18,99 Euro für eine Zwiebelsuppe? Für einen Facebook-Nutzer war der Preis offenbar ein gutes Beispiel dafür, wie die Mook Group eine nach eigener Darstellung zu günstig angebotene Seezunge durch andere Gerichte quersubventionieren könnte. Das Unternehmen hat nachgerechnet – und kommt zu einem anderen Ergebnis: Nach der eigenen Kalkulation müsste die Soupe à l’oignon im Frankfurter Mon Amie Maxi eigentlich rund 20,70 Euro kosten.
Dass sich die Mook Group ausgerechnet dieses Gericht vorgenommen hat, passt zur Vorgeschichte. Bereits im Mai hatte das Unternehmen seiner Zwiebelsuppe einen eigenen Beitrag gewidmet. Die Soupe à l’oignon gehöre seit dem ersten Tag zu den meistverkauften Gerichten der gesamten Gruppe.
Serviert wird sie mit karamellisierten Zwiebeln, kräftigem Rinderfond und Sauerteig-Croutons unter einer gratinierten Käsehaube aus Gruyère und Cheddar. Mook selbst beschreibt das Ergebnis weniger nüchtern und verspricht beim ersten Löffel einen „gottlosen Cheese-Pull“.
Ein Facebook-Kommentar bringt Mook zum Nachrechnen der Suppe
Auslöser der neuen Rechnung war allerdings nicht die Begeisterung für geschmolzenen Käse, sondern eine Diskussion über Preise. In einem vorherigen Beitrag hatte die Mook Group vorgerechnet, dass sie ihre Seezunge im Mon Amie Maxi nach eigener Kalkulation mindestens 20 Prozent zu günstig anbiete.
Ein Facebook-Nutzer vermutete daraufhin, dass der günstige Preis durch andere Gerichte ausgeglichen werde. Als Beispiel führte er die gratinierte Zwiebelsuppe für 18,99 Euro an. Mook räumt ein, dass eine solche Mischkalkulation in der Gastronomie grundsätzlich normal sei. Trotzdem habe man gemeinsam mit Küchendirektor Frank Möbes einen „Deep Dive“ in die eigene Zwiebelsuppe unternommen.
Rinderfond kostet weniger als die Käsehaube der Zwiebelsuppe
Den Anfang macht der Rinderfond. Für einen Ansatz verwendet die Küche nach Unternehmensangaben rund 25 Kilogramm Rinderknochen, acht Kilogramm Suppenfleisch und weitere 20 Kilogramm Zwiebeln, Karotten, Sellerie, Lauch, Kräuter und Gewürze. Die Mook Group beziffert die Kosten auf rund 180 Euro netto.
Nach rund zehn Stunden Kochzeit blieben etwa 50 Liter Fond. Bei 230 Millilitern pro Portion koste der Fond damit rund 83 Cent netto je Suppe.
Teurer wird es oben auf der Terrine. Für 80 bis 90 Gramm Gruyère kalkuliert Mook durchschnittlich 1,80 Euro, für Cheddar weitere 20 Cent. Damit koste allein die Käsehaube rund zwei Euro und nach Rechnung des Unternehmens mehr als doppelt so viel wie der Rinderfond. Zwiebeln, Butter, Kräuter und Sauerteig-Croutons hinzugerechnet, lande der reine Wareneinsatz bei rund vier Euro netto.













