Personalmangel in Gastronomie langfristiges Problem

| Gastronomie Gastronomie

Der Personalmangel in der Gastronomie ist aus Sicht des Wirtschaftsprofessors Valentin Weislämle ein Problem, das die Branche noch sehr lange beschäftigen wird.

«Ich sehe da langfristig schwarz», sagte Weislämle, der an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg lehrt, dem «Südkurier». Die Hotellerie und Gastronomie habe schon vor der Corona-Krise ein Attraktivitätsproblem gehabt. Das sei inzwischen auch in der Hochschulausbildung angekommen: «Studiengänge müssen teils um jeden einzelnen Studenten kämpfen.» Familiengeführte Betriebe hätten ein echtes Problem, ihren Betrieb an die nächste Generation zu übergeben.

Der Fachkräftemangel und auch die Corona-Krise werde die Branche stark prägen. Ein Teil der Betriebe werde auf Selbstbedienung setzen, ein Teil den Service aufrechterhalten, dafür aber deutlich teurer werden. «Dinge, wie die derzeit diskutierte Gedeckgebühr oder sogar Eintrittspreise halte ich in diesem Segment für breitflächig möglich», sagte Weislämle. Auch Service-Roboter werde man bald häufiger sehen.

Lokale müssten ihre Speisekarte entrümpeln, die Öffnungszeiten dem Kundenaufkommen anpassen und sich weiter professionalisieren. «Vielleicht geht da die alte Gasthofromantik etwas verloren», sagte der Tourismusexperte. «Ich glaube aber, die Entwicklung ist zwingend.»


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Michelin Guide hat elf verbreitete Irrtümer rund um Sterne, Inspektoren und Bewertungsverfahren aufgegriffen. Die Organisation erläutert dabei ihre Kriterien für die Auszeichnung von Restaurants und die Arbeitsweise ihrer Prüfer.

Das Berliner Zwei-Sterne-Restaurant Facil startet zum 25-jährigen Jubiläum eine sechsteilige Podcastreihe mit Reiner Veit. Das Audioformat beleuchtet ab dem 24. Juni 2026 die Geschichte und die personelle Kontinuität des Gastronomiebetriebs.

Bei den Frankfurter Gastro Talent Awards 2026 wurden Liv Geller als Kochtalent und Mihail Zaiat als Bartalent ausgezeichnet. Die Veranstaltung kehrte nach einer dreijährigen Pause als Teil des Rahmenprogramms der Michelin-Gala zurück.

Am Dienstag gibt der Guide Michelin in Frankfurt am Main die neuen Sterne für Deutschland bekannt. Bereits eine Woche zuvor hatte der Restaurantführer zehn neue Bib-Gourmand-Auszeichnungen veröffentlicht.

Starbucks Korea hat nach einem Werbe-Skandal sämtliche der über 2.000 Filialen in Südkorea vorzeitig geschlossen. Die Cafés wurden am Nachmittag dichtgemacht, damit Mitarbeiter an einer verpflichtenden Geschichtsschulung teilnehmen können.

Der Dresdner Historiker Andreas Rutz sieht Restaurants, Kneipen und gemeinsames Essen als wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens. Zugleich beobachtet er einen Wandel der Esskultur durch Fast Food, To-go-Angebote und veränderte Lebensgewohnheiten.

Der Wirt Alexander Egger bleibt bei einer Klage gegen die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest erneut erfolglos. Das Verwaltungsgericht wies seinen Eilantrag ab. Das letzte Wort ist aber nicht gesprochen.

Lidl hat in Dundonald bei Belfast seinen ersten Pub eröffnet. Hintergrund sind besondere Regelungen des nordirischen Alkoholrechts, die dem Discounter den Verkauf alkoholischer Getränke in einer Gaststätte ermöglichen.

Die Zelte für das Münchner Oktoberfest können trotz eines Gerichtsstreits aufgebaut werden. Das Bayerische Oberste Landesgericht lehnte den Eilantrag eines Wirtes ab, wonach die Betreiber zweier Festzelte zunächst nicht zur Wiesn zugelassen werden sollten.

Partner für Berlin hat zum 30-jährigen Jubiläum der Berliner Meisterköche die Nominierungen für das Jahr 2026 verkündet. Eine Jury wählte aus rund 150 Vorschlägen die Finalisten in sechs Kategorien aus, deren Gewinner im November gekürt werden.