Millionenpleite in der Wiener Gastronomie

| Gastronomie Gastronomie

Erst im September letzten Jahres hat in der Wiener Innenstadt das Nobelrestaurant Aï  unter großem Medieninteresse eröffnet. Jetzt ist der 600-Quadratmeter-Laden pleite und hat in der kurzen Zeit einen Schuldenberg von vier Millionen Euro angehäuft. 4,7 Millionen Euro hatte die „Kamp Hospitality Investments Holding“ in den Ausbau ihres ersten (und bislang letzten) europäischen Restaurant gesteckt. Von der Pleite sind 61 Mitarbeiter und 120 Gläubiger betroffen, schreiben die Gäubigerschutzverbände AKV und Creditreform.

Erst im Januar hängte Chefkoch Sören Herzig die Schürze an den Nagel. Herzig war der Wiener Kulinarikszene als vormaliger Chefkoch Juan Amadors bekannt. Auch Restaurantleiter und Sommelier Patrick Hopf sowie Geschäftsführer Mark Khalifé verließen den Edel-Asiaten nach kurzer Dienstzeit. 

Schuld an dem Millionendebakel soll dann ein Umsatzrückgang im Januar gewesen sein sowie schlechte Kritiken und ein fehlendes Marketing, berichtet der Kurier. Das Unternehmen werde nicht fortgeführt, schreibt die Zeitung.

Hinter dem gastronomischen Mega-Projekt steht die „Kamp Hospitality Investments Holding“ mit Sitz in Beirut und auf Zypern: Die Holding betreibt über 40 Restaurants auf der ganzen Welt mit unterschiedlichen kulinarischen Konzepten. Zur Eröffnung im letzten Jahr sagte der libanesische CEO Henry Farah, „Wären wir in München, Hamburg oder Berlin mit der Immobiliensuche schneller gewesen, dann wäre es Wien nicht geworden. Jetzt wollen wir mit dem japanischen Konzept von hier aus in weitere europäische Länder expandieren.“ Von einem Siegeszug in ganz Europa sprachen einige Medien. Daraus ist bislang nichts geworden.  
 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Frittenwerk hat sein 50. Restaurant in Deutschland eröffnet. Der neue Standort im Halle Leipzig The Style Outlets bietet rund 80 Sitzplätze und schafft etwa 20 Arbeitsplätze.

Der Michelin Guide ist erstmals in Neuseeland vertreten und markiert damit den offiziellen Start der Publikation in Ozeanien. Im Zuge der Premiere zeichneten die Inspektoren insgesamt 110 Restaurants in den vier Regionen Auckland, Wellington, Christchurch und Queenstown aus.

Das Regensburger Restaurant Storstad stellt seine kulinarische Führung neu auf. Mit Simone Kubitzek und Hella Eggers übernimmt eine Doppelspitze das Kommando in der Küche.

Ein Forschungsteam der Stanford University hat ein KI-Modell entwickelt, das Burger nach Geschmack, Nachhaltigkeit und Nährwert optimiert. Im Blindtest schnitten einzelne KI-Burger ähnlich gut oder besser ab als ein Big Mac. Ein öffentlich zugängliches Online-Werkzeug steht nun zur Verfügung, das personalisierte Burger-Rezepte erstellen kann.

Die Getränkebestellungen in der Gastronomie verändern sich. Während Kaffee und Bier ihre Spitzenpositionen behaupten, gewinnen Matcha, neue Spritz-Varianten und Premium-Getränke nach einer Auswertung von orderbird an Bedeutung.

Die britische Restaurantkette Loungers erwägt den Schritt auf den deutschen Markt. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben für die zweite Jahreshälfte 2026 die Suche nach einem ersten Standort.

Die Wirtschaftskammer Wien hat die Preisträger der diesjährigen Branchenpreise Goldener Schani und Goldene Jetti bekannt gegeben. Mit diesen Auszeichnungen werden Betriebe gewürdigt, die durch ihre Außenbereiche oder Freizeitkonzepte zur Attraktivität der Stadt beitragen.

Nach einem juristischen Krimi läuft nun der Oktoberfest-Aufbau. Wie auf Münchens größter Baustelle die Wiesn-Mini-Stadt wird – und was München-Besucher wissen müssen.

Internationale WM-Gäste sorgen in nordamerikanischen Restaurants für Debatten über Trinkgeldregeln. Viele Betriebe reagieren mit automatischen Servicegebühren auf ausbleibende Zahlungen.

Die Gastronomie-Marke Kneipe 80 plant eine Tournee durch Deutschland und Österreich. Dabei ergänzen neue Standorte und diverse Gastspiele bei Großveranstaltungen das bisherige Portfolio des Konzeptgebers Marc Uebelherr.