Lieferando Report 2025: So hat Deutschland im vergangenen Jahr bestellt

| Gastronomie Gastronomie

Lieferando hat seinen Jahresbericht für 2025 vorgelegt. Die Daten Analyse zeigt deutliche Verschiebungen bei den Konsumentenpräferenzen. Während Klassiker wie Cheeseburger und Pizza Margherita weiterhin die Rangliste der meistbestellten Gerichte anführen, gewinnen internationale Trends und Waren jenseits des klassischen Food-Bereichs massiv an Bedeutung.

Kulinarische Trends: Koreanischer Hype und Renaissance der Currywurst

Besonders auffällig ist das Wachstum der koreanischen Küche. Die Bestellzahlen in diesem Segment haben sich mit einem Plus von 194 Prozent im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Auch die spanische Küche (plus 130 Prozent) und die portugiesische Küche (plus 100 Prozent) legten signifikant zu.

Im Bereich der deutschen Küche stach ein spezifisches Gericht hervor: Die Bestellung von Currywurst mit Pommes stieg um 121 Prozent an. Bei den Burger-Variationen etablierte sich der Smash-Burger als Wachstumstreiber mit einem Plus von 270 Prozent, was Experten auf die starke Präsenz des Gerichts in sozialen Medien zurückführen. Weitere Trends wie Hot Honey Produkte (bis zu 420 Prozent Plus) oder Matcha-Getränke (plus 60 Prozent) spiegeln ebenfalls virale Food-Trends wider.

Rekordwerte und Nutzerverhalten in der Bundeshauptstadt

Berlin sticht im diesjährigen Report durch extreme Spitzenwerte hervor. Ein einzelner Account aus der Hauptstadt tätigte im Jahr 2025 insgesamt 3658 Bestellungen, was einem Durchschnitt von rund zehn Bestellungen pro Tag entspricht. Der deutschlandweite Peak des Bestellaufkommens wurde am 2. Februar erreicht.

Auch bei den Bestellwerten gab es neue Höchstmarken. Die teuerste Food-Bestellung wurde in Bochum mit einem Gesamtwert von 2591,25 Euro aufgegeben. Im Non-Food-Bereich führte ein Warenkorb bei MediaMarkt in Berlin mit 1580,27 Euro die Liste an.

Expansion in das Non-Food-Segment und Express-Lieferungen

Lieferando hat sich 2025 verstärkt als On-Demand-Lieferdienst für Alltagsgegenstände positioniert. Die Auswertung der Supermarkt-Bestellungen zeigt regionale Unterschiede: In München ist Lagerbier das am zweithäufigsten bestellte Produkt nach Bananen. In Hamburg belegt Pils den dritten Platz hinter Bananen und Gurken. Apotheken-Produkte wie Nasenspray und Schmerzmittel gehören bundesweit zu den Top-Artikeln. Bei Elektronikartikeln waren Filme für Sofortbildkameras besonders gefragt.

Im Bereich der Express-Lieferungen sind Blumen das am häufigsten gewählte Produkt für spontane Anlässe. Eine Altersgruppen-Analyse zeigt zudem, dass die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen vermehrt Erotikartikel und Kondome per Kurier anfordert, während bei den 30- bis 39-Jährigen Windeln eine größere Rolle spielen.

Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz und soziale Faktoren

Eine in Zusammenarbeit mit Civey durchgeführte Umfrage unter 2500 Personen gibt Einblick in die Zukunft der Branche. Rund 20 Prozent der Befragten zeigen Interesse an KI-basierten Empfehlungssystemen. Besonders offen für diese Technologie ist die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen sowie Haushalte mit Kindern.

Dennoch bleibt der soziale Faktor entscheidend: 30 Prozent der regelmäßigen Besteller verlassen sich primär auf Empfehlungen von Freunden oder Familie. Online-Bewertungen sind vor allem für die jüngere Zielgruppe der 18- bis 29-Jährigen das wichtigste Entscheidungskriterium.

Ein weiterer Aspekt des Berichts betrifft die emotionale Komponente des Konsums. Jede fünfte Person zwischen 18 und 39 Jahren gab an, bereits aus Liebeskummer Essen bestellt zu haben. Nächtliche Bestellungen sind zudem besonders bei Studierenden verbreitet, wobei fast 40 Prozent diese Option nutzen, um Lernphasen oder Freizeitaktivitäten kulinarisch zu begleiten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Gordon Ramsay hat die Servicegebühr in seinem Londoner Restaurant Lucky Cat für saisonale Menüs auf 20 Prozent erhöht. Medienberichte und Stimmen aus der Branche verweisen auf eine breitere Debatte über Trinkgeld, Löhne und Preisgestaltung in der Gastronomie.

Ein Dönerfirma-Chef sah sich in einem David-gegen-Goliath-Streit schon als Sieger, doch nun kommt es doch zum Schulterschluss mit dem Fast-Food-Riesen KFC. Ein bekannter Schauspieler wirkte daran mit.

Das internationale Festival Pizza Village feiert Ende Mai 2026 seine Deutschlandpremiere im Berliner Napoleon Komplex. Zehn Pizzerien aus Italien präsentieren dort neapolitanische Pizzakultur und Handwerk bei freiem Eintritt.

Das Boutiquehotel Sonne Küsnacht-Zürich eröffnet am 10. Juni 2026 das neue Restaurant Pavillon. Das Restaurant entstand nach Angaben des Hotels aus der früheren „Sonnengalerie“, die gemeinsam mit Küchel Architects neu gestaltet wurde.

Pressemitteilung

Viele Gastronomiebetriebe nutzen Spülmaschinen im Standardprogramm – oft mit unnötig hohem Energie- und Wasserverbrauch. EcoPilot von Winterhalter setzt auf KI, erkennt Stoßzeiten und passt Programme automatisch an. So sinkt der Energieverbrauch um bis zu 17 %, CO₂ wird reduziert und Ressourcen geschont – ohne Einbußen bei Hygiene oder Spülergebnis.

L’Osteria eröffnet im Sommer das erste Restaurant in Dänemark und setzt damit die internationale Wachstumsstrategie fort. In Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner plant das Unternehmen mittelfristig den Aufbau von bis zu 15 Standorten.

Am Flughafen Düsseldorf sind neue Gastronomie- und Einzelhandelskonzepte gestartet. Betreiber Lagardère Travel Retail Deutschland baut damit sein Angebot am Standort weiter aus.

In Stockholm wird ein Café-Konzept erprobt, bei dem die Künstliche Intelligenz Mona die operative Leitung übernimmt. Medienberichte deuten auf eine signifikante Reduzierung des Personaleinsatzes hin, zeigen jedoch auch technische Grenzen bei individuellen Kundenwünschen auf.

Das Berliner Restaurant Nobelhart & Schmutzig hat seine Regeln zur Smartphone-Nutzung im Gastraum erläutert. Hintergrund ist die Stornierung eines Gastes, der die Praxis kritisierte. Parallel haben sich mehrere Betriebe der Spitzengastronomie zu ähnlichen Fragen geäußert. Die Fotoregeln des Restaurants werden seit Jahren diskutiert.

VistaPrint und Cornelia Poletto haben fünf Finalisten für die Auszeichnung zum Lokalhelden 2026 nominiert. Bis zum 10. Mai kann die Öffentlichkeit über den Gewinner eines Preisgeldes von 20.000 Euro abstimmen.