US-Lieferdienst DoorDash startet nach Wolt-Übernahme in Stuttgart

| Gastronomie Gastronomie

Der US-Lieferdienst DoorDash startet sein neues Deutschland-Geschäft in Stuttgart. «Stuttgart ist für uns eine Art Test um zu sehen, ob es Appetit in Deutschland gibt für DoorDash», sagte Mitgründer Andy Fang am Mittwoch in Stuttgart. «Wenn wir erfolgreich in Stuttgart sind, dienen uns die hier gesammelten Erfahrungen auch in anderen Städten.» Welche dies sein könnten, ließ er dezent offen

DoorDash ist Fang zufolge das marktführende Lieferunternehmen in den USA. Die Firma aus San Francisco hatte erst vor rund einer Woche angekündigt, für rund sieben Milliarden Euro den finnischen Anbieter Wolt zu übernehmen, der unter anderem in Berlin aktiv ist (Tageskarte berichtete). DoorDash baut damit sein Gebiet um mehr als 20 Länder aus. In Europa ist bisher der niederländische Konzern Just Eat Takeaway besonders stark, zu dem auch die Marke Lieferando gehört.

Fang machte am Neckar aber ganz unbescheiden deutlich, dass sein Lieferdienst mit Heimat in Kalifornien und Aktivitäten in Australien, Kanada und Japan als globales Unternehmen auftritt. Die aus eigener Sicht marktführende Lieferplattform in den USA hatte erst vor einer Woche angekündigt, für rund sieben Milliarden Euro in Aktien den finnischen Anbieter Wolt zu übernehmen. Dieser ist unter anderem in Berlin aktiv. DoorDash baut damit sein Gebiet um mehr als 20 Länder aus. In Europa ist bisher der niederländische Konzern Just Eat Takeaway besonders stark, zu dem auch die Marke Lieferando gehört.

Zu dem Milliardendeal zeigte sich Fang in der Heimat von Mercedes und Porsche wortkarg, da er noch nicht abgeschlossen sei. Die Unternehmen arbeiten zurzeit weiter getrennt. Auch zu Konkurrenten wie Lieferando äußerte sich der Absolvent der US-Eliteuniversität Stanford ausweichend.

DoorDash will Händler unterstützen, online zu gehen. Nur 18,5 Prozent der Restaurants in Deutschland seien bisher auf einem Internet-Marktplatz für Lieferungen, erzählte Fang. Die größte Volkswirtschaft der EU sei für seine Branche «ein großes offenes Feld». Und Stuttgart? Schlicht ein unterversorgter Markt. Dort sollen außer Essen auch Blumen und Alkoholprodukte ausliefert werden.

Das Unternehmen fängt in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mit einem Team von 30 Kurierfahrern an. «Ich möchte klarstellen, dass wir in Deutschland Kurierfahrer Vollzeit über eine Agentur beschäftigen», sagte Fang der Deutschen Presse-Agentur. «Wir bieten ihnen Trainings für die Sicherheit, und sie bekommen die Ausrüstung, die sie für ihren Job brauchen - Helme, Handschuhe, Winterjacken. Sie erhalten auch E-Bikes.»

Das Geschäft mit der Lieferung von fertigem Essen und Lebensmitteln hat in Zeiten von Corona und Homeoffice Konjunktur. «Covid-19 war für uns eine Art Zeitmaschine», resümierte Fang. Verhaltensweisen, die sonst länger gebraucht hätten, um sich zu entwickeln, beschleunigten sich nach seinem Eindruck.

Lieferando war in Deutschland für längere Zeit nahezu der einzige Anbieter für Restaurantlieferungen gewesen. Inzwischen hat sich das Bild stark gewandelt, der Markt ist zunehmend umkämpft: Neben Wolt ist auch der Berliner Konzern Delivery Hero unter seiner Marke Foodpanda wieder auf dem Heimatmarkt unterwegs und will nach eigenem Bekunden auch in Stuttgart loslegen. Delivery Hero hatte erst 2019 sein gesamtes Deutschlandgeschäft verkauft.

Welches Gericht dürfte bei DoorDash besonders häufig ausgeliefert werden, vielleicht die Pizza? «Das wissen wir noch nicht. Wir starten ja jetzt erst hier», meinte Fang im Gespräch. «Wir sind schon gespannt, was die Kunden in Stuttgart haben wollen.» Der Startup-Gründer lieferte bei herbstlichen Wetter selbst mit aus - und verlief sich auf dem Weg zum Kunden in einem Mehrfamilienhaus.(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wenn Kneipen schließen, fehlen nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Oliviero Angeli wichtige Orte für Austausch und Verständnis. Das hat auch Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Supreme Sports Hospitality GmbH übernimmt künftig die gastronomische Versorgung des Musikfestivals World Club Dome in Frankfurt am Main. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde mit der World Club Dome GmbH ein Vertrag über fünf Jahre geschlossen.

Thomas Bühner sucht Mitarbeiter für ein neues Gastronomieprojekt im Münsterland. Der ehemalige Drei-Sterne-Koch kündigt damit eine Rückkehr zu seinen westfälischen Wurzeln an und macht zugleich ein bislang unbekanntes Restaurantvorhaben öffentlich.

Wie erwartet: Das Bier auf dem Oktoberfest wird teurer. Dreieinhalb Monate vor dem Anstich hat die Stadt München die Preise bekanntgegeben. Ist der Anstieg moderat?

Die Deutsche Bahn aktualisiert ihr Angebot an Weinen in ICE- und Intercity-Zügen. Unterstützt durch das Deutsche Weininstitut wurden vier neue Produkte in die Bordgastronomie aufgenommen.

Die Berliner Gastronomin Marie-Anne Wild hat zum achten Mal den MAW Ladies Lunch im Restaurant Tim Raue ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Austausches stand die Sichtbarkeit von Frauen in verschiedenen Berufsfeldern.

Zum zehnjährigen Jubiläum feiern die HeimWerk Restaurants ihr Bestehen mit einer Aktionswoche und plant für den Sommer 2026 die Eröffnung eines weiteren Standorts in Leipzig.

Eine neue Umfrage zeigt, wie viel Gäste für Kaffee in Restaurants und Cafés ausgeben würden. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass steigende Preise das Kaufverhalten vieler Verbraucher zunehmend beeinflussen.

Nach vielen Jahren hat die bekannte «Mokka-Milch-Eisbar» wieder geöffnet und Hunderte Gäste angezogen. Warum das Kult-Lokal schon kurz darauf wieder schließt – und wann die Rückkehr geplant ist.

Mit dem Joseph’s eröffnet Anfang Juni ein neues Restaurant im Titlis Tower auf mehr als 3.000 Metern Höhe. Das gastronomische Angebot ist Teil eines Investitionsprojekts der Titlis Bergbahnen, das bis 2029 umgesetzt werden soll.