Die Hotellerie in Deutschland durchläuft eine Phase tiefgreifenden Wandels. Für 2026 zeichnet sich ein Markt ab, in dem Chancen und Herausforderungen zwei Seiten derselben Medaille sind.
Laut Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) haben sich die Übernachtungszahlen nach den pandemiebedingten Einbrüchen stabilisiert – gleichzeitig werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anspruchsvoller.
Steigende Personal- und Energiekosten, ein anhaltender Fachkräftemangel sowie ein verändertes Buchungs- und Nachfrageverhalten stellen viele Betriebe vor neue Herausforderungen. Die klassischen statischen Preisstrukturen stoßen zunehmend an ihre Grenzen.
1. Der deutsche Hotelmarkt 2026: Stabil, aber komplex
Die gute Nachricht: Der deutsche Hotelmarkt bleibt insgesamt robust. Städte, Ferienregionen und Messeplätze profitieren weiterhin von einer stabilen Nachfrage aus dem In- und Ausland. Laut Destatis – Tourismus in Zahlen zählt Deutschland weiterhin zu den meistbesuchten Reiseländern Europas.
Allerdings verändert sich die Marktstruktur:
- Nachfrageverläufe sind weniger vorhersehbar
- Gästesegmente differenzieren sich stärker
- Kostenbelastung steigt deutlich
- Wettbewerbsdruck nimmt zu
Auch der DEHOGA Bundesverband weist darauf hin, dass steigende Betriebskosten und volatile Nachfrage die wirtschaftliche Planung vieler Hotels erschweren. Umsatzpotenziale sind vorhanden, lassen sich jedoch nicht mehr zuverlässig mit fixen Preislisten oder langfristig festgelegten Saisonraten ausschöpfen.
2. Kurzfristige Nachfrage und Volatilität prägen den Markt
Das Buchungsverhalten hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Laut dem Statista Mobility & Travel Report buchen Gäste zunehmend kurzfristig. Dabei wird die Nachfrage stärker von externen Faktoren beeinflusst:
- Events und Messen
- Wetterentwicklungen
- Feiertage und Schulferien
- Geschäfts- und Kongressreisen
In urbanen Märkten wie Berlin, München, Frankfurt oder Hamburg bestimmen laut, insbesondere Messen und Kongresse kurzfristige Nachfragespitzen. In Ferienregionen wie der Nord- und Ostsee, dem Schwarzwald oder Bayern sind Wetter und Ferienzeiten zentrale Treiber.
Die Konsequenz: Starre Saisonpreislisten funktionieren immer weniger: Es drohen sowohl Ertragsverluste als auch eine suboptimale Auslastungssteuerung. Hoteliers können dies vermeiden, indem sieihre Preise flexibel anpassen.
3. Fachkräftemangel als strukturelle Belastung
Der Fachkräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen der deutschen Hotellerie. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie dem DEHOGA fehlt insbesondere in folgenden Bereichen Personal:
- Rezeption und Reservierung
- Housekeeping
- Service und Küche
- Vertriebs- und umsatzrelevante Funktionen
Viele Hoteliers berichten, dass strategische Aufgaben wie Marktbeobachtung, Preisoptimierung und Forecasting im Tagesgeschäft zu kurz kommen. Automatisierung wird deshalb zunehmend als Entlastung gesehen – nicht als Ersatz für Expertise, sondern als Mittel für konsistente Prozesse und stabile Entscheidungsgrundlagen.
4. Nachhaltigkeit als Wirtschaftlichsfaktor
Nachhaltigkeit ist für viele Gäste in Deutschland zu einem wichtigen Entscheidungskriterium geworden. Laut der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) und Studien des Umweltbundesamts achten Reisende verstärkt auf:
- Energieeffiziente Hotels
- Ressourcenschonende Betriebsführung
- Regionale Wertschöpfung
- Nachhaltige Mobilität
Diese Investitionen stärken langfristig die Marktposition, erhöhen jedoch kurzfristig die Kosten. Mit flexiblen, nachfragebasierten Preisstrategien lässt sich die unterschiedliche Zahlungsbereitschaft besser abbilden als mit starren Preismodellen.
5. Digitalisierung schreitet voran – Pricing hinkt oft hinterher
Laut dem Bitkom Digital Office Index schreitet die Digitalisierung im Gastgewerbe kontinuierlich voran: Digitale Prozesse wie Online-Check-in, digitale Gästekommunikation oder kontaktlose Zahlungssysteme sind in deutschen Hotels weit verbreitet..Die Preisgestaltung erfolgt jedoch in vielen Betrieben weiterhin traditionell.
Gleichzeitig zeigt der Markt ein anderes Bild:
- Gäste vergleichen Preise permanent
- Wettbewerber aktualisieren ihre Raten täglich
- Nachfrage reagiert unmittelbar auf Preisänderungen
Revenue Management schafft hier Transparenz und Entscheidungsgrundlagen – insbesondere in Märkten mit eventgetriebener oder saisonaler Nachfrage.
6. Unterschiedliche Preise für unterschiedliche Gäste
Die Gästestruktur in Deutschland ist vielfältig. Laut Analysen von Statista Travel & Tourism umfasst sie unter anderem:
- Internationale Geschäfts- und Freizeitreisende
- Inlandsgäste mit hoher Preissensibilität
- Bleisure- und Remote-Work-Reisende
- Kurzurlauber*innen und Wochenendgäste
- Familien mit klaren Budgetgrenzen
Diese Gruppen unterscheiden sich stark in Buchungsverhalten, Aufenthaltsdauer und Zahlungsbereitschaft. Durch datenbasierte Segmentierung und dynamische Preisstrategien können sie passgenau angesprochen werden – ohne zusätzlichen manuellen Aufwand.
7. Steigende Kosten treiben die Preise
Laut Destatis – Kostenentwicklung im Gastgewerbe steigen Personal-, Energie- und Einkaufskosten weiter an. Selbst bei guter Auslastung geraten Margen unter Druck.
Eine datenbasierte Preisstrategie unterstützt Hotels dabei:
- Tragfähige Preiserhöhungen zu identifizieren
- Unterpreisung zu vermeiden
- Hochphasen gezielt zu nutzen
- Kostensteigerungen auszugleichen
- Investitionen besser zu planen
Gerade in einem wettbewerbsintensiven Markt wie Deutschland ist professionelles Revenue Management ein zentraler Stabilitätsfaktor.
Fazit: 2026 wird ein Jahr datenbasierter Entscheidungen
Die Trends im deutschen Hotelmarkt sind eindeutig:
- Nachfrage wird kurzfristiger
- Kosten steigen weiter
- Personal bleibt knapp
- Digitalisierung schreitet voran
- Gästebedürfnisse differenzieren sich
- Nachhaltigkeit wird zum Standard
Umso wichtiger wird eine strukturierte, datenbasierte Preisstrategie. Systeme wie RoomPriceGenie unterstützen Hotels dabei, Marktdaten transparent zu nutzen, Preise nachvollziehbar zu steuern und wirtschaftliche Stabilität zu sichern – ohne das Personal zusätzlich zu belasten.
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