Studie: Gäste besuchen Gastronomie seltener und bestellen weniger

| Gastronomie Gastronomie

Die Besuchsfrequenz in der Gastronomie ist in den ersten Monaten nach der Mehrwertsteuersenkung gesunken, zugleich verändert sich das Bestellverhalten der Gäste. Das geht aus aktuellen Befragungs- und Paneldaten von YouGov hervor, wie das Unternehmen mitteilt.

Rückgang bei Gastronomiebesuchen

Nach Angaben von YouGov geben 38 Prozent der Konsumenten an, im Januar und Februar 2026 seltener gastronomische Angebote genutzt zu haben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Parallel dazu zeigt die Befragung, dass 72 Prozent der Verbraucher Essengehen weiterhin als zu teuer empfinden. Besonders häufig wird dies von Familien mit einem Kind (76 Prozent) sowie von Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 1.500 Euro (81 Prozent) angegeben.

Weniger Bestellungen pro Besuch

Neben der rückläufigen Besuchsfrequenz weist das Konsumentenpanel laut YouGov auch Veränderungen im Bestellverhalten aus. Im Januar 2026 wurden im Vergleich zum Vorjahr pro Besuch rund 3 Prozent weniger Gerichte bestellt. Einschließlich Getränke sank die Gesamtzahl der bestellten Artikel um 4 Prozent.

Auffällig ist nach Angaben des Unternehmens, dass insbesondere Getränke häufiger weggelassen werden.

Kaum wahrgenommene Preisveränderungen

Die Befragungsdaten zeigen laut Mitteilung zudem, dass Preissenkungen von vielen Gästen nicht wahrgenommen werden. 6 Prozent der Befragten geben an, dass Restaurantgerichte günstiger geworden seien, bei Imbissen liegt der Anteil ebenfalls bei 6 Prozent. In Schnellrestaurants berichten 12 Prozent von niedrigeren Preisen.

Die Paneldaten weisen darauf hin, dass die durchschnittlichen Ausgaben für Menüs inklusive Getränk in Schnellrestaurants im Januar 2026 rund 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Gleichzeitig stiegen die Preise für ein durchschnittliches Gericht in Schnellrestaurants zwischen 2021 und 2025 von 5,13 Euro auf 6,57 Euro, was einem Plus von 28 Prozent entspricht.

Veränderung der Stimmung

Auch die Einschätzung der Maßnahme hat sich laut YouGov verändert. Während im April 2025 noch 81 Prozent der Befragten die geplante Mehrwertsteuersenkung befürworteten und 50 Prozent konkrete Preissenkungen erwarteten, bewerten im März 2026 31 Prozent die Auswirkungen persönlich negativ. 19 Prozent ziehen ein positives Fazit.

Zudem sind 81 Prozent der Befragten der Meinung, dass vor allem die Gastronomie selbst von der Maßnahme profitiert.

Verschiebung der Ausgaben

Nach Angaben von YouGov erkennen 65 Prozent der Befragten die kulturelle Bedeutung der Gastronomie an und sprechen sich für eine steuerliche Unterstützung aus. Gleichzeitig würden 83 Prozent eine Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel im Supermarkt bevorzugen.

Die Paneldaten zeigen laut Mitteilung, dass im Jahr 2025 72,7 Prozent der Ausgaben für Essen und Getränke auf den Lebensmitteleinkauf für zuhause entfielen, während 27,3 Prozent auf den Außer-Haus-Konsum entfielen.

YouGov: „Begrenzte Wirkung auf das Konsumverhalten“

Sebastian Walter, Senior Consultant bei YouGov, wird in der Mitteilung wie folgt zitiert:
„Unsere Daten zeigen klar: Die Mehrwertsteuersenkung entfaltet bislang nur begrenzte Wirkung auf das Konsumverhalten. Die Preissteigerungen der vergangenen Jahre, anhaltend hohe Kostenstrukturen und eine geringe Wahrnehmung tatsächlicher Entlastung treffen nun zusätzlich auf eine zunehmende Verunsicherung durch die geopolitische Lage im Iran. In der Folge wägen viele Verbraucher ihre Ausgaben genauer ab.

Für die Gastronomie ergibt sich daraus ein klarer Handlungsbedarf: Insbesondere preissensible Zielgruppen drohen langfristig verloren zu gehen, wenn keine überzeugenden Antworten auf die gestiegenen Kosten und die Erwartungen der Konsumenten gefunden werden.“

Methodik

Die Ergebnisse basieren laut YouGov auf Online-Interviews im Rahmen von YouGov Surveys. Befragt wurden zwischen dem 13. und 16. März 2026 insgesamt 2.082 Personen in Deutschland. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und anschließend gewichtet. Die Ergebnisse sind nach Angaben des Unternehmens repräsentativ für die Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ruff's Burger expandiert weiter und übernimmt einen Standort in Bamberg. Ab Mai wird das ehemalige Burgerheart-Lokal unter neuer Flagge und modernisiertem Konzept fortgeführt.

Es darf gezapft und gefeiert werden auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Was macht die große Sause auf dem Cannstatter Wasen in diesem Jahr besonders? Was kostet das Bier? Und wann lohnt sich ein Besuch?

Drei deutsche Gastronomie-Teams kämpfen Ende April in München um den Einzug in das Weltfinale der Copa Jerez. Der Wettbewerb für Sherry-Pairings findet im Rahmen des Halbfinales von Koch des Jahres statt.

Die Unternehmensberatung McKinsey & Company beschreibt in einer aktuellen Analyse mögliche Entwicklungen für die Gastronomie in den kommenden Jahren. Demnach könnten Automatisierung, Künstliche Intelligenz und neue Betriebsmodelle zentrale Veränderungen vorantreiben.

Hans im Glück hat in Mannheim ihr 100. Restaurant eröffnet. Neben der Expansion in vier europäische Länder setzt das Unternehmen mit einem neuen Standort an einer Schweizer Autobahnraststätte erstmals auf ein geändertes Standortformat.

Die Bar „Harry’s Legacy“ im Sheraton Berlin Grand Hotel Esplanade ist nach Umbau wieder eröffnet. Die Wiedereröffnung steht laut Unternehmen im Zusammenhang mit einer geplanten Modernisierung des Hotels.

Wird die Rechnung etwa im Einzelhandel oder im Restaurant in den Kassensystemen der Unternehmen korrekt erfasst und verbucht? Das prüfen die Finanzämter bei unangemeldeten Kontrollen in Thüringen tausendfach.

Die Compass Group-Tochter Food Affairs entwickelt im neuen Leipziger Quartier Neo eine rund 3.000 Quadratmeter große Markthalle mit internationaler und regionaler Gastronomie. Das Konzept soll als zentraler Treffpunkt in der Innenstadt etabliert werden.

Der Bundesverband der Systemgastronomie hat die Jury für den Branchenpreis 2026 vorgestellt und die Bewerbungsfrist bis zum 4. Mai verlängert. Die unabhängige Runde bewertet Konzepte aus der Branche, die im September in München ausgezeichnet werden.

Das neue Frankfurter Hotel Kennedy 89 hat sein Restaurant Eighty Nine eröffnet, das levantinische Küche mit regionalen Einflüssen kombiniert. Unter der Leitung von Küchenchef Philipp Grosser setzt der Betrieb auf gemeinschaftliche Speisekonzepte und regionale Partnerschaften.