Kochen über offenem Feuer: JRE Genusslabor 2.0 feiert Handwerk und Natürlichkeit

| Gastronomie Gastronomie

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland (JRE) veranstalteten am 5. und 6. Oktober das dritte JRE Genusslabor 2.0. Gastgeber Simon Schlachter („PAVO“ im Boutique-Hotel Blaue Burg Falkenstein, Pfronten) stellte die alpine Natur des Falkensteins im Allgäu als Kulisse für das zweitägige Event zur Verfügung. Im Zentrum stand die kulinarische Herausforderung für vier Zweier-Teams: die Zubereitung eines Vier-Gänge-Menüs auf 1250 Metern Höhe, ausschließlich unter freiem Himmel und nur auf offenem Feuer.

Zusammenarbeit, regionale Produkte und die Genussroute

Die Teams setzten sich aus JRE Köchinnen und Köchen sowie bekannten Persönlichkeiten aus der Food-Szene zusammen. So kochten etwa Benjamin Unger („Blauer Engel“) mit Axel Schmitt (Content Creator/„Brotsommelier“) und Vitus Winkler („Kräuterreich by Vitus Winkler“, AT) mit „The Taste“-Gewinnerin Katja Baum. Ebenfalls dabei waren Daniel Fehrenbacher („Adler“) mit Podcasterin Hanna Reder und Eveline Wild („Der WILDe EDER“, AT) mit Videoproduzent David Seitz.

Die Teams wurden mit einer „Genussroute“ durch das Allgäu auf das Kochen vorbereitet. Dabei sammelten sie unter Anleitung eines Pilzexperten Pilze, Kräuter und Beeren. Des Weiteren besuchten sie Produzenten wie Käse-Affineur Tobias Endras von „jamei Laibspeis‘“ in Kempten, um sich über handwerkliche Prozesse zu informieren. Zusätzlich wählten die Teams je eine Lieblingszutat aus, die von JRE-Mitgliedern mitgebracht wurden (z. B. Vogelbeeren, Evelina-Äpfel, Wildhase, Vorderwürze vom Bierbrauen). Ergänzt wurden die selbst gesammelten und regional bezogenen Produkte durch frische Waren von JRE-Partnern, darunter Kaviar von AKI, Gemüse und Salat von R express, Manufakturprodukte von freakstotable und Geschirr von ASA Selection.

Fokus auf das offene Feuer: Handwerk als Herausforderung

Die Zubereitung der Gänge fand am zweiten Tag direkt auf der Terrasse der Blauen Burg an offenen Feuerstellen statt. Das Kochen über dem offenen Feuer verlangte den Köchen Organisation, Timing und echtes Handwerk ab. Die Tafelgäste konnten den Teams während des fünfstündigen Kochens zusehen.

Die österreichische Köchin Eveline Wild resümierte die Erfahrung: „So zu kochen, ganz reduziert auf das Wesentliche, hat etwas mit mir gemacht. Man bekommt ein neues Bewusstsein dafür, was wir im Alltag alles haben – und wie wertvoll jedes einzelne Produkt ist.“

JRE-Präsident Oliver Röder fasste den Spirit zusammen: „Diese kreative Spontanität und dieses Miteinander – genau das ist JRE. Wir alle bringen unsere Geschichte, unsere Ideen und unseren Spaß am Handwerk mit ein. Das Genusslabor 2.0 zeigt, wie nahbar und frei Spitzenküche sein kann.“

Das Vier-Gänge-Menü am offenen Feuer

Das präsentierte Menü legte den Fokus auf die Verbindung von Handwerk und den gesammelten bzw. regionalen Zutaten.

  • Gang I: „Zweierlei” – Team Defender: Eine Kreation aus Hokkaido-Kürbis, Lamm, Sauerteig und Vogelbeere, präsentiert in zwei Interpretationen, wovon die erste den auf offenem Feuer gegarten Kürbis hervorhob.

  • Gang II: „Hasennuss” – Team AKI: Ein dreiteiliger Gang, der sich dem Thema Wildhase widmete. Neben geröstetem Topinambur und Kaviar enthielt er gezupften Wildhasen vom Schlögel mit gebratenem Salatherz und eine Teigtasche mit Wildhase, Brennnessel-Pesto und mildem Ziegenkäse.

  • Gang III: „Evelina Apfel” – Team R express: Im Mittelpunkt stand der Evelina-Apfel, verarbeitet zu Apfelbutter und als frische Note. Dazu serviert wurden ein cremiges Sellerie-Püree (langsam in der Glut gegart), geschmorte Lammbäckchen und kurz gebratene Lammhüfte. Eine in der Glut geschmorte Zwiebel setzte einen zusätzlichen Akzent.

  • Gang IV: „Topfen-Palatschinken” – Team ASA Selection: Ein Dessert aus Topfen-Palatschinken mit Malzbirnen (in reduzierter Vorderwürze gezogen), karamellisierten Walnüssen und Vanillesauce. Die Beherrschung der Temperatur des offenen Feuers für den Palatschinkenteig wurde als größte Herausforderung genannt.

Nach der Challenge kreierten JRE-Präsident Oliver Röder, Vize-Präsident Andreas Widmann und Genusslabor-Patron Tobias Bätz spontan zwei Zwischengänge aus übrig gebliebenen Zutaten.

Tobias Bätz, der das Genusslabor als „Power-Ladesäule für neue Ideen“ bezeichnete, betonte abschließend: „Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Begeisterung, um echtes Handwerk und um den Mut, Neues zu wagen.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

ALEX will im Sommer 2028 ein neues Restaurant im Westfield Ruhr Park in Bochum eröffnen. Für den Standort in den geplanten „Wald Terrassen“ sind rund 330 Sitzplätze sowie eine Investition von etwa zwei Millionen Euro vorgesehen.

Am Leipziger Hauptbahnhof eröffnet mit Robyn’s das erste deutsche Robotik-Restaurant. Zwei Roboter bereiten Speisen und Getränke zu, ein Mitarbeiter bestückt die Zutatenmagazine und unterstützt die Gäste.

Im Mai 2027 feiert Starbucks 25 Jahre auf dem deutschen Markt. Zum Internationalen Tag des Kaffees am 1. Oktober blickt das Unternehmen bereits jetzt auf die Entwicklung seiner Kaffeehäuser und die Anpassung an deutsche Vorlieben zurück.

Der Steigenberger Icon Frankfurter Hof eröffnet das neue Gastronomie-Ensemble „Français Jour · Soir“. Tagsüber setzt das Konzept auf französische Bistro-Kultur, abends stehen private Veranstaltungen und Dinner im Mittelpunkt.

Mit Smashed Croissants, Abnehmspritzen und Snacks auf die Hand verändert sich unser Essverhalten. Was hinter dem Snacking-Boom steckt, erklärt die Food-Spezialistin und Trendforscherin Karin Tischer.

Wer über Lieferplattformen bestellt, zahlt nicht nur fürs Essen: Je nach Modell kassieren Lieferdienste 13 bis 30 Prozent Provision. Gleichzeitig behalten sie den direkten Zugang zu den Kundendaten. Für viele Gastronomen wird das zum teuren Geschäft – DEHOGA warnt: Bei solchen Margen können sich nur wenige Restaurants die Zusammenarbeit leisten.

Der erste Restaurant Impact Report von OpenTable untersucht die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Restaurants in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Ausgaben rund um Restaurantbesuche, Beschäftigung, Gemeinschaft und das Verhältnis zwischen Gästen und Betrieben.

Zwei-Sterne-Koch Paul Stradner plant im ersten Quartal 2027 sein erstes eigenes Restaurant im 1839 Malerhaus in Achern. Julian Schmid soll die Küche vor Ort gemeinsam mit ihm verantworten; seine Tätigkeit in der Villa René Lalique setzt Stradner fort.

Cornelia Poletto hat auf dem Euref-Campus Düsseldorf ihre neue Kochschule und Eventfläche im Rahmen des Food-Festivals Chefs in Town mit einer italienischen Küchenparty eröffnet. Unterstützung gab es dabei von Nelson Müller und Ludwig Maurer.

Teaser: McDonald’s plant bis 2036 rund 8,5 Milliarden Dollar Unterstützung für Franchisenehmer. Der Konzern prüft proteinreichere Gerichte und will Küchen, Technik und Restaurantgestaltung verändern.