Neuer Küchenchef im Favorite Parkhotel: Aniello Casalino im Interview

| Gastronomie Gastronomie

Das Favorite Parkhotel in Mainz hat einen neuen Küchenchef im Gourmetrestaurant: Aniello Casalino. Der 31-Jährige kommt aus der renommierten Traube Tonbach in Baiersbronn und stellt Ende August erstmals sein eigenes Menü vor. Im Interview sprach der Koch über seine erste Menükarte, kulinarische Inspirationen und warum für ihn jedes Gericht zugleich Kunstwerk und Erinnerung sein soll.

Erste eigene Karte mit persönlichem Bezug

Casalino will die Gäste gleich zu Beginn mit Gerichten begeistern, die ihn persönlich geprägt haben. „Mit meiner ersten Karte möchte ich mich den Gästen gerne vorstellen“, erklärt der Küchenchef. Zu den Gerichten zählen ein Limettencreme-Risotto mit konfierten Tomaten und Miesmuschelmantelcreme sowie Hummer mit variantenreich zubereitetem Blumenkohl. Weitere Überraschungen kündigte er für die Premiere an.

Teamarbeit im Fokus

Die Gestaltung der Gerichte sieht Casalino nicht als Einzelprojekt, sondern als gemeinschaftliche Leistung. „Alles, was wir in der Küche tun, ist eine Teamaufgabe. Die Brigade und ich gestalten gemeinsam“, betont er. Wichtig sei ihm neben dem Geschmack auch die ästhetische Präsentation. Jedes Gericht sei für ihn ein Gesamtkunstwerk, das sowohl kulinarisch als auch optisch überzeugen müsse. „In erster Linie muss es schmecken – und das zweite, genauso wichtige Ziel ist, dass es gut aussieht.“

Wurzeln in der Familiengastronomie

Sein beruflicher Werdegang ist eng mit seiner Familie verbunden. Casalino wuchs in Ludwigsburg auf, wo seine Großeltern ein klassisches italienisches Restaurant führten. „Meine Mutter hat mit mir auf dem Arm gekocht. Meine Schule war direkt nebenan, ich war meine ganze Kindheit und Jugend immer am Herd mit dabei“, sagt er. Kurze Erfahrungen in der Bankenwelt hätten ihn nicht von seinem eigentlichen Ziel abgebracht: eine Karriere in der Spitzengastronomie.

Stationen in Rom, La Pergola und Traube Tonbach

Seine Ausbildung absolvierte Casalino an der Italian Chef Academy in Rom, anschließend arbeitete er im Drei-Sterne-Restaurant La Pergola von Heinz Beck. Danach führte ihn sein Weg in die Traube Tonbach, die für ihn eine prägende Entwicklungsstation war.

Inspiration durch große Köche

Casalino nennt zwar kein direktes Vorbild, hebt jedoch den italienischen Spitzenkoch Massimo Bottura hervor: „Nicht in erster Linie wegen seiner zahlreichen Sternerestaurants, sondern weil er es schafft, mit seinem Essen Emotionen zu vermitteln.“ Auch für seine eigene Arbeit sei der Gedanke zentral, den Gästen durch Kulinarik bleibende Erinnerungen zu verschaffen.

Das Favorite Parkhotel als kulinarische Adresse

Das Gourmetrestaurant im 4-Sterne-Superior-Hotel im Mainzer Stadtpark gehört seit Jahren zu den ersten kulinarischen Adressen in Rheinland-Pfalz. Bereits 2010 erhielt es erstmals einen Stern im Guide Michelin. Heute wird das familiengeführte Haus von Christian und Anja Barth sowie den Töchtern Julia Barth und Anna Sand geleitet.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Noma in Kopenhagen gilt als eines der besten Restaurants der Welt. Doch Ex-Mitarbeiter werfen Chefkoch Redzepi laut «New York Times» Gewalt und Demütigungen vor. Jetzt zieht der Däne Konsequenzen.

Eine Woche vor der offiziellen Vorstellung der vollständigen Restaurantselektion 2026, hat der Guide Michelin die diesjährigen Preisträger des Bib Gourmand für Österreich bekannt gegeben. Wie die Organisation mitteilt, erhalten in diesem Jahr 26 Restaurants die Auszeichnung neu.

Kurz vor der Veröffentlichung des Guide Michelin Frankreich 2026 sorgen prominente Abwertungen für Aufsehen: Das Pariser Traditionsrestaurant L’Ambroisie verliert nach Jahrzehnten seinen dritten Stern, während auch renommierte Häuser in der Provinz Federn lassen müssen.

Sternekoch Heston Blumenthal kündigt die Schließung seines Zwei-Sterne-Restaurants Dinner by Heston für Januar 2027 an. Neben auslaufenden Pachtverträgen führt der Gastronom steigende Warenkosten und gesundheitliche Gründe für diesen Schritt an.

Feinkost Käfer übernimmt nach einer europaweiten Ausschreibung das Catering in den Lounges des BER und festigt damit seine Präsenz am Berliner Markt sowie im Segment der gehobenen Flughafengastronomie.

Billy Wagner analysiert die strukturelle Ausbeutung in der Sternegastronomie und fordert nach den Noma-Enthüllungen eine ehrliche Debatte über Preise und Arbeitsbedingungen. Der Inhaber des Berliner Sternerestaurants Nobelhart & Schmutzig thematisiert damit ein tief verwurzeltes Systemproblem der gesamten Branche.

Mit 20 Mikrowellen statt einer Kochbrigade: Das Startup Juit eröffnet in Berlin-Mitte einen Pop-up-Store für tiefgekühlte Fertiggerichte. Kunden können ihre Mahlzeit in acht Minuten vor Ort selbst erwärmen oder für den späteren Verzehr mit nach Hause nehmen.

Gastronom Josef Laggner rettet das insolvente „Kuchel Eck“ in Berlin-Wilmersdorf. Die traditionsreiche Eckkneipe am Ludwigkirchplatz bleibt unter ihrem Namen bestehen und wird Teil der Laggner Gruppe.

Die US-Gastronomie steht vor einer Bereinigungswelle. Laut aktuellen Branchenberichten droht fast jedem zehnten Bedienrestaurant das Aus, da massive Kostensteigerungen und Umsatzrückgänge die Rentabilität behindern.

Das dänische Restaurant Noma und dessen Inhaber René Redzepi stehen im Zentrum massiver Kritik durch ehemalige Angestellte. Die New York Times berichtet über eine Arbeitskultur der Angst und Gewalt. Inszwischen hat sich Inhaber René Redzepi zu den Vorwürfen geäußert.