Thüringer Gastgewerbe hält dank Steuersenkung Preise stabil

| Gastronomie Gastronomie

Thüringens Gastronomen haben ein halbes Jahr nach der dauerhaften Einführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent auf Speisen in der Gastronomie eine positive Bilanz gezogen. Laut einer Umfrage des Thüringer Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) sehen mehr als 83 Prozent der befragten Betriebe die Steuerentlastung als entscheidend für ihre wirtschaftliche Stabilität - für rund die Hälfte ist sie demnach sogar existenzsichernd.

Rund drei Viertel der Unternehmen konnten der Umfrage zufolge ihre Preise stabil halten. Zwei Drittel nutzten demnach den finanziellen Spielraum, um gestiegene Personal- und Lohnkosten aufzufangen, mehr als die Hälfte sicherte damit bestehende Arbeitsplätze. Ohne die Steuerentlastung hätten laut Umfrage knapp 80 Prozent der Betriebe die Preise stärker erhöhen müssen, fast jeder fünfte Betrieb hätte sogar eine Betriebsaufgabe oder Insolvenz für wahrscheinlich gehalten. Preissenkungen auf Speisen habe es jedoch kaum gegeben.

Branche verweist auf Struktur

«Die sieben Prozent Mehrwertsteuer sind keine Subvention, sondern eine Investition in eine leistungsfähige, mittelständisch geprägte Branche», betonte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes in Thüringen, Dirk Ellinger. Das Gastgewerbe ist im Freistaat geprägt von kleinen Familienunternehmen - mehr als 60 Prozent der befragten Betriebe beschäftigen weniger als zehn Mitarbeitende. 

Für die Umfrage wurden vom 1. bis 10. Juli den Angaben nach 109 Thüringer Unternehmen online befragt. Der Bundestag hatte mit dem Steueränderungsgesetz 2025 die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent beschlossen. Die Regelung trat zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft und beendet damit auch die langjährige steuerliche Ungleichbehandlung zwischen dem Verzehr vor Ort und Take-away-Angeboten, für die der ermäßigte Satz bereits zuvor galt. Für Getränke bleibt es beim regulären Satz von 19 Prozent. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet Adults-only-Gastronomie – und würde lieber ihren Vierbeiner mitnehmen als den Nachwuchs des Tischnachbarn zu tolerieren. Die Zustimmung zu Angeboten nur für Erwachsene unterscheidet sich der Umfrage zufolge deutlich nach Altersgruppen.

Klagen, Rücktritte, geplatzte Träume: Ein Münchner Wirt sorgt für Wirbel auf dem Oktoberfest. Was steckt hinter dem überraschenden Rückzug – und wer könnte profitieren?

Der Dehoga Bayern hat die Sieger des Wettbewerbs zum Lieblingsbiergarten 2026 bekannt gegeben. Mehr als 16.300 Gäste stimmten über insgesamt 72 teilnehmende Betriebe in drei Größenkategorien ab.

Mitchells & Butlers hat in der Augsburger Innenstadt eine neue Filiale ihrer Marke Alex eröffnet. In die Zusammenlegung und den aufwändigen Umbau der zwei ehemaligen Gewerbeflächen investierte das Unternehmen rund 1,7 Millionen Euro.

Wenige Wochen vor dem Oktoberfest muss die Stadt München kurzfristig einen neuen Betreiber für die Fläche der Münchner Stubn finden. Nach dem Rückzug von Alexander Egger läuft die Suche unter engem Zeitplan – ein möglicher Nachrücker steht bereits im Fokus.

Ministerpräsident Boris Rhein und DEHOGA Hessen haben in Bensheim die besten Dorfgasthäuser Hessens 2026 ausgezeichnet. Beide hoben die Bedeutung der Betriebe als Treffpunkte, Arbeitgeber und Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens in ländlichen Regionen hervor.

Frittenwerk hat sein 50. Restaurant in Deutschland eröffnet. Der neue Standort im Halle Leipzig The Style Outlets bietet rund 80 Sitzplätze und schafft etwa 20 Arbeitsplätze.

Der Michelin Guide ist erstmals in Neuseeland vertreten und markiert damit den offiziellen Start der Publikation in Ozeanien. Im Zuge der Premiere zeichneten die Inspektoren insgesamt 110 Restaurants in den vier Regionen Auckland, Wellington, Christchurch und Queenstown aus.

Das Regensburger Restaurant Storstad stellt seine kulinarische Führung neu auf. Mit Simone Kubitzek und Hella Eggers übernimmt eine Doppelspitze das Kommando in der Küche.

Ein Forschungsteam der Stanford University hat ein KI-Modell entwickelt, das Burger nach Geschmack, Nachhaltigkeit und Nährwert optimiert. Im Blindtest schnitten einzelne KI-Burger ähnlich gut oder besser ab als ein Big Mac. Ein öffentlich zugängliches Online-Werkzeug steht nun zur Verfügung, das personalisierte Burger-Rezepte erstellen kann.