Bundesweiter Vergleich - Region Hannover belegt erneut letzten Platz bei Hotelbelegung

| Hotellerie Hotellerie

Die Belegungszahlen der Hotellerie in der Region Hannover bleiben im bundesweiten Vergleich auf einem niedrigen Niveau. Laut aktuellen Daten des Wirtschaftsinformationsdienstes CoStar für das Jahr 2025 rangiert die niedersächsische Landeshauptstadt inklusive ihres Umlandes am Ende der Statistik von insgesamt 22 untersuchten Großstädten und Ballungsräumen.

Zimmerauslastung unter der 60-Prozent-Marke

Mit einer Zimmerauslastung von 57,9 Prozent belegt die Region Hannover den letzten Platz im Ranking. Trotz einer Steigerung um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr bleibt die Region die einzige im Vergleich, die eine Auslastung von weniger als 60 Prozent verzeichnet. Zum Vergleich: Der Spitzenreiter Hamburg erreicht einen Wert von 77,0 Prozent, während die Region Mannheim auf dem vorletzten Platz bei 61,7 Prozent liegt. Innerhalb Niedersachsens wurde zudem die Region Braunschweig erfasst, die mit 67,4 Prozent nur knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt.

Cord Kelle, Vorsitzender der Fachgruppe Hotellerie beim Dehoga Region Hannover und Direktor des Congress Hotels am Stadtpark, äußert sich kritisch zur Stagnation: „Wir müssen leider feststellen, dass sich innerhalb der letzten beiden Jahre nichts bewegt hat.“ Die leichten Zuwächse seien zudem primär auf die Betriebe im Stadtgebiet zurückzuführen, während das Umland zurückfalle. Daten des Landesamtes für Statistik bestätigen dies: Die Bettenauslastung in der Stadt Hannover liegt um zehn Prozentpunkte höher als in den umliegenden Gemeinden der Region.

Kritik an der Verwendung der Beherbergungssteuer

Ein zentraler Streitpunkt zwischen der Branche und der Politik bleibt die seit Anfang 2024 erhobene Beherbergungssteuer. Diese Abgabe soll eigentlich die Hannover Marketing- und Tourismusgesellschaft (HMTG) stärken und den Tourismus fördern. Alexander Rüter, Vorstand der Fachgruppe Hotellerie im Dehoga, sieht jedoch Klärungsbedarf bei der Mittelverwendung. Hintergrund ist der Beschluss, dass die HMTG drei Millionen Euro zur Mitfinanzierung der Sportveranstaltung „Finals“ bereitstellt.

Laut Rüter reduziert diese Priorisierung den finanziellen Spielraum für klassische touristische Werbemaßnahmen. „Aus Sicht der Hotellerie ist bislang noch nicht deutlich erkennbar, in welchem Umfang der Tourismus konkret von den Einnahmen aus der Beherbergungssteuer profitiert“, so Rüter. In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten fordern die Betriebe eine unmittelbar spürbare Unterstützung für den Standort.

Forderung nach gezielter Marktbearbeitung

Zwar hat die HMTG mit der Kampagne „Unboxing Hannover“ neue Werbeimpulse gesetzt, doch dem Dehoga gehen diese Maßnahmen nicht weit genug. Kirsten Jordan, Geschäftsführerin des Verbandes in der Region, mahnt verstärkte Aktivitäten im Vertrieb an. „Da kommt beim Marketing etwas in Bewegung, aber das kann nur ein Anfang sein“, erklärt Jordan.

Nach Ansicht des Verbandes müsse die Tourismusförderung klare Quellmärkte definieren und diese gezielt bearbeiten. Während andere Städte bereits erfolgreich Akquise in bestimmten Zielregionen betreiben würden, sei ein solches Vorgehen für Hannover bisher nicht in ausreichendem Maße erkennbar.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die NGG kritisiert den Umgang mit den Beschäftigten der insolventen Revo-Gruppe. Nach Angaben der Gewerkschaft haben rund 500 Mitarbeiter Kündigungen erhalten, obwohl Prism die 24 Hotels unter der Marke Sunday Hotels weiterführen will.

Der Vatikan bereitet die Umwandlung der Domus Internationalis Paulus VI im historischen Zentrum Roms in ein Hotel vor. Nach Angaben der Vermögensverwaltung liegt die Genehmigung vor, ein Betreiber wurde bereits identifiziert.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten kritisiert den Umgang mit den Beschäftigten nach der Insolvenz der Hotelgruppe Revo. So plant etwa der indische Konzern Prism, 24 Hotels zu übernehmen. Rund 500 bisherige Beschäftigte hätten Kündigungen erhalten.

Das Designer Motel glockna in Fusch an der Großglocknerstraße hat rund fünf Monate vor der Eröffnung ein erstes Musterzimmer vorgestellt und Einblicke in die geplante Innenarchitektur gegeben.

Eine aktuelle Auswertung beleuchtet den wachsenden Trend von Hotelrestaurants als eigenständige kulinarische Destinationen und analysiert statistische Kennzahlen zur Reiseplanung.

Die Dorint Hotelgruppe erweitert ihr Portfolio mit einem neuen Haus im Taylor Green Business Park in Mannheim und setzt auf die Kombination aus Business und Entertainment.

Das ehemalige Boutiquehotel Stadthalle in Wien firmiert nach einer Übernahme durch die Münchner Gruppe ab sofort unter dem Namen Cocoon Wien Westbahnhof und setzt auf digitale Prozesse sowie nachhaltige Konzepte.

Das Gastgewerbe erlebt weiterhin schwierige Zeiten. Viele Gäste schauen auf das Geld, aber die Preise steigen. Aushilfen und Fachpersonal sind schwer zu finden. Krankheitsbedingte Ausfälle verschärfen die Situation.

Nach einem Bericht der Immobilien Zeitung sollen die Eigentümer des Adlon-Fonds über den Verkauf des Berliner Hotels Adlon abstimmen. Der vorgeschlagene Mindestverkaufspreis liegt demnach bei 280 Millionen Euro.

Accor erweitert sein Portfolio in den USA und nimmt das Treasure Island-Hotel in die Handwritten Collection auf. Für den Konzern ist es der erste Hotelstandort auf dem Las Vegas Strip und zugleich das größte Haus im weltweiten Accor-Netzwerk.