McDonald's schließt CosMc's-Kette nach nur zwei Jahren

| Gastronomie Gastronomie

McDonald’s hat bekanntgegeben, seine Getränkekette CosMc’s noch im Juni vollständig zu schließen. Die Entscheidung betrifft alle fünf bestehenden Filialen in den USA – eine in Illinois und vier in Texas – sowie die Einstellung der dazugehörigen App und des Treueprogramms. Die Schließung erfolgt nur zwei Jahre nach dem Start des Konzepts.

CosMc’s wurde Ende 2023 ins Leben gerufen, um im boomenden Markt für Spezialgetränke mitzuspielen und mit Anbietern wie Starbucks, Dunkin' Donuts, Dutch Bros. und Swig zu konkurrieren – besonders in der bei der Generation Z beliebten Nische. Das Konzept kombinierte McDonald's-Elemente mit einem eigenständigen Markenauftritt und setzte auf ein kleines Ladenformat mit Fokus auf individuell anpassbare Getränke wie Churro Frappe und Iced Vanilla Matcha Latte sowie Snacks wie Pretzel Bites, McPops und Spicy Queso Sandwiches.

„Was mit der Überzeugung begann, dass McDonald’s im rasant wachsenden Getränkemarkt gute Chancen habe, entwickelte sich schnell zu einem Konzept mit mehreren Standorten im Kleinformat und starkem Fokus auf Getränke“, erklärte das Unternehmen. CosMc’s habe als Testfeld für neue Geschmacksrichtungen, Technologien und Prozesse gedient, ohne das traditionelle McDonald's-Erlebnis zu beeinträchtigen.

Trotz dieser Lerngewinne blieb die Resonanz der Kundschaft hinter den Erwartungen zurück. Analysten sehen insbesondere die derzeit angespannte wirtschaftliche Lage und den Rückgang der Konsumbereitschaft in den USA als einen wichtigen Hintergrundfaktor. McDonald's meldete im ersten Quartal 2025 einen Umsatzrückgang von 3,6 Prozent und verzeichnete zunehmend Zurückhaltung auch bei Kunden mit mittlerem Einkommen.

„Die Menschen sind einfach zurückhaltender geworden und schränken ihre Besuche stärker ein“, sagte CEO Chris Kempczinski gegenüber Investoren. Vor diesem Hintergrund will sich McDonald’s künftig wieder stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Komplett aufgeben will das Unternehmen das Projekt jedoch nicht. Laut Kempczinski sollen einige der getesteten CosMc’s-Getränke künftig in „Hunderten von McDonald’s-Restaurants“ verfügbar sein – in enger Abstimmung mit Franchise-Partnern. Welche Produkte genau übernommen werden, blieb zunächst offen.

Mit der Schließung von CosMc’s zeigt McDonald’s, dass auch große Marken mutige Projekte stoppen, wenn sie sich nicht als wirtschaftlich tragfähig erweisen. Zugleich verdeutlicht das Vorgehen den Anspruch, trotz Rückschlägen an Innovationen festzuhalten – nur eben stärker in bestehende Strukturen eingebettet.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Noma in Kopenhagen gilt als eines der besten Restaurants der Welt. Doch Ex-Mitarbeiter werfen Chefkoch Redzepi laut «New York Times» Gewalt und Demütigungen vor. Jetzt zieht der Däne Konsequenzen.

Eine Woche vor der offiziellen Vorstellung der vollständigen Restaurantselektion 2026, hat der Guide Michelin die diesjährigen Preisträger des Bib Gourmand für Österreich bekannt gegeben. Wie die Organisation mitteilt, erhalten in diesem Jahr 26 Restaurants die Auszeichnung neu.

Kurz vor der Veröffentlichung des Guide Michelin Frankreich 2026 sorgen prominente Abwertungen für Aufsehen: Das Pariser Traditionsrestaurant L’Ambroisie verliert nach Jahrzehnten seinen dritten Stern, während auch renommierte Häuser in der Provinz Federn lassen müssen.

Sternekoch Heston Blumenthal kündigt die Schließung seines Zwei-Sterne-Restaurants Dinner by Heston für Januar 2027 an. Neben auslaufenden Pachtverträgen führt der Gastronom steigende Warenkosten und gesundheitliche Gründe für diesen Schritt an.

Feinkost Käfer übernimmt nach einer europaweiten Ausschreibung das Catering in den Lounges des BER und festigt damit seine Präsenz am Berliner Markt sowie im Segment der gehobenen Flughafengastronomie.

Billy Wagner analysiert die strukturelle Ausbeutung in der Sternegastronomie und fordert nach den Noma-Enthüllungen eine ehrliche Debatte über Preise und Arbeitsbedingungen. Der Inhaber des Berliner Sternerestaurants Nobelhart & Schmutzig thematisiert damit ein tief verwurzeltes Systemproblem der gesamten Branche.

Mit 20 Mikrowellen statt einer Kochbrigade: Das Startup Juit eröffnet in Berlin-Mitte einen Pop-up-Store für tiefgekühlte Fertiggerichte. Kunden können ihre Mahlzeit in acht Minuten vor Ort selbst erwärmen oder für den späteren Verzehr mit nach Hause nehmen.

Gastronom Josef Laggner rettet das insolvente „Kuchel Eck“ in Berlin-Wilmersdorf. Die traditionsreiche Eckkneipe am Ludwigkirchplatz bleibt unter ihrem Namen bestehen und wird Teil der Laggner Gruppe.

Die US-Gastronomie steht vor einer Bereinigungswelle. Laut aktuellen Branchenberichten droht fast jedem zehnten Bedienrestaurant das Aus, da massive Kostensteigerungen und Umsatzrückgänge die Rentabilität behindern.

Das dänische Restaurant Noma und dessen Inhaber René Redzepi stehen im Zentrum massiver Kritik durch ehemalige Angestellte. Die New York Times berichtet über eine Arbeitskultur der Angst und Gewalt. Inszwischen hat sich Inhaber René Redzepi zu den Vorwürfen geäußert.