Nobelhart & Schmutzig mit neuer Ausstellung gegen industrielle Tierhaltung

| Gastronomie Gastronomie

Ab dem 13. Mai erwartet Passanten auf der Berliner Friedrichstraße eine für ein Restaurant ungewöhnliche Ausstellung: Im Schaufenster des Nobelhart & Schmutzig wird eine Videoinstallation der Berliner Künstler Stefan Stark und Pujan Shakupa mit Aufnahmen aus ihrem Dokumentarfilm über den Erdhof Seewalde gezeigt. Ganz bewusst wird dabei auch die Schlachtung eines Schweines abgebildet. Mit der Ausstellung richten sich die Initiatoren gegen industrielle Tierhaltung und die Entfremdung vom eigenen Essen.

In der gehobenen Gastronomie ist es längst gang und gebe, dass die Geschichten einzelner Lebensmittel thematisiert werden. Gerade in der Produktküche wird oft Bezug auf die Herkunft und Entstehung der Zutaten genommen. Gerne evozieren die Küchen dabei die Idylle auf den kleinbäuerlichen Höfen; etwa die hervorragenden Lebensbedingungen der Tiere, deren Fleisch serviert wird. Eine derartige Idylle wird auch in der neuen Videoausstellung der Künstler Stefan Stark und Pujan Shakupa im Schaufenster des Speiselokal Nobelhart & Schmutzig abgebildet. Die Aufnahmen stammen aus einem Dokumentarfilm über den Erdhof Seewalde, der über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr gedreht wurde und den Alltag auf dem Hof zeigt.

Ungewöhnlich an der Ausstellung ist, dass auch die Schlachtung eines Schweines abgebildet wird. Damit möchten Künstler und Speiselokal jedoch nicht provozieren, sondern vielmehr zum Nachdenken anregen. Warum gehört es beispielsweise zum Geschäftsmodell von Restaurants, dass zwar Fleisch serviert und über vorbildliche Lebensqualität der Tiere referiert, der Blick auf deren Tod jedoch gänzlich tabuisiert wird?

„Vor dem Steak kommt immer die Schlachtung,” kommentiert Billy Wagner, Wirt des Nobelhart & Schmutzig. „Doch auch wenn Menschen gerne Fleisch essen, ist es ihnen meist lieber, nicht hinzusehen.” Er fügt hinzu:„Dabei sollten Verbraucher und Verbraucherinnen ganz genau hinschauen. Das Abwenden des Blicks nützt schließlich allein der industriellen Lebensmittelproduktion, die sich darauf verlässt, dass niemand es genauer wissen will. Die Aufnahmen vom Erdhof zeigen daher sowohl das Leben als auch das Sterben eines Nutztieres unter wirklich bestmöglichen Bedingungen.”


Zurück

Vielleicht auch interessant

Taco Bell bereitet den Markteintritt in Polen vor. Die Eröffnung des ersten Standortes ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Für die Umsetzung der Expansionspläne kooperiert die Marke mit dem Unternehmen AmRest

Warum professionelle Lebensmittelsicherheit gerade in der Bio-Gastronomie eine zentrale Rolle spielt, erklärt Dennis Gasper. Er ist zertifizierter Experte für Bio-Gourmet-Ernährung und Gesundheitsprävention und leitet seit 2024 die Küche im „Kesslers Walsereck“.

Eine Umfrage im Auftrag von OpenTable zeigt eine hohe Nachfrage nach Außengastronomie im Sommer 2026. Besonders Biergärten, Public Viewing und hundefreundliche Angebote beeinflussen laut den Daten die Restaurantwahl.

Sollen die Wiesn-Zelte wirklich europaweit ausgeschrieben werden? Mit einem entsprechenden Vorstoß sorgt ein Münchner Wirt für Wirbel. Im ersten Anlauf ist er gescheitert. Doch der Streit ist keineswegs beendet. 

Svea Marie Kropp aus dem Hamburger Hotel The Fontenay hat den Rudolf Achenbach Preis 2026 gewonnen. Das Finale des Nachwuchswettbewerbs fand in der Frankfurter Naxoshalle statt.

Die internationale Themenwoche „Türkische Küche“ ist mit einem Auftaktdinner für rund 120 Gäste in Berlin gestartet. Die Veranstalter nutzen die Initiative, um die kulinarische Tradition der Türkei und deren historische Entwicklung vorzustellen.

Die Vereinigung Jeunes Restaurateurs Deutschland feiert ihr 35-jähriges Bestehen. Das Netzwerk setzt neben dem internen Wissensaustausch verstärkt auf politische Präsenz im Deutschen Bundestag und die Förderung von Jugendprojekten.

Zum Mittagessen eine Currywurst mit Pommes und Mayo? Die einen finden das lecker, die anderen ungesund. Einer Statistik zufolge sank Jahr für Jahr das Interesse an diesem Klassiker-Gericht. Bis jetzt.

Ob Fischstäbchen, Rinderroulade oder Linsensuppe: In Zeiten des demografischen Wandels sieht sich der deutsche Tiefkühlkost-Caterer Apetito langfristig auf Wachstumskurs. Der Fachkräftemangel ist Rückenwind für das Tiefkühlgeschäft.

Im Frankfurter Zoo haben die Bauarbeiten für ein neues, barrierefreies Zoorestaurant begonnen, das Ende 2027 eröffnen soll. Das zweigeschossige Gebäude entsteht zentral am Spielplatz und wird auch für externe Veranstaltungen nutzbar sein.