Kimpton präsentiert Genuss-Trends für 2026

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Die IHG-Marke Kimpton hat ihren jährlichen "Culinary + Cocktail Trend Forecast" für 2026 veröffentlicht. Darin skizzieren kulinarische Experten und Mixologen aus dem internationalen Netzwerk der Marke die wichtigsten Entwicklungen bei Zutaten, Techniken und Dining-Styles, die die globale Gastronomieszene im kommenden Jahr prägen sollen. Der Bericht basiert auf den Beobachtungen und der kreativen Handschrift, die in den über 100 Restaurants und Bars der Marke weltweit zum Tragen kommen.

Speisekarten als Storytelling-Instrument

Kat Wojcik, Director of Programming & Partnerships, Luxury & Lifestyle Americas bei IHG, betont die Verschiebung der Gästebedürfnisse hin zu Erlebnissen, die alle Sinne ansprechen: „Wir sehen, dass Gäste Kulinarik zunehmend als Möglichkeit nutzen, um sich einem Ort und seiner Atmosphäre näher zu fühlen. Dadurch rücken Erlebnisse in den Vordergrund, die alle Sinne ansprechen.“ Weiter führt sie aus, dass Cocktails, Getränkekonzepte und Speisekarten sich immer stärker zu einer Form des Storytellings entwickeln und Herkunft, Kultur und Kreativität zum Ausdruck bringen.

Food-Trends: Von authentisch bis snack-orientiert

Der Forecast benennt verschiedene Entwicklungen in der Küche, die 2026 an Relevanz gewinnen. Dazu zählt das Revival der Holzkohle als Zutat und Kochmethode. Insbesondere die nahezu rauch- und geruchsarme japanische Binchotan-Holzkohle soll vermehrt zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Gerichten wie gebratenem Blumenkohl-Satay mit Zitronencreme.

Ein weiterer Trend ist die wachsende Vielfalt internationaler Pancake-Varianten wie marokkanische Msemen, koreanische Hotteok oder vietnamesische Bánh Xèo, die als flexible Basis für neue Aromenkombinationen dienen.

Im Bereich der Esskultur steht die Heritage und Third-Culture Cuisine im Fokus. Dieser Küchenstil zeichnet sich durch die Zusammenführung verschiedener kultureller Einflüsse in einem Gericht aus, wobei authentische Aromen und die multikulturelle Herkunft der Köche im Mittelpunkt stehen. Als Beispiel wird ein rustikales Wildschwein-Gulyás im Kimpton BEM Budapest genannt, das traditionelle ungarische Küche mit modernen, internationalen Zubereitungstechniken verbindet.

Eine Entwicklung weg vom klassischen Hauptgericht wird mit den sogenannten Snacky Suppers erwartet. Diese lösen den „Girl Dinner“-Trend ab, indem Gäste verstärkt kleinere, abwechslungsreiche Häppchen bevorzugen. Dies führt zu einer Veränderung der Snacking-Kultur, wobei Dips, die an beliebte Vorspeisen wie Gumbo oder Cacio e Pepe erinnern, in mundgerechter Form angeboten werden. Chef José Carlos García, Executive Chef im Kimpton Los Monteros Marbella, kommentiert die Rückbesinnung auf Authentizität: „Die Trends, die wir 2026 sehen, bringen uns zurück zu echter Authentizität und zeigen, wie vielfältig Geschmack werden kann, wenn unterschiedliche Techniken und Kulturen zusammenkommen.“

Zudem gewinnen Texturen wie knusprig, cremig oder schaumig klar an Bedeutung. Sie sollen in Küchen und Bars gezielt eingesetzt werden, um spannende Kontraste zu erzeugen und jedes Erlebnis multisensorisch zu gestalten.

Beverage-Trends: Neue Süße und Hightech-Kreationen

Die Getränkewelt wird 2026 durch mehrere Impulse geprägt. Im Segment der Milchalternativen könnte die Bananenmilch aufgrund ihrer natürlichen Süße und cremigen Textur zur Konkurrenz für Hafermilch werden.

Die Kaffeeszene fokussiert sich auf Spezialitätenbohnen, ausgeprägte Terroir-Noten, klimaresiliente Sorten, co-fermentierte Varietäten und saisonale Blends. Sorten wie Colombian Gesha, Ethiopian Hambela und Papua New Guinea Volcanic Robusta gewinnen an Popularität.

Bei Aperitifs soll der Garibaldi den Aperol Spritz als neuen Favoriten ablösen. Der Drink mit niedrigem Alkoholgehalt, bestehend aus Campari und Orangensaft, wird auf den Getränkekarten in Varianten mit unterschiedlichen Zitrusnoten auftauchen.

Suche nach natürlicher Süße

Ein allgemeiner Trend ist die Suche nach natürlicher Süße. Botanicals ersetzen Zucker, wobei Früchte und pflanzliche Komponenten wie Rose, Holunderblüte oder Kirsche für feine, natürliche Süße und Aroma sorgen. Ein Beispiel hierfür ist eine Garibaldi-Interpretation mit warmem, „fat-washed“ Kokosöl und angeflammter Chili-Orange, die ohne zusätzlichen Zucker auskommt.

Die visuelle Präsentation gewinnt durch Layered Drinks an Bedeutung, bei denen einzelne Geschmacksschichten optisch und geschmacklich klar abgesetzt und erlebbar werden.

Die „Garden to Glass“-Bewegung entwickelt sich weiter, indem herbale und erdige Aromen von Pflanzen wie Aloe, Chayote, Eukalyptus und Pepperberry in Cocktails Einzug halten, um saisonale und lokal bezogene Zutaten in Szene zu setzen.

In Bars halten zudem Cocktails mit Hightech-Faktor Einzug. Bartender nutzen technologische Prozesse wie Switching oder Sous-Pression, um Aromen zu verändern oder freizusetzen, was sich in Kreationen wie dem The Clarified Basil Highball mit Molekularküche-Elementen zeigt. Hayleigh Mull, F&B Manager im Kimpton Blythswood Square, fasst zusammen: „Wir arbeiten vermehrt mit eher ungewöhnlichen, pflanzlichen Aromen wie Aloe oder Eukalyptus und setzen auf neue Infusionen, die ganz ohne Zuckerrohr auskommen.“

Im Weinbereich gewinnen Weine aus dem Asia-Pacific-Raum an Aufmerksamkeit. Gleichzeitig kehrt der Bordeaux auf die Getränkekarten zurück. Außerdem erfreuen sich spanische Weincocktails wie Kalimotxo, Tinto de Verano und Rebujito weltweit wachsender Beliebtheit.


 

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