Stadt München sucht kurzfristig neuen Wirt für Oktoberfest-Zelt

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Die Stadt München muss wenige Wochen vor Beginn des Oktoberfests kurzfristig einen neuen Betreiber für die Fläche des kleinen Festzelts Münchner Stubn finden. Hintergrund ist der Rückzug des Münchner Gastronomen Alexander Egger, der nach einem Bericht der Abendzeitung München die Frist zur Unterzeichnung des Vertrags mit der Stadt verstreichen ließ.

Bis Freitag, 3. Juli, 23.59 Uhr hätte der unterschriebene Vertrag bei der Stadtverwaltung eingereicht werden müssen. Dies sei nicht geschehen, habe Wiesn-Stadträtin Anja Berger von den Grünen der Abendzeitung bestätigt. Das 191. Oktoberfest beginnt bereits am 19. September 2026. Damit bleiben der Stadt und einem möglichen Nachfolger weniger als zehn Wochen.

Neuer Betreiber muss Zelt in kurzer Zeit vorbereiten

Die Suche nach einem Ersatz läuft damit unter engem Zeitplan. Für den Betrieb eines Festzelts sind nach Angaben des CSU-Fraktionschefs Manuel Pretzl unter anderem ein Brandschutzkonzept, TÜV-Prüfungen und ein Baubuch erforderlich.

Berger sagte der Abendzeitung: „Wir werden etwas Gutes daraus machen und schnell einen Nachfolger suchen.“ Sie zeigte sich zuversichtlich, dass ein anderer Wirt die frei gewordene Fläche übernehmen und dort ein kleines Zelt errichten könne. Zugleich erklärte sie: „Es wird sportlich, aber in der Branche sind ja alle sehr findig.“

Pretzl verwies dagegen auf die organisatorischen Anforderungen. „Für ein Zelt braucht es ein Brandschutzkonzept, TÜV, Baubuch ... Das ist schon sehr sportlich“, sagte er der Abendzeitung. Er halte dem Bericht zufolge auch für möglich, dass kurzfristig ein Schausteller, etwa mit einem Karussell, die Fläche besetze.

Stadt bereitet schnelle Neuvergabe der freien Fläche vor

Bereits am Dienstag soll sich nach Angaben der Abendzeitung der interfraktionelle Arbeitskreis Oktoberfest mit dem Fall befassen. Auch die Stadt bereite eine kurzfristige Neuvergabe vor.

Der Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause von den Grünen erklärte nach einem weiteren Medienbericht: „Wir werden die freie Fläche zeitnah, vermutlich schon nächste Woche, an einen anderen Bewerber vergeben.“

Auslöser der kurzfristigen Suche ist der Rückzug von Alexander Egger. Der Gastronom und seine Frau Kathrin Wickenhäuser-Egger waren seit 2014 auf dem Oktoberfest vertreten, zunächst mit dem Gastronomiestand „Die Brez’n Kathl“. Seit 2022 betrieben sie die Münchner Stubn mit 440 Plätzen. Für das Oktoberfest 2026 hatten sie erneut einen Zuschlag erhalten.

Klaus Bartl gilt als möglicher Nachrücker für das Festzelt

Als möglicher Nachfolger gilt nach übereinstimmenden Berichten von Abendzeitung und tz der Münchner Gastronom Klaus Bartl. Der 59-Jährige betreibt seit 2015 den Campingplatz Thalkirchen und führt außerdem den Almwirt in Haar, ein Wirtshaus mit Hotel.

Bartl habe sich nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Jahren um einen Zeltplatz auf dem Oktoberfest beworben. Für 2026 habe er im Mai zunächst eine Absage erhalten. Gegenüber der tz sagte er: „Ich bewerbe mich seit mehreren Jahren immer wieder um einen Zeltplatz auf dem Oktoberfest. Für dieses Jahr habe ich mich auch beworben – und ich habe im Mai wegen zu weniger Punkte eine Absage bekommen.“

Eine offizielle Auskunft darüber, ob er nun nachrücke, habe Bartl zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht erhalten. Sollte er den Zuschlag bekommen, könnte er nach Angaben der tz statt der Münchner Stubn seine Hühnerbraterei „Flösserstadl“ aufbauen. „Falls wir auf die Wiesn dürfen, haben wir ein Konzept, und wir sind vorbereitet“, sagte Bartl der Zeitung.

Egger lässt Vertragsfrist nach früheren Vergabestreitigkeiten verstreichen

Zu den Gründen für seinen Rückzug habe sich Egger bislang weder persönlich noch über seinen Anwalt geäußert. Eine Begründung gegenüber der Stadt sei nicht erforderlich.

Die Abendzeitung verweist auf frühere Auseinandersetzungen um die Vergabe von Wiesnzelten. Egger habe sich unter anderem erfolglos um weitere Zelte beworben und gerichtliche Verfahren geführt.

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