektoren insgesamt 110 Restaurants in den vier Regionen Auckland, Wellington, Christchurch und Queenstown aus.

Das Regensburger Restaurant Storstad stellt seine kulinarische Führung neu auf. Mit Simone Kubitzek und Hella Eggers übernimmt eine Doppelspitze das Kommando in der Küche.

Ein Forschungsteam der Stanford University hat ein KI-Modell entwickelt, das Burger nach Geschmack, Nachhaltigkeit und Nährwert optimiert. Im Blindtest schnitten einzelne KI-Burger ähnlich gut oder besser ab als ein Big Mac. Ein öffentlich zugängliches Online-Werkzeug steht nun zur Verfügung, das personalisierte Burger-Rezepte erstellen kann.

Die Getränkebestellungen in der Gastronomie verändern sich. Während Kaffee und Bier ihre Spitzenpositionen behaupten, gewinnen Matcha, neue Spritz-Varianten und Premium-Getränke nach einer Auswertung von orderbird an Bedeutung.

Die britische Restaurantkette Loungers erwägt den Schritt auf den deutschen Markt. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben für die zweite Jahreshälfte 2026 die Suche nach einem ersten Standort.

Die Wirtschaftskammer Wien hat die Preisträger der diesjährigen Branchenpreise Goldener Schani und Goldene Jetti bekannt gegeben. Mit diesen Auszeichnungen werden Betriebe gewürdigt, die durch ihre Außenbereiche oder Freizeitkonzepte zur Attraktivität der Stadt beitragen.

Nach einem juristischen Krimi läuft nun der Oktoberfest-Aufbau. Wie auf Münchens größter Baustelle die Wiesn-Mini-Stadt wird – und was München-Besucher wissen müssen.

Internationale WM-Gäste sorgen in nordamerikanischen Restaurants für Debatten über Trinkgeldregeln. Viele Betriebe reagieren mit automatischen Servicegebühren auf ausbleibende Zahlungen.

Die Gastronomie-Marke Kneipe 80 plant eine Tournee durch Deutschland und Österreich. Dabei ergänzen neue Standorte und diverse Gastspiele bei Großveranstaltungen das bisherige Portfolio des Konzeptgebers Marc Uebelherr.