Das dänische Spitzenrestaurant Noma nimmt im August seinen permanenten Betrieb in Kopenhagen wieder auf (Tageskarte berichtete), während der ehemalige Küchenchef René Redzepi eine neue Funktion als Kreativ-Direktor übernimmt. Nach Berichten der dänischen Zeitung „Børsen“ behält der wegen seines Verhaltens stark in der Kritik stehende Gastronom zudem seine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen. Die Rückkehr nach Dänemark folgt auf das Ende des Projekts Noma LA in Los Angeles.
Schwere Vorwürfe belasten Küchenchef
Der Wechsel in der Führungsstruktur ist die direkte Folge von Redzepis Rücktritt im März dieses Jahres, nachdem er wegen seines Umgangs mit Mitarbeitern international in die Kritik geraten war. Wie Tageskarte im März 2026 berichtete, hatten ehemalige Mitarbeiter in der „New York Times“ detaillierte Vorwürfe erhoben. Demnach soll der Gastronom zwischen 2009 und 2017 Angestellte geschlagen, mit Küchenutensilien gestochen und gegen Wände geschleudert haben. Ein Koch schilderte zudem eine Demütigung, bei der rund 40 Mitarbeiter einen Kreis bilden mussten, während Redzepi einen Kollegen in die Rippen schlug.
Zudem soll der Küchenchef den Angestellten gedroht haben, seinen Einfluss zu nutzen, um sie weltweit auf Blacklists zu setzen oder deren Familien ausweisen zu lassen. Es war nicht das erste Mal, dass Redzepi wegen seines Verhaltens in der Kritik stand: Bereits im Jahr 2015 hatte er laut dpa öffentlich zugegeben, seine Angestellten gemobbt zu haben. Gegenüber der Zeitung „Berlingske“ bestritt Redzepi nun die schwersten Vorwürfe, räumte jedoch ein, ein Idiot gewesen zu sein sowie gerufen, geschrien und Menschen herumgeschubst zu haben.
Neue Doppelspitze
Bei der Wiedereröffnung am 5. August wird die operative Führung an eine neue Doppelspitze übergeben. Mette Brink Søberg wird Leiterin für Forschung und Entwicklung, Pablo Soto übernimmt den Posten des Küchenchefs und Annika de Las Heras wird Geschäftsführerin. Gegenüber „Børsen“ erklärte de Las Heras, dass Redzepi weiterhin die kreative Vision definieren und die Leitung beraten werde, operativ jedoch nicht mehr das Sagen habe.
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