Millionenstreit um Roms berühmtes „Caffè Greco“

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Das älteste Kaffeehaus von Rom, das «Caffè Greco», steht seit bald einem Jahr leer - jetzt muss auch noch der ehemalige Betreiber vor Gericht. Dem früheren Geschäftsführer Carlo Pellegrini soll der Prozess gemacht werden, weil er vor der Zwangsräumung antike Möbel und Kunst in Millionenwert ohne Erlaubnis beiseite bringen ließ. Aktuell steht nicht fest, ob das einst viel besuchte Café jemals wieder öffnen wird.

Das «Greco» liegt in unmittelbarer Nähe der Spanischen Treppe, einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der italienischen Hauptstadt. Eröffnet wurde es bereits 1760. Auf seiner legendären Italien-Reise war schon Deutschlands Nationaldichter Johann Wolfgang von Goethe dort zu Besuch. Später gehörte italienische Prominenz wie die Schauspielerin Sophia Loren zu den Stammgästen. Zuletzt wurde es vor allem von Touristen frequentiert.

Miete sollte um mehr als das Fünffache steigen

Im Oktober vergangenen Jahres wurde das Café nach jahrelangem Rechtsstreit jedoch zwischen Pellegrini und dem Eigentümer, dem Israelitischen Krankenhaus von Rom, zwangsgeräumt. Seither sind die Türen verschlossen. Die Suche nach neuen Mietern blieb offensichtlich bislang ohne Erfolg. In der Straße, der Via dei Condotti, sind heute vor allem Boutiquen von Luxusmarken angesiedelt. Die Straße gehört zu den teuersten Roms.

Der Mietvertrag zwischen Pellegrini und dem Krankenhaus war bereits 2017 ausgelaufen. Nach Angaben des Betreibers sollte die Monatsmiete von 22.000 auf 120.000 Euro erhöht werden - also um mehr als das Fünffache. Die Eigentümer verwiesen auf den hohen Marktwert der anderen Gebäude in der Nachbarschaft. Pellegrini klagte gegen die Kündigung, verlor aber in allen Instanzen.

Schutz von Kulturerbe oder Diebstahl?

Jetzt wird ihm zur Last gelegt, dass bei der Zwangsräumung die Einrichtung des «Caffè Greco» nahezu komplett verschwunden gewesen sei. Entdeckt wurde sie dann in Lagerhallen. Pellegrinis Anwälte begründen dies nach einem Bericht der Tageszeitung «La Repubblica» damit, dass ihr Mandant wertvolles Kulturerbe schützen wolle. Hingegen vertritt die Staatsanwaltschaft die Ansicht, dass die Gegenstände unter Denkmalschutz stehen und im Café hätten verbleiben müssen. 

Die «Repubblica» bezifferte den Wert der beiseite geschafften Güter am Donnerstag auf acht Millionen Euro. Andere Medien berichten von einer geringeren Summe. Der Prozess soll im Januar beginnen.

Als Symbol der Kaffeehauskultur des 18. Jahrhunderts war das «Caffè Greco» über viele Jahre hinweg ein Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle. Es ist auch eines der ältesten Cafés Italiens - vergleichbar dem «Caffè Florian» in Venedig. Zu den Gästen gehörten einst auch Schriftsteller wie Charles Baudelaire, James Joyce und Filmemacher wie Federico Fellini. (dpa)


 

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