Relais & Châteaux Chefköche senden SOS für Biodiversität

| Gastronomie Gastronomie

Relais & Châteaux startet einen kollektiven Appell zum Erhalt der biologischen Vielfalt der Meere. Der Verband, dessen Mitglieder 800 Restaurants mit 370 Michelin-Sternen und 34 grünen Sternen betreiben, setzt sich seit 2009 gemeinsam mit Ethic Ocean für den Erhalt der Meeresressourcen ein und ist alarmiert über die nicht nachhaltige Ausbeutung kritischer Bestände und Arten.

Mauro Colagreco (Mirazur, Menton, Frankreich), Vizepräsident Relais & Châteaux, sagt: "Es ist dringend notwendig, Gästen die Arten zu servieren, die nicht überfischt sind oder die mit Rücksicht auf die Umwelt, die Tiere und die beteiligten Menschen verantwortungsvoll gezüchtet wurden."

World Oceans Day – eine Kampagne der Relais & Châteaux Chefköche seit 2009

Der 8. Juni 2024 wird auch in diesem Jahr wieder genutzt, um Aufmerksamkeit auf die globalen Wasserökosysteme und das Wohlergehen unseres Planeten zu lenken. Wie schützen wir die Ozeane und deren Ressourcen?

Zum neunten Mal in Folge beteiligen sich die Mitglieder von Relais & Châteaux am Welttag der Ozeane, indem sie mit einem SOS für die biologische Vielfalt auf das diesjährige Thema der Vereinten Nationen, "Awaken new depth", reagieren. Die Häuser der Vereinigung werden von unabhängigen Unternehmern - meist Familien - geführt, die sich mit Leidenschaft der Gastfreundschaft widmen, sich für den Schutz und die Förderung der kulinarischen Traditionen einsetzen und sich dem Erhalt des lokalen Erbes und dem Umweltschutz verschrieben haben. Diese Werte sind in der Vision der Vereinigung festgehalten, die im November 2014 der UNESCO vorgelegt wurde.

Ursprünglich vom ehemaligen Vizepräsidenten Olivier Roellinger (Maisons de Bricourt, Cancale, Frankreich) und dem ehemaligen Präsidenten Philippe Gombert (Château de la Treyne, Frankreich) initiiert, wird diese Vision vom aktuellen Präsidenten Laurent Gardinier (Le Taillevent, Domaine Les Crayères, Frankreich) und dem Vizepräsidenten Mauro Colagreco, weiterverfolgt.

"Als Vereinigung haben wir einen großen Einfluss auf die globale kulinarische Kultur. Wir müssen unseren Gästen eine ethische Küche anbieten, die unsere Ressourcen respektiert. Als Köche können wir wirklich dazu beitragen, unseren Planeten zu bewahren: es geht darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Unser Engagement für den Aal ist ein hervorragendes Beispiel; wir müssen unser Verhalten ändern, um Arten, die auf der Roten Liste stehen, zu retten", so Mauro Colagreco. Relais & Châteaux hat sich Ende 2023 der #eelnothankyou-Kampagne von Ethic Ocean angeschlossen, um Köche auf der ganzen Welt zu mobilisieren, diese Arten zu retten.

Ein gemeinsames Anliegen

Nach dem Motto "Taten sprechen mehr als Worte" sind die Küchenchefs von Relais & Châteaux seit langem eng mit ihren lokalen Communities verbunden. Da 20 Prozent der Häuser direkt an einem Süß- oder Salzwasser liegen, hängt der Erfolg ihrer Küche von der Zusammenarbeit mit kleinen, lokalen und umweltbewussten Produzenten ab.

Anlässlich des World Ocean Day will die Vereinigung ihre Mitglieder dazu ermutigen, spezielle Menüs zu kreieren, Dinner zu veranstalten und einfache und inspirierende Rezepte zu teilen - alles im Zeichen nachhaltiger Meerestiere. Anlässlich des 8. Juni sind die Küchenchefs auch dazu eingeladen, den ganzen Monat über vegetarische Menüs zu servieren. Ebenso können auch Erlebnisse für Gäste organisiert werden, wie z. B. Kochkurse oder Besuche von Partnerbetrieben mit ökologisch zertifizierter Aquakultur.

Rot gelistete Arten

Die Zahlen sind dramatisch: 35,4 Prozent der Meeresressourcen sind überfischt, 20 Prozent der weltweiten Fänge (zwischen 11 und 26 Millionen Tonnen pro Jahr) werden illegal gefangen, und 35 Prozent der weltweiten Fänge werden aussortiert und wieder freigelassen, was oft zum Tod der Tiere führt. 

Zahlreiche Arten befinden sich in einer kritischen Situation.

Wildfang

  • verschiedene Aalarten sind bereits vom Aussterben bedroht.
  • verschiedene Wildlachsarten sind aufgrund der intensiven Fischerei, der Veränderung der Lebensräume und des Klimawandels weltweit selten geworden.
  • die Kabeljaupopulation in Neufundland hat sich 30 Jahre nach ihrem Zusammenbruch trotz der Einstellung der Fischerei nie wieder erholt.
  • das Fischen von bestimmten Thunfischarten stellt weltweit zahlreiche Probleme dar (überfischte Bestände, Fang von Jungfischen mit Fischfangsystemen usw.).

Gezüchtet

  • die Garnelenzucht in tropischen Gebieten ist für ein tiefgreifendes ökologisches Ungleichgewicht verantwortlich: massive Zerstörung von Mangroven (ein Biotop, das für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in den Küstengebieten unerlässlich ist), Entwicklung von "toten Zonen" sowie Verschmutzung und Verschwendung von Süßwasser (wobei Süßwasser in vielen tropischen Regionen bereits eine knappe Ressource ist). Auch wenn in den letzten Jahren einige Fortschritte erzielt wurden, steht der Aquakultursektor immer noch vor großen ökologischen und sozialen Herausforderungen.

Relais & Châteaux und Ethic Ocean

Relais & Châteaux begeht den World Oceans Day seit vielen Jahren, um seine Mitglieder für wichtige Themen zu mobilisieren und nachhaltigere Praktiken zu fördern. Im Jahr 2024 benötigen die Meerestiere mehr denn je unsere Aufmerksamkeit, trotz der in den letzten Jahrzehnten weltweit unternommenen Anstrengungen. Es besteht dringender Handlungsbedarf, weswegen Relais & Châteaux gemeinsam mit Ethic Ocean ein "SOS für die Biodiversität" sendet. Die Vereinigung hat sich zum Ziel gesetzt, alle Arten, die auf der Roten Liste stehen, von ihren Speisekarten zu streichen, angefangen beim Aal.

Laurent Gardinier, Präsident von Relais & Châteaux, sagt: "Die Mitglieder von Relais & Châteaux sind in ihrem Engagement vereint, die Welt durch Kulinarik und Gastfreundschaft zu einem besseren Ort zu machen. Wenn unsere Köche jeden Tag auf die nachhaltige Fischerei aufmerksam gemacht werden, verleiht das der Kampagne und ihrem Handeln eine stärkere und wirkungsvollere Dimension und unterstreicht die Rolle, die wir als internationale Vereinigung spielen können."

Küchenchefs in Aktion

Pedro Subijana , Relais & Châteaux Akelarre (San Sebastian, Spanien) und gewähltes Mitglied des World Culinary Council von Relais & Châteaux: "Typisch spanische Gerichte - wie die mit Aal - sind für unsere Kultur sehr wichtig. Doch mit der Tradition muss auch Verantwortung einhergehen. Wir alle müssen jetzt damit aufhören, Aal zu servieren und zu essen, um ihn für künftige Generationen zu erhalten."

Vicky Lau, Relais & Châteaux Tate Dining Room (Hong Kong) und gewähltes Mitglied des World Culinary Council von Relais & Châteaux: "Viele Menschen denken, dass sich Zuchtaale von wilden Aalen unterscheiden, aber dafür werden wilde Jungaale gefangen und dann zur Aufzucht in Zuchtbetriebe gebracht. Angesichts des kritischen Zustands der Aalbestände in der ganzen Welt kann diese Form der Aquakultur nicht als nachhaltig angesehen werden."

David Toutain, Relais & Châteaux Restaurant David Toutain (Paris, Frankreich): "Seit der Eröffnung des Restaurants im Jahr 2013 war Aal unser Kultgericht, aber jetzt haben wir ihn durch geräucherten Hering ersetzt. Die Fischerei und alle anderen Ursachen für den Rückgang des Europäischen Aals sind Probleme, die wir erkennen müssen, um Maßnahmen zu ergreifen."

Michael Cimarusti, Relais & Châteaux Providence (Los Angeles, USA): "Als Mitglied von Relais & Châteaux und im Bewusstsein, wie wichtig es ist, bedrohte Arten zu schützen, haben wir die Verpflichtungserklärung unterzeichnet und beschlossen, keinen Aal mehr zu servieren. Wild gefangene Aale stehen so ziemlich überall auf der Welt auf der Roten Liste." 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das internationale Festival Pizza Village feiert Ende Mai 2026 seine Deutschlandpremiere im Berliner Napoleon Komplex. Zehn Pizzerien aus Italien präsentieren dort neapolitanische Pizzakultur und Handwerk bei freiem Eintritt.

Das Boutiquehotel Sonne Küsnacht-Zürich eröffnet am 10. Juni 2026 das neue Restaurant Pavillon. Das Restaurant entstand nach Angaben des Hotels aus der früheren „Sonnengalerie“, die gemeinsam mit Küchel Architects neu gestaltet wurde.

Pressemitteilung

Viele Gastronomiebetriebe nutzen Spülmaschinen im Standardprogramm – oft mit unnötig hohem Energie- und Wasserverbrauch. EcoPilot von Winterhalter setzt auf KI, erkennt Stoßzeiten und passt Programme automatisch an. So sinkt der Energieverbrauch um bis zu 17 %, CO₂ wird reduziert und Ressourcen geschont – ohne Einbußen bei Hygiene oder Spülergebnis.

L’Osteria eröffnet im Sommer das erste Restaurant in Dänemark und setzt damit die internationale Wachstumsstrategie fort. In Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner plant das Unternehmen mittelfristig den Aufbau von bis zu 15 Standorten.

Am Flughafen Düsseldorf sind neue Gastronomie- und Einzelhandelskonzepte gestartet. Betreiber Lagardère Travel Retail Deutschland baut damit sein Angebot am Standort weiter aus.

In Stockholm wird ein Café-Konzept erprobt, bei dem die Künstliche Intelligenz Mona die operative Leitung übernimmt. Medienberichte deuten auf eine signifikante Reduzierung des Personaleinsatzes hin, zeigen jedoch auch technische Grenzen bei individuellen Kundenwünschen auf.

Das Berliner Restaurant Nobelhart & Schmutzig hat seine Regeln zur Smartphone-Nutzung im Gastraum erläutert. Hintergrund ist die Stornierung eines Gastes, der die Praxis kritisierte. Parallel haben sich mehrere Betriebe der Spitzengastronomie zu ähnlichen Fragen geäußert. Die Fotoregeln des Restaurants werden seit Jahren diskutiert.

VistaPrint und Cornelia Poletto haben fünf Finalisten für die Auszeichnung zum Lokalhelden 2026 nominiert. Bis zum 10. Mai kann die Öffentlichkeit über den Gewinner eines Preisgeldes von 20.000 Euro abstimmen.

Von schwarzem Sesam über Erdbeer-Matcha-Latte bis zu Käsekuchen mit Pistazie und Ingwer mit Zitronenschale - die Berliner Gelato Week lockt Eisfreunde erneut mit ungewöhnlichen Kreationen. Etwa 50 Eisdielen in ganz Berlin nehmen teil.

Trotz steigender Lebenshaltungskosten priorisieren viele Verbraucher Restaurantbesuche als „kleinen Luxus“. Laut einer SumUp-Umfrage planen über 30 Prozent der Menschen hierfür feste monatliche Budgets ein.