Nobelhart & Schmutzig startet kulinarische Serie „Wir kochen Heimat“

| Gastronomie Gastronomie

Das Berliner Nobelhart & Schmutzig hat eine neue kulinarische Reihe mit dem Titel „Wir kochen Heimat“ initiiert. Das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant, das aktuell Platz 59 der Liste „The World’s 50 Best Restaurants“ belegt, bietet das Format seit Anfang Januar parallel zum regulären Menü an. Die Serie findet jeweils von Dienstag bis Donnerstag statt und widmet sich wechselnden Gerichten, die eine emotionale Verbundenheit und kulinarische Erinnerungen thematisieren.

Fokus auf regionale Erzeugnisse und Kindheitserinnerungen

Unter der Leitung von Micha Schäfer rückt das Team Gerichte in den Mittelpunkt, die auf das Bedürfnis nach Einfachheit und Geborgenheit abzielen. Den Auftakt bildet das Gericht „Heimat #1: Kohlroulade vom Kalb“. Das Rezept basiert auf einer Kindheitserinnerung des Kulinarischen Leiters. Die Roulade wird mit Kalbfleisch vom Erdhof Seewalde gefüllt und mit Salz, Pfeffer, Zwiebeln sowie Kümmel gewürzt. Serviert wird die Speise in blanchiertem Spitzkohl, begleitet von einer Kalbsjus und Kartoffelpüree.

Zum Angebot, das für 55 Euro pro Person erhältlich ist, gehören zudem Roggensauerteigbrot vom Brotwerk sowie hausgemachte Rohmilchbutter. Die Servierzeiten sind auf zwei Sitzungen um 18:00 Uhr und 21:00 Uhr verteilt. Gäste haben die Möglichkeit, das Gericht durch weitere Gänge der regulären Speisenfolge zu ergänzen. Inhaber Billy Wagner bietet dazu neben Weinen auch alkoholfreie regionale Optionen an, darunter einen Apfel-Fichte-Saft oder den neuen Fields Blend „Lemon Thyme“.

Kulinarik als neutraler Zugang zum Heimatbegriff

Mit dem neuen Konzept strebt das Restaurant eine kulturelle Auseinandersetzung mit dem Begriff Heimat an. Das Team möchte den Fokus weg von politisch aufgeladenen Diskussionen hin zu einer kulinarischen Perspektive verschieben. Der Geschmack fungiert hierbei als Träger von Erinnerungen. Das Konzept orientiert sich am Berliner Alltag und der dort herrschenden kulturellen Vielfalt.

Dabei ist vorgesehen, über traditionelle Vorstellungen der deutschen Küche hinauszugehen. Künftig sollen auch Speisen aus anderen kulinarischen Kontexten in die Serie integriert werden. Die Rezepte stammen von Personen, die in Berlin leben und arbeiten, unabhängig von ihrer Herkunft. Während der Schwerpunkt auf Lebensmitteln aus der Region Berlin-Brandenburg liegt, behält sich das Team vor, einzelne Zutaten von außerhalb zu beziehen, da Heimat in diesem Kontext nicht als starres Reinheitsgebot verstanden wird.

Ausblick auf kommende Themen

Die Serie wird fortgesetzt, wobei ab März das Gericht „Heimat #2: Frikassee vom Huhn“ im Mittelpunkt steht. Pate für diese Folge ist der Operative Leiter Aljoscha Füting, wobei das Geflügel vom Hof von Lars Odefey bezogen wird. Laut Schäfer und Wagner stellt die Serie keine finale Lösung für die Diskussion um den Heimatbegriff dar, sondern bietet einen pragmatischen Zugang, um Heimat als Einladung zur Begegnung zu verstehen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Zwei-Sterne-Restaurant Ammolite im Europa-Park hat unter dem neuen Namen „House of Light“ nach einer Modernisierung wiedereröffnet. Küchenchef Peter Hagen-Wiest setzt weiterhin auf eine klassisch europäische Küche mit regionalem Fokus in einem neu gestalteten Ambiente.

Der neue Michelin Guide Frankreich & Monaco 2026 ist vorgestellt worden. Wie der Veranstalter mitteilt, wurde die Auswahl im Grimaldi Forum in Monaco präsentiert. Insgesamt umfasst die aktuelle Ausgabe 668 Sterne-Restaurants, darunter 31 Häuser mit drei Sternen, 84 mit zwei Sternen und 553 mit einem Stern.

Das Restaurant Noma hat einen Bericht zu Arbeitsbedingungen veröffentlicht. Hintergrund sind Vorwürfe gegen Küchenchef René Redzepi sowie eine breitere Debatte über Strukturen in der Spitzengastronomie.

Lieferando hat in Hamburg ihre Awards für das Jahr 2025 verliehen und dabei Infinity Sushi zum bundesweiten Gesamtsieger gekürt. Erstmals erhielten auch Unternehmen aus dem Lebensmittel- und Einzelhandel eigene Auszeichnungen in dem nutzerbasierten Ranking.

Die Caterer im Dehoga fordern für das Jahr 2026 umfassende wirtschaftliche Reformen und warnen vor zusätzlichen Belastungen durch die geplante Tierhaltungskennzeichnung. Neben dem Abbau von Bürokratie setzt sich der Verband für eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten ein.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland feiern im Jahr 2026 ihr 35-jähriges Bestehen und setzen mit dem Jubiläumsmotto „Genuss, der weitergeht“ verstärkt auf Nachwuchsförderung und soziale Projekte.

Jamie Oliver hat ein neues „Jamie’s Italian“ in London eröffnet. Der Standort am Leicester Square markiert laut Medienberichten die Rückkehr der Marke nach der Insolvenz im Jahr 2019.

Katharina Aichhorn aus Baden-Baden gewinnt den Next Chef Award 2026 auf der Internorga in Hamburg. Im Finale setzte sie sich mit einem exakt nachgekochten Gericht gegen internationale Konkurrenz durch.

In der Motorworld Region Stuttgart in Böblingen ist ein neues Restaurant eröffnet worden. Gleichzeitig wurde ein  Hotel am Standort neu ausgerichtet. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, umfasst das Angebot nun das Motorworld Inn Restaurant sowie das Motorworld Inn Hotel, das aus dem bisherigen V8-Classic-Hotel hervorgegangen ist.

Der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) sucht wegweisende Konzepte für das Jahr 2026. Bis Anfang Mai können Unternehmen ihre Bewerbungen für den Branchenpreis einreichen, der im September verliehen wird.