Accor meldet leicht rückläufige Hotelnachfrage in Deutschland

| Hotellerie Hotellerie

Accor hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert. Nach Angaben des Hotelkonzerns stieg das wiederkehrende EBITDA währungsbereinigt um 6,5 Prozent auf 563 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich währungsbereinigt um 3,0 Prozent auf 2,76 Milliarden Euro. Für den deutschen Markt berichtet Accor hingegen von einer leicht rückläufigen RevPAR-Entwicklung im zweiten Quartal. Als Grund nennt das Unternehmen einen weniger günstigen Kalender mit Messen und Veranstaltungen.

Im ersten Halbjahr eröffnete Accor nach eigenen Angaben 109 Hotels mit knapp 14.000 Zimmern. Das Hotelportfolio umfasste Ende Juni 5.835 Hotels mit 881.928 Zimmern. Die Entwicklungspipeline belief sich auf mehr als 268.000 Zimmer in 1.595 Hotels. Die Nettoeinheitenentwicklung der vergangenen zwölf Monate beziffert der Konzern auf 3,2 Prozent.

Deutschland verzeichnet leicht negatives RevPAR im zweiten Quartal

Im Bereich Premium, Midscale und Economy stieg der RevPAR im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach Unternehmensangaben um 0,1 Prozent. Ohne den Nahen Osten habe das Plus 1,1 Prozent betragen.

Für die Region Europa und Nordafrika berichtet Accor von einem RevPAR-Anstieg um 0,2 Prozent. In Deutschland, das nach Unternehmensangaben elf Prozent des Zimmerumsatzes der Region ausmacht, habe sich die Nachfrage gegenüber dem Vorquartal leicht abgeschwächt. Das RevPAR-Wachstum sei dadurch leicht negativ ausgefallen. Als Ursache nennt Accor einen weniger günstigen Kalender mit Messen und Veranstaltungen.

Nahostkonflikt belastet vor allem Vereinigte Arabische Emirate

Nach Angaben des Konzerns verlief das Hotelgeschäft in den ersten beiden Monaten des Jahres zunächst sehr stark. Der seit Ende Februar andauernde Konflikt im Nahen Osten habe das wirtschaftliche Umfeld im zweiten Quartal jedoch erheblich beeinträchtigt. Besonders betroffen seien die Vereinigten Arabischen Emirate gewesen. Im April habe die Geschäftstätigkeit dort zeitweise um nahezu 80 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen, im Juni noch um rund 40 Prozent. Dagegen hätten sich unter anderem Saudi-Arabien, Ägypten und die Türkei weiterhin positiv entwickelt.

Der Konzern verweist darauf, dass der RevPAR im ersten Halbjahr um 2,2 Prozent gestiegen sei. Ohne den Nahen Osten habe das Wachstum 4,6 Prozent betragen.

Accor bestätigt Ausblick für das Gesamtjahr 2026

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Accor weiterhin ein RevPAR-Wachstum zwischen zwei und 2,5 Prozent, ein Netzwachstum von rund 3,5 Prozent sowie ein wiederkehrendes EBITDA zwischen 1,26 Milliarden Euro und 1,285 Milliarden Euro. Grundlage dieser Prognose seien die aktuellen Marktbedingungen sowie die Annahme, dass sich das makroökonomische Umfeld nicht wesentlich verschlechtere.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Hotelgäste lassen sich Essen längst ins Hotel liefern. Mehrere Hotelunternehmen binden Lieferdienste inzwischen gezielt in ihre Angebote ein: tent Hotels schafft eigene Bereiche für Lieferessen, Wyndham und Hilton arbeiten mit Grubhub, Marriott mit Uber – und Accor plant eine Uber-Partnerschaft auch in Deutschland.

Der Hotelverband Deutschland veröffentlicht die zweite Staffel seines Podcasts Zukunft Hotel mit zehn neuen Episoden und beleuchtet zum Auftakt aktuelle Fragen zu Betreiberverträgen und Hotelimmobilien.

Die Motel One Group hat ein neues Hotel mit 177 Zimmern in der Koblenzer Innenstadt eröffnet. Das Innenraumkonzept des Hauses greift den Zusammenfluss von Rhein und Mosel auf.

Auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal in München-Milbertshofen soll ein neues Quartier entstehen. Teil der Planung ist ein 88 Meter hohes Hochhaus mit Hotel und Skybar.

Iremis kauft das Novotel Freiburg am Konzerthaus für rund 28 Millionen Euro von Deka Immobilien. Nach einer Sanierung soll das Hotel mit 219 Zimmern im Herbst 2027 unter der Marke Scandic wiedereröffnet werden.

Europas Hotelinvestoren konzentrieren sich auf gehobene und luxuriöse Hotels. Im ersten Halbjahr 2026 floss die Hälfte des Investitionsvolumens in „Upper Upscale“- und „Upscale“-Hotels, während die Zahl der Transaktionen über 100 Millionen Euro um 30 Prozent stieg.

Die Centralis Immobilien Gruppe hat in einer Doppeltransaktion zwei ehemalige Hotels am Kölner Hauptbahnhof erworben. Die Gebäude sollen nun saniert und zu Serviced Apartments mit insgesamt 233 Einheiten umgebaut werden.

1912 Hotels hat die Übernahme und den Betrieb im Rahmen eines langfristigen Pachtvertrags der Marbella Old Town Hotel Collection im spanischen Marbella bekanntgegeben. Mit den neuen Häusern startet auch die neue Marke 1912 Collection.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Booking.com wegen des Empfehlungssystems bei der Unterkunftssuche auf einer Karte verklagt. Der vzbv beanstandet die Angaben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu den Kriterien, nach denen Inhalte abhängig vom Hinein- oder Herauszoomen vorgeschlagen werden.

Das Hotel Schweizerhof in Lenzerheide warnt rund 10.000 Adressaten vor betrügerischen WhatsApp-Nachrichten. Inhaber des Viersternehauses ist Andreas Züllig, der langjährige Präsident von HotellerieSuisse. Nach seinen Angaben wurden vermutlich Reservierungssysteme gehackt, die das Hotel nutzt.