Selbstversuch im Sofitel Bayerpost: Münchner Sous Chef will Veganer verstehen

| Gastronomie Gastronomie

Um ein klareres Gefühl für die Ausgewogenheit der Speisen zu bekommen, sich besser in Veganer hineinversetzen zu können, startete Executive Sous Chef Steve Uhlig vom Sofitel Bayerpost in München einen Selbstversuch. Seit Februar 2019 ernährt sich der passionierte Fleisch-Esser ausschließlich vegan - mit überraschenden Erkenntnissen.

Vegane Gerichte sind schon lange heraus aus der Öko-Ecke und haben Einzug in der gehobenen Gastronomie gehalten: sie sind zeitgemäß. Dementsprechend ist auch das Sofitel Munich Bayerpost bestrebt, sein Angebot an Speisen ohne tierische Inhaltsstoffe zu erweitern und hat im vergangenen Jahr seine Mitarbeiter auf diesem Gebiet verstärkt geschult. Mit reiner Theorie gibt sich das engagierte Küchenteam des Luxushotels jedoch nicht zufrieden – und greift zu außergewöhnlichen Maßnahmen. So traf Executive Sous Chef Steve Uhlig, seit fünf Jahren im Sofitel Munich Bayerpost tätig, Anfang 2019 eine radikale Entscheidung: Um die Wünsche und Geschmäcker von Veganern besser verstehen zu können, startete der engagierte Koch kurzerhand einen Selbstversuch und ernährt sich seitdem ausschließlich pflanzlich.

„Um gut zu kochen reicht nicht die graue Theorie. Kochen ist Handwerk und Gefühl. Ich will mich in die Menschen hineinversetzen, die entschieden haben, sich rein vegan zu ernähren, möchte ihren Geschmack kennen lernen und ihre kulinarischen Wünsche verstehen“, so der unkonventionelle Koch. Von einem Tag auf den anderen auf vegane Küche umzustellen ist allerdings nicht ohne weiteres möglich, musste Uhlig erfahren. Den Grundstock an Zutaten in der gewünschten Qualität zu beschaffen ist eine Herausforderung, da die etablierten Händler darauf oft nicht eingestellt sind. Die entsprechenden Zutaten können häufig nur direkt von spezialisierten Bio-Anbietern geordert werden.

Uhligs Erkenntnisse fließen direkt in das Angebot des Sofitel Munich Bayerpost ein, die Karte wurde bereits um zahlreiche vegane Speisen erweitert. So bietet beispielsweise das Frühstücksbuffet mehrere rein pflanzliche Aufstriche. Tagungsgästen stehen täglich eine vegane „Energy Bowl of the Day“, ein rein veganes Hauptgericht und meist auch ein Dessert ohne tierische Inhaltsstoffe zur Auswahl. Außerdem wird das Küchenteam dahingehend geschult, aus Bestandteilen der bestehenden Karte neue kreative Gerichte zu kreieren. Und Uhlig schweben noch weitere pflanzliche Kreationen vor: so wird beispielsweise ein fleischloses Tatar demnächst Eingang in die Karte finden. Zwar wird das Sofitel Munich Bayerpost weiterhin die ganze Bandbreite kulinarischer Köstlichkeiten repräsentieren, Gäste dürfen sich jedoch auch in Zukunft immer wieder auf rein pflanzliche Rezept-Highlights freuen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Landesumweltamt NRW hat Geruchsmessungen an Holzkohlegrillanlagen in der Gastronomie beauftragt. Ein Forschungsbericht im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht die Emissionen gewerblicher Grills und die Wirksamkeit von Abgasreinigungssystemen.

 

Sechs Köche treten am 16. November in München im Finale von „Koch des Jahres“ an. In fünf Stunden müssen sie ein Drei-Gänge-Menü zubereiten, das anschließend von einer zwölfköpfigen Jury bewertet wird.

Das Posthotel Alexander Herrmann in Wirsberg verändert seine Gastronomie. Im Mittelpunkt stehen das auf 172 Abende begrenzte AURA unchained 172 und die Umwandlung des Bistros „oma & enkel“ in ein fränkisches Wirtshaus.

Laut YouGov ist der Anteil der Alkoholtrinker in Deutschland innerhalb von zehn Jahren von 78 auf 68 Prozent gesunken. Der Barmanager der Hamburger Skyline Bar 20up berichtet zugleich von steigender Nachfrage nach alkoholfreien Cocktails – ihr Anteil am Cocktailverkauf liege bei rund 30 Prozent.

Uber hat den Kauf der US-Cateringplattform ezCater für 2,3 Milliarden US-Dollar vereinbart. Mit der geplanten Übernahme soll Catering in das Angebot von Uber Eats eingebunden werden; der Abschluss steht noch unter Vorbehalt.

Die meisten Gourmetrestaurants seien weniger gefragt als noch vor einigen Jahren, erklärt Gusto-Gründer Markus Oberhäußer und verweist auf ein Überangebot an Fine-Dining-Konzepten. Zum Koch des Jahres kürt der Restaurantführer Sebastian Obendorfer vom Eisvogel in Neunburg vorm Wald.

True Food Kitchen hat ein Chapter 11-Verfahren beantragt und zwölf Restaurants geschlossen. Die US-Kette, an der Oprah Winfrey weiterhin beteiligt ist, betreibt noch 34 Standorte und plant einen gerichtlich beaufsichtigten Verkaufsprozess.

Am 2. November verkündet der Michelin Guide Schweiz seine Restaurantauswahl für das Jahr 2026. Die Zeremonie findet dieses Jahr auf fast 1.500 Metern Höhe in Andermatt in den Schweizer Alpen statt.

Das Münchner Oktoberfest ist ein Millionen-Spektakel. Doch noch nie war so viel los wie in diesem Jahr. Von einer «Gute-Laune-Wiesn» spricht die Stadt - doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten.

Paris führt das Streetfood-Ranking von Radical Storage vor Athen und Thessaloniki an. Die Untersuchung aus April 2026 vergleicht 6.897 Betriebe und berücksichtigt unter anderem Anbieterdichte, Preise und Bewertungen.