Bettensteuer in mehr NRW-Städten

| Hotellerie Hotellerie

Touristen und Geschäftsreisende müssen in mehr Großstädten von Nordrhein-Westfalen eine Bettensteuer auf den Übernachtungspreis entrichten. In der Landeshauptstadt Düsseldorf wird ab dem 1. Januar 2024 eine solche kommunale Abgabe für Touristen und Geschäftsreisende erhoben, die es hier bislang nicht gab. In den Städten Münster und Bonn wird die bereits für Touristen geltende Bettensteuer ab 1. Januar 2024 auf Geschäftsreisende ausgeweitet. In Köln ist eine solche Ausweitung zur Mitte des neuen Jahres geplant.

Die Bettensteuer ist zuvor auch schon in Dortmund und Wuppertal auf Geschäftsreisende ausgeweitet worden. Durch die Ausweitung der Regelung beziehungsweise die Neueinführung kamen Münster, Bonn und Düsseldorf nunmehr hinzu. Damit müssen ab Anfang 2024 sowohl Touristen als auch Geschäftsreisende in insgesamt fünf der zehn größten NRW-Städte die Abgabe zahlen, wie die Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Ab der zweiten Jahreshälfte 2024 wird das in sechs der zehn größten Städte Nordrhein-Westfalens der Fall sein.

Auf Touristen beschränkt gibt es die Bettensteuer außerdem bereits seit längerem in der größten Stadt des Bundeslandes, in Köln. Sie werde zum 1. Juli 2024 auf Geschäftsreisende ausgeweitet, wie der Stadtrat im Dezember beschlossen habe, sagte ein Sprecher der Stadt. Zwingend beruflich veranlasste Übernachtungen sind bislang von der «Kulturförderabgabe» - wie die Bettensteuer in Köln genannt wird - ausgenommen. Köln ist wie Düsseldorf ein wichtiger Messestandort, der mit den großen Veranstaltungen zahlreiche Messebesucher anzieht.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Mai vergangenen Jahres ein jahrelanges Hickhack um die kommunalen Abgaben beendet. Es entschied, dass diese mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Darüber hinaus gaben die Karlsruher Richterinnen und Richter grünes Licht für eine Ausweitung auf Geschäftsreisende, die bis dahin ausgenommen waren.

Während eine Bettensteuer durch die Neueinführung in Düsseldorf ab 2024 in sechs der zehn größten NRW-Städte erhoben wird, gibt es in Essen, Duisburg, Bochum und Bielefeld aktuell weiterhin keine Pläne für eine solche Abgabe, wie Sprecherinnen und Sprecher erklärten.

Auch bei der Höhe der Bettensteuer gibt es Unterschiede: Düsseldorf setzt auf einen festen Betrag von drei Euro pro Person und Nacht. Im Vorfeld der Entscheidung hatte es heftige Diskussionen gegeben, weil das Übernachtungen in der Jugendherberge ebenso wie Übernachtungen in einem Luxushotel betreffen würde. Von der Bettensteuer sind deshalb Minderjährige und Klassenfahrten ausgenommen worden. Die Düsseldorfer Bettensteuer fällt nicht so hoch aus wie ursprünglich vorgeschlagen, als fünf Euro pro Person und Nacht im Raum standen. Auch etwa in Münster gibt es Ausnahmeregelungen insbesondere für Klassenfahrten.

In anderen NRW-Großstädten mit Bettensteuer wird ein prozentualer Betrag auf den Übernachtungspreis von zumeist fünf Prozent fällig. In Bonn steigt die Abgabe ab 2024 auf sechs Prozent an. Bislang betrug sie in der Bundesstadt fünf Prozent von dem für die Beherbergung aufgewendeten Betrag einschließlich Mehrwertsteuer. In Dortmund sind 7,5 Prozent der Beherbergungsentgelte zu entrichten. In Münster beträgt die Bettensteuer 4,5 Prozent des Übernachtungspreises.

Für die Kommunen bedeutet die Erhebung der Bettensteuer erhebliche Einnahmen, die nach früheren Angaben des Städtetages NRW einen wichtigen Beitrag leisten, um etwa Infrastrukturprojekte für Tourismus und Geschäftsreisen vor Ort zu bezahlen. So rechnet die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Düsseldorf für ihren kommunalen Haushalt 2024 mit 11 Millionen Euro Erträgen aus der Bettensteuer. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Für 165 Hotels der insolventen REVO Hospitality Group sind Investorenlösungen gefunden worden. Der überwiegende Teil der rund 5.450 Hotelarbeitsplätze soll erhalten bleiben. Dagegen werden die Arbeitsverhältnisse von 450 Mitarbeitern der Unternehmenszentrale nicht fortgeführt.

Bei den Akzent Hotels haben in den vergangenen Monaten fünf Häuser innerhalb des Netzwerks einen Generationswechsel vollzogen. Die neuen Betriebsleiter rekrutierten sich dabei aus der Gruppe der sogenannten Jungen Akzentler.

Das Davoser Fünf-Sterne-Hotel Seehof stellt seinen Sommerbetrieb zum 14. Juni 2026 ein. Die Betreiberin Revo Hospitality Group verweist auf Synergien mit dem ebenfalls in Davos betriebenen Grandhotel Belvédère.

Die Motel One Group hat zum 1. Juni 2026 zwei bislang von der Revo Hospitality Group betriebene Hotels in Kiel übernommen. Für die Immobilien wurde ein neuer Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen.

Die Bülow AG hat den Verkaufsprozess für den Porsche Design Tower Stuttgart gestartet. Das 2023 fertiggestellte Gebäude umfasst Hotel- und Büroflächen mit insgesamt rund 16.500 Quadratmetern Mietfläche.

Das Flensburger Boutiquehotel Petuh begeht sein fünfjähriges Bestehen. Nach einer umfassenden Sanierung infolge einer Sturmflut im Jahr 2023 setzt das Haus weiter auf eine Ausrichtung für Erwachsene, die Abstand vom Alltag suchen.

Das ehemalige Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt am Main hat zum 1. Juni 2026 als Taj Hessischer Hof Frankfurt wieder eröffnet. Betreiber ist die Indian Hotels Company Limited. Das Hotel war seit Ende 2020 geschlossen. Mit der Wiedereröffnung bringt die indische Hotelmarke Taj ihr Angebot erstmals auf das europäische Festland.

Das Hotel Golebiewski in Pobierowo eröffnet Ende Juni mit 500 Zimmern und umfangreichen Freizeitangeboten. Das Projekt gilt als größtes Hotel an der polnischen Ostseeküste und strebt eine Kapazität von über 1.200 Zimmern an.

SV Deutschland übernimmt ab September die exklusive Verantwortung für den Hospitality-Betrieb im neuen Präventionszentrum Previer in der Hamburger HafenCity. Das Leistungsspektrum umfasst die Verpflegung sowie den Betrieb von 234 Zimmern.

Anzeige

Das Restaurant ist montags halb leer. Die Lobby steht tagsüber weitgehend ungenutzt. Zehn Zimmer bleiben unter der Woche regelmäßig frei. Solche Situationen kennen die meisten Hoteliers. Lange Zeit lautete die zentrale Frage: Wie bekommen wir diese Kapazitäten verkauft? Heute stellen sich viele Häuser eine zweite Frage: Wie können wir sie nutzen?