Starkes Wachstum: Handelsgastronomie zieht der Branche davon

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Die Handelsgastronomie in Deutschland hat 2025 nach Angaben des EHI Retail Institute einen Umsatz von 13,29 Milliarden Euro erzielt. Gegenüber 2024 mit 12,41 Milliarden Euro entspricht das einem Wachstum von 7,1 Prozent. Das EHI spricht von einem neuen Rekordniveau.

Damit entwickelte sich der Umsatz deutlich stärker als in der Gastronomie insgesamt. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Umsätze der Gastronomie 2025 gegenüber dem Vorjahr nominal um 1,8 Prozent. Preisbereinigt gingen sie dagegen um 2,2 Prozent zurück.

Für die Handelsgastronomie weist das EHI für denselben Zeitraum ein nominales Plus von 7,1 Prozent aus. Eine Aussage darüber, wie sich die Handelsgastronomie preisbereinigt entwickelt hat, lässt sich aus den vorliegenden EHI-Zahlen nicht ableiten.

Das Wachstum der Handelsgastronomie fiel zudem höher aus als zuvor erwartet. Nach Angaben des EHI lag die tatsächliche Entwicklung drei Prozentpunkte über der Prognose, die die befragten Händler im Vorjahr abgegeben hatten. Für 2026 erwarten die befragten Gastronomieverantwortlichen im Durchschnitt ein weiteres Umsatzplus von 4,3 Prozent.

EHI nennt Trading-Down als einen Faktor für Entwicklung

Als Faktoren für die Entwicklung nennt das EHI verlagerte Konsumanlässe, die Professionalisierung der Branche sowie ausgeweitete Angebote im To-go- und Snackbereich. Hinzu komme der sogenannte Trading-Down-Effekt, also die bewusste Entscheidung der Konsumenten für preisgünstigere Angebote.

Das Institut verweist zudem auf Preisvorteile der Handelsgastronomie gegenüber dem übrigen Außer-Haus-Markt und darauf, dass die Angebote insbesondere ein ausgabefreudiges älteres Publikum ansprächen.

Nach Angaben des EHI habe sich die Handelsgastronomie in den vergangenen Jahren von einem ergänzenden Serviceangebot zu einem strategisch relevanten Geschäftsfeld des Einzelhandels entwickelt.

Lebensmitteleinzelhandel erzielt größten Anteil am gastronomischen Umsatz

Den größten Anteil am Umsatz der Handelsgastronomie hat der Lebensmitteleinzelhandel mit 62,7 Prozent. Shopping-Center kommen auf 18,6 Prozent und Tankstellen auf 9,5 Prozent. Auf den Möbelhandel entfallen 3,8 Prozent, auf Baumärkte und Gartencenter 3,5 Prozent.

Auch bei der Zahl der Standorte liegt der Lebensmitteleinzelhandel vorn. Das EHI nennt mehr als 29.000 Standorte. Mehr als drei Viertel der Standorte der Handelsgastronomie entfallen demnach auf diesen Bereich.

Befragte erwarten weiteres Wachstum bei To-go und Snacks

Für die kommenden drei Jahre erwarten die Befragten vor allem beim To-go- und Snackgeschäft Wachstum. 63 Prozent nennen diesen Bereich. Der „Snack zwischendurch“, zu dem Convenience- und Ready-to-Eat-Produkte zählen, erreicht nach Angaben des EHI bereits einen Umsatzanteil von 17,5 Prozent in der Handelsgastronomie.

Take-away und Mittagessen werden von jeweils 51,9 Prozent als potenzielle Wachstumstreiber genannt. Werbemaßnahmen und Social Media folgen mit 44,4 Prozent. Aktionen, neue Food-Innovationen und das Frühstück kommen jeweils auf 37 Prozent.

Grundlage der EHI-Studie ist eine Online-Befragung von März bis Juni 2026. Daran beteiligten sich 29 Entscheider und Gastronomieverantwortliche aus Handelsunternehmen und von Shopping-Center-Betreibern. Sie repräsentieren insgesamt 6.084 Filialen. Die befragten Unternehmen und Shopping-Center-Betreiber erwirtschafteten 2025 einen Bruttoumsatz von rund 58,6 Milliarden Euro.

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