Nur noch bis Ende 2021: Karlheinz Hauser gibt den Süllberg auf

| Gastronomie Gastronomie

Fast 20 Jahre bewirtete Spitzenkoch Karlheinz Hauser seine Gäste auf dem Süllberg in Hamburg Blankenese. Doch bald soll Schluss sein. Der Zwei-Sterne-Koch will seinen Pachtvertrag, der Ende 2021 ausläuft, nicht verlängern. Stattdessen werde es Zeit für etwas anderes, sagte der Koch der Bild-Zeitung.

Der Gastronomie bleibt Hauser natürlich treu. Die Poké You-Lokale in Rastatt und Frankfurt wird er weiterhin betreiben. Außerdem habe er viele neue Angebote, erklärte der Zeitung. „Ich freue mich aber auf die letzten anderthalb Jahre auf dem Süllberg“, sagte Hauser weiter.

Karlheinz Hauser, der mit seiner Familie in Hamburg bleiben will, hatte während der Corona-Pandemie rund 60 Prozent Umsatzeinbruch zu verkraften. Ein herber Rückschlag, für den seine Versicherung offenbar nicht haften will. „Ich habe 1,3 Mio. Euro für eine Betriebsversicherung an die Allianz bezahlt – und am Ende drücken sie sich, uns zu helfen“, erklärte er der Zeitung.

Das Zwei-Sterne-Restaurant Seven Seas auf dem Süllberg ist aktuell noch geschlossen. Hauser tourt derzeit mit der Formel 1 und verpflegt täglich bis zu 150 Gäste beim „Porsche 1 Mobile Super Cup“.

Karlheinz Hauser erfüllt in seinem Alltag viele Rollen, in erster Linie ist er jedoch Koch. Dieser Berufswunsch stand für den Jungen aus Baden bereits in frühester Jugend fest und so lernte er das Handwerk von der Pike auf. Sein Wissen und seine Erfahrungen in den Bereichen Spitzengastronomie, Catering und Bankett erlangte er im Laufe der Jahre in der hohen Schule deutscher Spitzengastronomen.

Besonders seine Zeit bei Großmeister Eckart Witzigmann, dem „Koch des Jahrhunderts“, prägte ihn maßgeblich. Von 1990 bis 1992 sammelte Hauser wertvolle Erfahrungen in dessen Münchner Gourmetrestaurant Aubergine, das zu dieser Zeit als bester Gastronomiebetrieb des Landes galt – zunächst als Chef Poissonier, dann als Chef Gardemanger und schließlich als Sous-Chef.

In seiner anschließenden Zeit bei Gerd Käfer richtete Karlheinz Hauser mit dem Feinkostunternehmer Caterings und Bankette auf der ganzen Welt aus. Nach fast zwölf Jahren in München führte sein Weg nach Berlin, wo er als Küchendirektor und Gastronomischer Leiter im Hotel Adlon große Bankette für nationale sowie internationale Prominenz organisierte und hochkarätige Diners im Schloss Bellevue ausrichtete.

Die Leidenschaft für das Kochen ist der Ursprung und nach wie vor die Inspirationsquelle von Hausers heutigem Wirken auf dem Hamburger Süllberg, nachdem er 2002 dem Ruf in die Elbmetropole und die Selbstständigkeit folgte. Neben seinem Gourmetrestaurant Seven Seas, das seit 2012 mit 2 Michelin-Sternen ausgezeichnet ist, leitet er hier das Deck 7 Market Restaurant, den Biergarten und saisonal die Almhütte und vereint damit grundverschiedene Gastronomiekonzepte unter einem Dach.

Hausers kulinarische Vielschichtigkeit zeigt sich auch in seiner Rolle als Fernsehkoch: Seit 2008 können TV-Zuschauer ihm in der Sendung ARD Buffet als Mitglied des Küchenteams jeden Montag in die Töpfe schauen und sich Anregungen für schmackhafte Gerichte für die ganze Familie holen. Außerdem tritt Karlheinz Hauser seit 2014 regelmäßig als Gastjuror bei der Küchenschlacht im ZDF auf und war 2014 bei Deutschlands größter Kochshow The Taste des Senders Sat. 1 als Gastjuror tätig.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Befragung im Auftrag von Sodexo untersucht das Essverhalten von Arbeitnehmern in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen eine steigende Preissensitivität beim Mittagessen sowie deutliche Unterschiede in den verschiedenen Alters- und Einkommensgruppen.

Das Wiener Café Schwarzenberg feiert im Juni sein 165-jähriges Bestehen als ältestes Kaffeehaus an der Ringstraße. Der Traditionsbetrieb erweitert aus diesem Anlass sein kulinarisches Angebot um eine eigens kreierte Geburtstagstorte.

Die späten Anstoßzeiten vieler Spiele der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft könnten Kneipen, Bars und Biergärten in Deutschland erheblich zusetzen. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Deutsche Presse-Agentur. 

Der Meisenheimer Hof plant die Eröffnung des neuen Restaurants La Mésange im November 2026 und erweitert zugleich sein Hotelangebot um 14 Zimmer. Zudem wurden Pläne für die Heimatküche und die Winebank Nahe vorgestellt.

Ein bayerischer Gastronom will die ersten frei zugänglichen Schnellrestaurants der US-Kette Taco Bell in Deutschland eröffnen. Pachtverträge für zwei Restaurants in München sind unterschrieben, wie der Unternehmer Christian Lehmann mitteilte.

Wenn Kneipen schließen, fehlen nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Oliviero Angeli wichtige Orte für Austausch und Verständnis. Das hat auch Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Supreme Sports Hospitality GmbH übernimmt künftig die gastronomische Versorgung des Musikfestivals World Club Dome in Frankfurt am Main. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde mit der World Club Dome GmbH ein Vertrag über fünf Jahre geschlossen.

Thomas Bühner sucht Mitarbeiter für ein neues Gastronomieprojekt im Münsterland. Der ehemalige Drei-Sterne-Koch kündigt damit eine Rückkehr zu seinen westfälischen Wurzeln an und macht zugleich ein bislang unbekanntes Restaurantvorhaben öffentlich.

Wie erwartet: Das Bier auf dem Oktoberfest wird teurer. Dreieinhalb Monate vor dem Anstich hat die Stadt München die Preise bekanntgegeben. Ist der Anstieg moderat?

Die Deutsche Bahn aktualisiert ihr Angebot an Weinen in ICE- und Intercity-Zügen. Unterstützt durch das Deutsche Weininstitut wurden vier neue Produkte in die Bordgastronomie aufgenommen.