2023 bundesweit 9,3 Millionen Übernachtungen in Jugendherbergen

| Hotellerie Hotellerie

Die Jugendherbergen in Deutschland haben im Jahr 2023 9,3 Millionen Übernachtungen gezählt. Das ist im Vorjahresvergleich ein Plus von 8 Prozent. Mit 3,8 Millionen Übernachtungen entfiel dabei mit 41 Prozent der größte Teil auf die Schulen.

Erneut haben viele Schulklassen im vergangenen Jahr die 400 Jugendherbergen in Deutschland für Fahrten genutzt. Die Lehrerinnen und Lehrer hätten damit das während der Coronapandemie ausgefallene wichtige soziale und emotionale Lernen nachgeholt, sagte am Dienstag Oliver Peters, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). Er stellte in Detmold die Zahlen für das Jahr 2023 vor. Demnach hat der gemeinnützige Verband bundesweit 9,3 Millionen Übernachtungen gezählt. Das ist laut Peters im Vorjahresvergleich ein Plus von 8 Prozent. Mit 3,8 Millionen Übernachtungen entfiel dabei mit 41 Prozent der größte Teil auf die Schulen.

Die Schulklassen hatten bereits 2022 nach der Coronapandemie ihr Comeback gefeiert. Peters zeigte sich daher überrascht, dass es in diesem Segment nochmals einen Zuwachs gab. Im Vergleich zu 2022 legten die Buchungen von Schulen um 6 Prozent zu.    

Die Inflation und die in der Zwischenzeit hohen Energiepreise hätten den Jugendherbergen im vergangenen Jahr zugesetzt, sagte der Hauptgeschäftsführer. Die Jugendherbergen mit 5000 Angestellten hätten versucht, die Preissteigerungen so verträglich wie möglich zu gestalten. Um die Folgen abzufedern, seien die Mitgliedsbeträge so wichtig. Nach seinen Angaben hatte das Werk im vergangenen Jahr knapp 2,4 Millionen Mitglieder. Im Vergleich zu 2022 ist das ein Plus von 2,5 Prozent.

Das Jugendherbergswerk ist als Träger der Kinder- und Jugendhilfe dem Gemeinwohl verpflichtet und darf keine Gewinne erwirtschaften. Während der Coronapandemie hatte das DJH die gesetzlich möglichen geringen finanziellen Rücklagen aufgebraucht. 

Bei den jetzt anstehenden energetischen Sanierungen einiger Häuser war es deshalb auf staatliche Hilfe angewiesen. Es müsse nachhaltig saniert werden, sagte Peters. Das ergebe sich schon aus der eigenen Satzung. Aber dort, wo dies aus eigener Kraft nicht möglich sei, gehe es nicht ohne Hilfe. Und wo Schlösser und Burgen genutzt werden, müsse bei den Regeln für die Sanierung nachgesteuert werden.

Auch die Jugendherbergen haben Probleme, die nötigen Fachkräfte für ihre Häuser zu finden. Hier habe sich die Lage zwar nach der Pandemie etwas entspannt. Peters nennt es aber dramatisch, dass die Bundesregierung beim Bundesfreiwilligendienst in den nächsten beiden Jahren im Haushalt einsparen will. Für die Suche nach Talenten sei das ein schlimmes Signal.

Der DJH ist vom 25. bis 28. September Gastgeber für die Weltkonferenz der Jugendherbergen in Berlin. Peter erwartet dann von den 58 Verbänden mit rund 2500 Häusern bis zu 120 Gäste zu dem dreitägigen Treffen in der Hauptstadt.  (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Für 165 Hotels der insolventen REVO Hospitality Group sind Investorenlösungen gefunden worden. Der überwiegende Teil der rund 5.450 Hotelarbeitsplätze soll erhalten bleiben. Dagegen werden die Arbeitsverhältnisse von 450 Mitarbeitern der Unternehmenszentrale nicht fortgeführt.

Bei den Akzent Hotels haben in den vergangenen Monaten fünf Häuser innerhalb des Netzwerks einen Generationswechsel vollzogen. Die neuen Betriebsleiter rekrutierten sich dabei aus der Gruppe der sogenannten Jungen Akzentler.

Das Davoser Fünf-Sterne-Hotel Seehof stellt seinen Sommerbetrieb zum 14. Juni 2026 ein. Die Betreiberin Revo Hospitality Group verweist auf Synergien mit dem ebenfalls in Davos betriebenen Grandhotel Belvédère.

Die Motel One Group hat zum 1. Juni 2026 zwei bislang von der Revo Hospitality Group betriebene Hotels in Kiel übernommen. Für die Immobilien wurde ein neuer Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen.

Die Bülow AG hat den Verkaufsprozess für den Porsche Design Tower Stuttgart gestartet. Das 2023 fertiggestellte Gebäude umfasst Hotel- und Büroflächen mit insgesamt rund 16.500 Quadratmetern Mietfläche.

Das Flensburger Boutiquehotel Petuh begeht sein fünfjähriges Bestehen. Nach einer umfassenden Sanierung infolge einer Sturmflut im Jahr 2023 setzt das Haus weiter auf eine Ausrichtung für Erwachsene, die Abstand vom Alltag suchen.

Das ehemalige Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt am Main hat zum 1. Juni 2026 als Taj Hessischer Hof Frankfurt wieder eröffnet. Betreiber ist die Indian Hotels Company Limited. Das Hotel war seit Ende 2020 geschlossen. Mit der Wiedereröffnung bringt die indische Hotelmarke Taj ihr Angebot erstmals auf das europäische Festland.

Das Hotel Golebiewski in Pobierowo eröffnet Ende Juni mit 500 Zimmern und umfangreichen Freizeitangeboten. Das Projekt gilt als größtes Hotel an der polnischen Ostseeküste und strebt eine Kapazität von über 1.200 Zimmern an.

SV Deutschland übernimmt ab September die exklusive Verantwortung für den Hospitality-Betrieb im neuen Präventionszentrum Previer in der Hamburger HafenCity. Das Leistungsspektrum umfasst die Verpflegung sowie den Betrieb von 234 Zimmern.

Anzeige

Das Restaurant ist montags halb leer. Die Lobby steht tagsüber weitgehend ungenutzt. Zehn Zimmer bleiben unter der Woche regelmäßig frei. Solche Situationen kennen die meisten Hoteliers. Lange Zeit lautete die zentrale Frage: Wie bekommen wir diese Kapazitäten verkauft? Heute stellen sich viele Häuser eine zweite Frage: Wie können wir sie nutzen?