Airbnb: 20 Prozent aller privaten US-Übernachtungen und mehr Umsatz als Hilton

| Hotellerie Hotellerie

Airbnb ist weiter auf Expansionskurs und macht damit der Hotellerie kräftig Konkurrenz. Medienberichten zufolge hat sich die Bettenbörse in den USA mittlerweile schon ein Fünftel des privaten Übernachtungsmarkts geschnappt und beim Umsatz nun die Hotelkette Hilton überholt. Airbnb ist jedoch nicht das einzige Unternehmen: Der zu Expedia gehörende Konkurrent HomeAway kommt auf 11 Prozent. 

Laut der Website Recode, die die Erhebung zu erst veröffentlicht hatte, berufe man sich dabei auf Zahlen von Second Measure, die anonymisierte Zahlungsströme analysieren. Auf dem Zettel von Airbnb stünden dabei neben den Übernachtungen auch die Kosten für sogenannte Erfahrungen, also gebuchte Touren oder andere Unternehmungen. Bei den Hotelumsätzen wurden laut manager magazin auch die F&B-Umsätze sowie bestimmte Dienstleistungen einkalkuliert. 

In Europa sieht es hingegen weniger rosig aus: So plant zum Beispiel die österreichische Bundesregierung, die Vermietung privater Unterkünfte für touristische Zwecke zu regulieren. Zu diesem Zweck soll eine Registrierungspflicht für alle Privatvermietungen über eine Online-Plattform eingeführt werden. Ferner soll mehr Steuergerechtigkeit erreicht werden. Die Hotellerie begrüßt den Vorstoß.

Es gehe, so eine Pressemitteilung der Bundesregierung, um die Schaffung von „fairen Rahmenbedingungen“, da die Privatvermietung über Plattformen wie Airbnb mittlerweile eine „relevante Größe“ geworden sei und es eine „starke Schieflage“ zwischen gewerblichen Vermietern, „die brav ihre Steuern zahlen“ würden, und privaten Anbietern gebe, wo das oft nicht der Fall sei.

Jetzt will die Bundesregierung auch die Buchungsplattformen und Vermieter „gleichermaßen in die Pflicht“ nehmen und plant eine entsprechende EU-Richtlinie zu Meldepflicht für Buchungen und Umsätze im Jahr 2020 umzusetzen. Über deine digitale Plattform soll eine eine „österreichweit einheitliche Registrierungspflicht für alle Privatvermietungen“ umgesetzt werden.

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) will nun zeitnah Gespräche mit allen Bundesländern aufnehmen, um diese eine möglichst einfache und österreichweit einheitliche Lösung zu erarbeiten, die auch für mehr Steuergerechtigkeit sorgen soll: „"Es geht hier um Steuergerechtigkeit in der Tourismus-Branche. Wer Zimmer vermietet, der soll dafür Steuern bezahlen, genau wie es Hotels, Pensionen oder Gasthöfe auch tun müssen", sagte Köstinger.
Der Schritt der Regierung, die Vermietung von Zimmern über Plattformen wie Airbnb zu regeln, findet natürlich großen Zuspruch in der Hotellerie. Die Obfrau des Fachverbandes der Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler, begrüßt und unterstützt die Ankündigung von Tourismusministerin Elisabeth Köstinger, ab 2020 eine umfassende Registrierungspflicht bei Buchungsplattformen für private Beherberger über die digitale Amtsseite www.österreich.gv.at einzuführen.

„Damit wurde eine langjährige Forderung des Fachverbandes Hotellerie aufgegriffen. Es ist wichtig, dass eine unbürokratische bundesweite Registrierungspflicht nun auch rasch mit den Bundesländern und den betroffenen Bundesdienststellen akkordiert wird, damit sowohl die Autorisierungspflicht- und Registrierungspflicht für die privaten Beherberger als auch auch die Auskunfts- und Informationspflicht von Airbnb & Co. rechtlich verankert und tatsächlich kontrolliert werden kann“, sagte Kraus-Winkler.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Wert des investmentrelevanten deutschen Hotelmarktes ist 2025 nach Berechnungen von bulwiengesa und Union Investment auf 66,1 Milliarden Euro gestiegen. Neue Hotelzimmer trugen den größten Teil zum Zuwachs bei, während Bestandswerte nur leicht zulegten.

Das Bristol Berlin bekommt nach umfassender Modernisierung eine neue Markenheimat. Das Traditionshotel am Kurfürstendamm wird als erstes Haus in Deutschland Teil der Vignette Collection von IHG Hotels & Resorts. Eigentümer Aroundtown will die letzten Arbeiten bis Ende 2026 abschließen.

Künstliche Intelligenz soll nach Einschätzung von Accenture künftig einen größeren Teil der Reiseplanung übernehmen. Während viele Verbraucher einem KI-Agenten bereits die Zusammenstellung einer kompletten Reise anvertrauen würden, wollen sie die Auswahl des Hotels häufig weiterhin selbst treffen.

Die irische Hotelmarke The Dean expandiert weiter auf dem deutschen Markt und eröffnet ein neues Haus im Münchner Westend. Das Hotel kombiniert ein vom bayerischen Jugendstil inspiriertes Design mit einem modernen japanischen Gastronomiekonzept.

Das Kölner Hopper Hotel St. Josef wurde neugestaltet, die Zimmer und öffentlichen Bereiche erhielten ein neues Designkonzept. Das Projekt verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit nachhaltigen Materialien und moderner Ausstattung.

Nach einem Bericht des SWR haben zwei Mainzer Hotels sämtlichen Beschäftigten gekündigt. Die Gewerkschaft NGG vermutet einen Zusammenhang mit einer geplanten Betriebsratsgründung, während die Hotelgruppe von dringenden betrieblichen Erfordernissen spricht.

Der geplante Verkauf des ehemaligen Dorint-Hotels am Stausee Bitburg an die Interspa-Gruppe ist gescheitert. Damit können auch die im Frühjahr 2025 vorgestellten Pläne für ein Familien- und Wellness-Resort vorerst nicht umgesetzt werden.

Scandic und Axfast planen in Stockholm ein unterirdisches Hotel mit 135 fensterlosen Zimmern. Das Haus soll 2027 eröffnen und in einem umgebauten Gebäude unter der Drottninggatan, der bekanntesten Einkaufsstraße Stockholms, entstehen.

Limehome hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben neue Partnerschaften geschlossen und seine Expansion in mehreren europäischen Märkten fortgesetzt. Dazu gehören ein erstes Projekt mit Aroundtown in Frankfurt sowie weitere Vorhaben in Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und den Niederlanden.

Der Badische Hof in Baden-Baden nimmt den Betrieb unter der Marke Leonardo Limited Edition wieder auf. Nach einer ersten Phase im Juli folgt im Herbst das offizielle Grand Opening.