116 neue Hotels in Berlin geplant - Grüne fordern mehr Kontrolle

| Hotellerie Hotellerie

In der Hauptstadt sind für die nächsten Monate und Jahre mindestens 116 neue Hotels mit insgesamt mehr als 8.100 Betten geplant. Die Projekte sind in unterschiedlichen Planungsstadien, wie aus einer Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bei einigen liegen Bauvoranfragen vor, bei anderen Bauanträge und wieder andere sind genehmigt. 

Die geplanten Hotelprojekte verteilen sich sehr unterschiedlich auf die einzelnen Bezirke: Mit mindestens etwa 4.800 sollen mehr als die Hälfte aller geplanten Betten in Friedrichshain-Kreuzberg entstehen. Allein rund 2.600 davon entfallen auf den geplanten Umbau eines leerstehenden Bürogebäudes in der Rudi-Dutschke-Straße zu einem großen Hostel der Kette A&O. Im Bezirk Spandau wiederum sind lediglich 75 Betten geplant. 

Die Zahlen sind nicht vollständig, weil der Senat für viele aufgeführte Beherbergungsprojekte keine Bettenzahl angegeben hat. Zudem haben die Bezirke Pankow und Steglitz-Zehlendorf den Angaben zufolge keine Daten gemeldet. 

Grüne: Bettenauslastung deutlich niedriger als in Paris

Die Grünen im Abgeordnetenhaus kritisierten die hohe Zahl an geplanten Betten und Zimmern. «Obwohl Berlin bereits ein riesiges Überangebot an Hotelbetten hat und obwohl die Übernachtungszahlen sinken, sollen nun noch viele Tausend Betten hinzukommen», teilte der Sprecher für Stadtentwicklung und Tourismus, Julian Schwarze, mit. 

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Tourismus-Gesellschaft Visit Berlin in der Hauptstadt rund 29,4 Millionen Übernachtungen und damit gut 1,2 Millionen weniger als im Jahr davor. Dem Senat zufolge lag die durchschnittliche Auslastung im Jahr 2025 in den Hotels bei rund 55 Prozent, in Gasthöfen bei 34 Prozent, in Pensionen bei etwa 48 Prozent und in Jugendherbergen bei 46 Prozent. Die Grünen wiesen darauf hin, dass die Auslastung in anderen europäischen Metropolen, etwa Paris, deutlich höher sei. 

Aus Sicht der Branche sei der entscheidende Wert aber die durchschnittliche Zimmerauslastung, hieß es in der Antwort des Senats auf die Anfrage. Diese lag demnach im vergangenen Jahr bei rund 74 Prozent. 

Schwarze forderte vom Senat einen Entwicklungsplan für Hotels und eine stärkere Steuerung neuer Projekte. «Neue Hotels sollen nur dann zulässig sein, wenn sie kiezverträglich sind.» Die Bezirke selbst hätten kaum Möglichkeiten, solche Projekte zu verhindern.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die The Chocolate on the Pillow Group (COTP) hat einen Miet- und Franchisevertrag für das im Bau befindliche Holiday Inn Express Kassel unterzeichnet. Damit sichert sich das Unternehmen das dritte Hotel aus der Insolvenz der Revo Hospitality Group.

Grand Metropolitan Hotels will das gemeinsame Joint Venture mit dem Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) beenden. Gleichzeitig berichten Medien über weitreichende Maßnahmen eines Amsterdamer Gerichts im laufenden Streit zwischen beiden Gesellschaftern.

Für das insolvente Traditionshotel Bösehof in Bad Bederkesa zeichnet sich eine Lösung ab. Ein Ehepaar aus der Region soll das Haus übernehmen, während die Gläubiger noch im Juli über den Insolvenzplan entscheiden.

Der Convenience-Großhändler MCS hat im Highway Hotel Herbolzheim seinen ersten autonomen 24-Stunden-Shop eröffnet. Mit dem Standort erweitert das Unternehmen sein Konzept erstmals auf die Hotellerie.

Eine professionell gestaltete E-Mail zu einem angeblichen Bettwanzenbefall hat in einem Hotelunternehmen zunächst einen glaubwürdigen Eindruck hinterlassen. Erst ein nicht existierendes Zimmer entlarvte den Vorgang als Phishing-Versuch.

Die Accor-Gruppe erweitert im Jahr 2026 ihr weltweites Hotelportfolio um zahlreiche neue Standorte und Luxusprojekte. Der Fokus liegt dabei auf einer globalen Expansion in unterschiedlichen Marktsegmenten.

Eine Branchenstudie von XPORT hat knapp 20.000 deutsche Hotel-Websites automatisiert auf Barrierefreiheit untersucht. Nach Angaben des Unternehmens weisen mehr als 85 Prozent der analysierten Seiten erkennbare Verstöße gegen WCAG-Richtlinien auf.

Smartments wird zwei Serviced-Apartmenthäuser in Berlin und Bielefeld für M&G Real Estate betreiben. Mit den langfristigen Mietverträgen wächst das Portfolio des Unternehmens auf 16 Standorte mit 2.389 Apartments.

Eine YouGov-Umfrage im Auftrag von a&o Hostels zeigt: Für viele Europäer bestimmen im Sommer 2026 vor allem Kosten und Unsicherheiten die Urlaubsplanung. Während jeder Elfte ganz auf eine Reise verzichtet, gewinnen Kurztrips innerhalb Europas an Bedeutung.

Aus einem ehemaligen H-Plus-Hotel entstand innerhalb von sechs Monaten das Moxy Zurich. Marco Meier von der SV Hotel beschreibt in einem Video-Gespräch, wie der Betreiberwechsel, der Umbau und die Neupositionierung des Hauses umgesetzt wurden.