Klaus Erfort kritisiert Essensauswahl bei royalem Besuch

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Jetzt wagen sich die Köche aus der Deckung: 3-Sterne-Koch Klaus Erfort aus Saarbrücken hat die Landesregierung dafür gescholten, dass beim aktuellen Besuch des Niederländischen Königspaars aus Budget-Gründen von einem Caterer gekocht wurde.

Auf der Plattform SOL.de ärgerte sich Erfort über das „beschämende" Vorgehen der Staatskanzlei. „Ich wurde nicht gefragt, ob ich kochen darf", sagt er zu SOL.DE. „Die saarländische Regierung wirbt zwar mit uns Sterneköchen, bei solchen speziellen Ereignissen sind wir dann aber plötzlich außen vor. Erfort gab an dass er sich gerne mit seien 3-Sterne-Kollegen Christian Bau zusammengetan und zum gleichen Einkaufspreis wie der Caterer aufgetischt hätte.

Laut Saarbrücker Zeitung gab es zwei Menüs. Bi dem ersten wurde als Vorspeise Feldsalat an Rinder-Tafelspitz, Jakobsmuscheln mit Boudin und grünem Apfel, Lachstatar auf Kartoffelchip mit Zitronenschmand aufgetischt. Als Hauptgang: Kalbsrücken vom saarländischen Black-Angus auf Bohnenmelange, hausgemachte Kartoffel-Gnocchi und Madeirajus. Als Dessert: Trifle mit Waldbeeren und Bourbon-Vanillesoße, Tarte aus Fromage  blanc mit Pistazien-Espuma, hausgemachtes Pflaumenmus mit beschwipsten Mirabellen.

Als vegetarisches Menü stand Folgendes zur Wahl: als Vorspeise Feldsalat mit Pastinaken-Panna Cotta, Fenchelpesto und Parmesanchip, Wildkräuter-Wrap mit Ziegenfrischkäse und Mangold. Als Hauptgang: Duett von gebratenem Kräutersaitling und glasierter Teriyaki-Aubergine mit hausgemachten Kartoffel-Gnocchi. Das Dessert bleibt gleich. Der Weißwein kam vom saarländischen Winzer Schmitt-Weber, Rotwein von der Rhône, von E. Guigal.

Gekocht wurde vom Kirkeler Unternehmen Grunder Gourmet Party- und Event-Catering.

Erst jüngst hatte Christian Bau mit einem Interview für Aufregungen gesorgt, bei dem es ebenso um den Stellenwert des Essens in Politik geht. Im Interview mit der Süddeutschen sprach Bau zunächst über das Verdienstkreuz und sein „komisches Gefühl“ bei der Auszeichnung. Von Politikern erwarte er nichts, da diese nur Verachtung für Sternerestaurants übrighätten, sagte der Koch, bei dem Tim Mälzer zum Dieter Bohlen der Köche wird.

Auf die Frage, in dem lesenswerten Interview, woran es liegt, dass Hunderte Schriftsteller, Musiker, Maler und Schauspieler mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet worden seien aber kaum Spitzenköche, antwortet Bau: „Ehrlich? Die Politik verachtet uns.“ Für Politiker seinen Sterneköche die Dekadenten mit dem Hummer, dem Kaviar, den Trüffeln. Das würden die Politiker meiden, wie der Teufel das Weihwasser.


 

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