Booking sperrt Luxushotels in Frankfurt, Kitzbühel und auf Mallorca

| Hotellerie Hotellerie

Das Buchungsportal Booking.com hat mehrere europäische Luxushotels von seiner Plattform genommen und bestehende Reservierungen storniert. Davon betroffen sind renommierte Häuser in Frankfurt, Kitzbühel und auf Mallorca. Das berichten übereinstimmend die Financial Times und die FAZ. Grund für diesen Schritt sind Sanktionen gegen den iranischen Geschäftsmann Ali Ansari, dem die Immobilien zugerechnet werden.

Sanktionen gegen iranischen Eigentümer zeigen Wirkung

Die Maßnahme folgt auf Recherchen zu den Eigentumsverhältnissen der Hotels. In Deutschland betrifft der Ausschluss das Hilton Frankfurt City Centre sowie das Hilton Frankfurt Gravenbruch. Auch das Schlosshotel Kitzbühel in Österreich sowie das Steigenberger Golf and Spa Resort in Camp de Mar auf Mallorca sind nicht mehr über das Portal buchbar.

Gegen Ali Ansari wurden von der britischen Regierung Sanktionen verhängt, nachdem die von seiner Familie gegründete Ayandeh Bank im Oktober kollabierte. Ihm wird vorgeworfen, die iranischen Revolutionsgarden finanziell unterstützt zu haben. In London wurden bereits Immobilien im Wert von über 150 Millionen Pfund eingefroren. Sein gesamtes Portfolio in Europa wird auf rund 400 Millionen Euro geschätzt.

Der Wegfall von Booking.com als Vertriebskanal dürfte für die Häuser wirtschaftliche Folgen haben. Die Betreibergesellschaften haben sich zu der Sperrung und den Hintergründen bislang nicht geäußert. Die Frankfurter Hotels werden von ihren Holdinggesellschaften jeweils mit etwa 80 Millionen Euro bewertet. Das Steigenberger Camp der Mar wird von RIMC geführt. Das Schlosshotel in Kitzbühel ist inzwischen in der Betreiberschaft der Eigentümergesellschaft.

Politischer Kontext: EU verschärft Kurs gegen Teheran

Die Sperrung der Hotelkonten erfolgt zeitgleich mit einer Verschärfung der EU-Politik gegenüber dem Iran. Die Europäische Union hat die iranischen Revolutionsgarden offiziell als Terrororganisation eingestuft. EU-Chefdiplomatin Kallas begründete dies mit der brutalen Unterdrückung von Protesten im Iran, bei denen laut Menschenrechtsorganisationen Tausende Menschen getötet wurden.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul nannte die Einstufung ein notwendiges Signal gegen die destabilisierenden Aktivitäten des Regimes. Als juristische Grundlage diente unter anderem ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf, das eine Verbindung zwischen staatlichen iranischen Stellen und einem versuchten Brandanschlag auf eine Synagoge in Bochum feststellte.

Reaktionen aus dem Iran und den USA

Die iranische Führung bezeichnete die Einstufung als feindselig und warnte vor steigenden Energiepreisen und Konsequenzen für europäische Politiker. US-Außenminister Marco Rubio stufte die Führung in Teheran als geschwächt ein und bezeichnete die Revolutionsgarden als einen Staat im Staate. Zusätzlich zur Organisation wurden auch führende iranische Regierungsmitglieder, darunter der Innenminister, auf Sanktionslisten gesetzt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Hotelverband Deutschland sucht innovative Lösungen für die Hotellerie und hat die Bewerbungsphase für den Start-up-Award 2026 gestartet. Bis Ende April können Gründer ihre Konzepte einreichen, die Finalisten präsentieren sich im Juni am Nürburgring dem Fachpublikum.

Accor treibt das eigene Wachstum mit zahlreichen Projekten voran. Von neuen Standorten in Osteuropa bis hin zu Großprojekten auf den Philippinen setzt der Konzern verstärkt auf seine Premium- und Luxusmarken sowie strategische Markteintritte in neuen Regionen.

Was Menschen an einem Ort fühlen, entsteht nicht nur durch Architektur, Design oder Service, sondern auch durch Musik. Eine neue Studie von HearDis! in Zusammenarbeit mit Motel One zeigt, welchen Einfluss lokale Musik auf das Hotelerlebnis hat.

Mit rund 150 Gästen feierte SV Hotel die Eröffnung des ersten Me and All Hotels in Berlin. Das Haus in Friedrichshain markiert den Ausbau der Zusammenarbeit mit Hyatt und setzt auf eine starke lokale Vernetzung im Kiez.

Pächterwechsel am Aalener Hauptbahnhof: Die Familie Grimm übernimmt das bisherige Hotel Maxxund führt es ab März 2026 unter der eigenen Marke Piazza weiter. Insolvenzverwalter Florian Zistler sichert damit nach einjähriger Fortführung alle 29 Arbeitsplätze.

Die digitalen Vertriebskanäle für die Hotels der Revo Hospitality Group, die unter den Marken des Partners Accor geführt werden, sind wieder vollständig aktiv. Nachdem am 16. Januar über technische Einschränkungen bei den Reservierungsmöglichkeiten berichtet wurde, meldete das Unternehmen die komplette Wiederherstellung der Buchbarkeit in den Accor-Systemen.

Meininger Hotels expandiert nach Portugal und plant für Anfang 2028 die Eröffnung des ersten Hauses in Porto. Im Stadtteil Bonfim entsteht ein Neubau mit über 800 Betten, der ökologische Baustandards mit dem hybriden Beherbergungskonzept der Kette verbindet.

Die deutsche Hotellerie befindet sich im Wandel. Für 2026 zeigt sich ein Markt mit stabilisierten Übernachtungszahlen, aber steigenden Kosten, Fachkräftemangel und verändertem Buchungsverhalten. Klassische Preisstrukturen stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen.

Die Sanierung des Steigenberger Hotels in Bad Pyrmont verteuert sich laut einem Bericht des NDR um 6,5 Millionen Euro. Grund sind unvorhergesehene Mängel beim Brandschutz. Während das Land Niedersachsen über die Kostenübernahme verhandelt, befinden sich 62 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Das markante Chemnitzer Congress Hotel im Herzen der Stadt schließt. Die Geschäftsführung habe entschieden, den Betrieb zum 31. Januar 2026 einzustellen, informierte ein Sprecher der GCH Hotel-Gruppe. Zu den Gründen wurde nichts gesagt.