Wirte in Mecklenburg-Vorpommern wünschen sich mehr Außengastronomie

| Gastronomie Gastronomie

Cafés und Restaurants im Nordosten wünschen sich mehr Flächen für Außengastronomie in den Städten. Das erklärt der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, auf dpa-Anfrage.

«Zu einer lebendigen, weltoffenen Stadt gehört auch eine aktive Außengastronomie. Das ist nicht nur gut für das Stadtbild, sondern auch für das Wohlfühlklima», sagt Schwarz. Er bitte die Verantwortlichen in den Städten, daran zu denken, dass sie mit der Bewilligung von Außenflächen nicht den Gastronomen einen Gefallen tun, sondern etwas zum Wohl der Stadt selbst tun.

Die wenigsten Gastronomen hätten eigene Flächen, sie seien auf Konzessionen für öffentlichen Platz in den Städten angewiesen. «Für uns ist wichtig, wie wir das miteinander hinbekommen», sagt der Dehoga-Präsident. Klar sei, dass die Gastronomen «vernünftige Konditionen» bekommen müssten. Bei Umfragen zur Attraktivität von Städten als Wohnort sei eine lebendige Gastronomie ein entscheidender Punkt.

Neubrandenburg wünscht sich mehr Außengastronomie

Eine dpa-Umfrage unter den Städten im Bundesland ergibt ein differenziertes Bild. Neubrandenburg wünsche sich ausdrücklich eine Ausweitung der Außengastronomie, heißt es aus der Pressestelle der Stadt. Citymanager Michael Schröder stehe in engem Austausch und habe bereits mehrere Gastronomen überzeugen können, zusätzliche Außenflächen zu bewirtschaften – insbesondere auf dem Marktplatz und in der Turmstraße.

Rostock habe die Bereiche für Außengastronomie in der Corona-Pandemie umfassend und zum Teil temporär erweitert, zum Beispiel in der Warnemünder Mühlenstraße und in der sogenannten «Sommerstraße» in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, so die Pressestelle. Die dort gesammelten Erfahrungen hätten den zusätzlichen Bedarf deutlich gemacht. Perspektivisch wolle man mehr Raum für Außengastronomie anbieten, auch im Stadthafen. 

Schwerin steuert die Außengastronomie nach Angaben von Citymanager Stefan Purtz vor allem durch die Umwidmung von Straßen in Fußgängerzonenbereiche. So entstehe erst die Möglichkeit, größere außengastronomische Bereiche zu genehmigen. Auf Gehwegen sei dies schwierig, weil dann die Durchgangsbreiten für andere Nutzer oft zu gering sei. Mit der Umwidmung der Puschkinstraße sowie den angrenzenden Bereichen in Domstraße und Domhof würden mutmaßlich weitere Bereiche in absehbarer Zeit dazukommen, so die Stadt.

«Andere Nutzergruppen nicht beeinträchtigen»

Gerade in der Schweriner Buschstraße habe sich in den letzten Jahren eine umfangreichere gastronomische Meile entwickelt – generell habe sich hier die Aufenthaltsqualität erhöht. «Dazu hat die Stadt ebenfalls beigetragen, indem sie neue, mobile Stadtmöbel konzipiert und aufgestellt hat», erklärt die Pressestelle. Außengastronomie trage zur Belebung der Innenstadt bei – wenn gestalterische Standards eingehalten und andere Nutzergruppen nicht beeinträchtigt werden. 

In Wismar wurden im laufenden Jahr bisher sieben Genehmigungen für Außengastronomie mit einer Erweiterungsfläche genehmigt, erklärt die Pressestelle. Ansonsten seien die Sondernutzungsflächen bereits weitgehend ausgereizt. In Greifswald und Stralsund ist eine generelle Ausweitung des Außenbereichs aktuell nicht geplant. Interessenten könnten aber jederzeit einen Antrag auf Sondernutzung stellen, heißt es dort.

In den Städten des Landes gebe es eine große Auswahl an Außengastronomie, sagt die Präsidentin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Birgit Hesse. Restaurants und Cafés in den Städten zeichne oft etwas ganz Besonderes aus. Aufgrund der Wassernähe in vielen Städten hätten viele einen direkten Blick aufs Wasser. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant-Hotel Obauer in Werfen wird Ende Oktober 2026 schließen. Karl, Rudi und Angelika Obauer beenden den Familienbetrieb nach mehr als 47 Jahren und treten in den Ruhestand.

Die Berliner Kaffeekette LAP Coffee hat nach eigenen Angaben ihren ersten Standort in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Der neue Store befindet sich in Köln. Das Konzept von LAP Coffee sorgt in der Branche für Diskussionen.

Laut einer Forsa-Umfrage schränken viele Menschen in Deutschland wegen steigender Preise ihren Alltag ein. Besonders häufig wird bei Restaurantbesuchen, Kraftstoff und Freizeitaktivitäten gespart.

Die Bayerischen Jugendmeister 2026 im Gastgewerbe wurden in der Münchener Allianz Arena gekürt. Neben Einzelsiegern in vier Kategorien wurde auch die beste Mannschaftswertung unter den bayerischen Berufsschulen ermittelt.

Im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen schweren Bandendiebstahls hat die Münchner Polizei Wohnungen und Spinde von Mitarbeitern des Spatenhauses an der Oper durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen 50 Tatverdächtige auch aus der Belegschaft des Restaurants.

McDonald’s hat im ersten Quartal 2026 Umsatz und vergleichbare Verkäufe gesteigert. Das Unternehmen meldet Wachstum in allen Geschäftssegmenten sowie höhere Systemumsätze weltweit.

Schnittverletzungen führen in der Gastronomie zu durchschnittlichen Ausfallzeiten von über einer Woche pro Vorfall. Die BGN informiert über die korrekte Auswahl, Pflege und Lagerung von Handmessern zur Vermeidung von Arbeitsunfällen.

Der Michelin Guide Belgien und Luxemburg 2026 ist in Antwerpen vorgestellt worden. Zwei Restaurants erhielten neu zwei Michelin-Sterne, zehn weitere wurden erstmals mit einem Stern ausgezeichnet.

Gordon Ramsay hat die Servicegebühr in seinem Londoner Restaurant Lucky Cat für saisonale Menüs auf 20 Prozent erhöht. Medienberichte und Stimmen aus der Branche verweisen auf eine breitere Debatte über Trinkgeld, Löhne und Preisgestaltung in der Gastronomie.

Ein Dönerfirma-Chef sah sich in einem David-gegen-Goliath-Streit schon als Sieger, doch nun kommt es doch zum Schulterschluss mit dem Fast-Food-Riesen KFC. Ein bekannter Schauspieler wirkte daran mit.