DDR-Grenzturm soll zukünftig Urlauber beherbergen

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Der ehemaligen Grenzturm am Elbufer in Cumlosen in der brandenburgischen Prignitz soll künftig teilweise touristisch genutzt werden. Wie der neue Eigentümer, der Hotelier und Gastronom Lutz Lange aus Wittenberge, der Deutschen Presse-Agentur sagte, werden vier Ferienwohnungen in den alten Wachturm aus DDR-Zeiten eingebaut. «Übernachten im historischen Ambiente»: So werde der Slogan dazu lauten.

In einem Hotel in Wittenberge, das Lange gehört, sollen Gäste Boote oder Bretter für Stand-up-Paddling leihen können. Damit könnten sie dann künftig im Elbhafen in Cumlosen anlegen, der in der Nähe des Grenzturms liegt. Außerdem will er seinen Gästen Leihräder zur Verfügung stellen, da der Turm direkt am Elberadweg liegt.

Zudem soll es im obersten Stockwerk eine Aussichtsplattform sowie eine Ausstellung zum früheren DDR-Grenzregime geben. «Wir wollen diesen Bereich öffentlich zugänglich machen», betonte Lange. «So sammeln wir deutsche Geschichte.» Aus dem benachbarten Blaulichtmuseum in Beuster in Sachsen-Anhalt sollen entsprechende Ausstellungsstücke gezeigt werden. Das Angebot soll Touristen, aber auch Einheimische ansprechen.

Scheinwerfer und Krananlage sind noch erhalten

Auch das Dach des Turms will Lange für Besucher öffnen. Dort seien noch ein riesiger Scheinwerfer und eine Krananlage erhalten. «So, wie die innerdeutsche Grenze aufgelöst wurde, steht der Turm noch da», berichtete der neue Besitzer. Das Gebäude sei gut erhalten, da es aus Beton gebaut sei. Mit der Architektin, die aus Perleberg stamme, habe er bereits Kontakt aufgenommen.

Auch habe er bereits Angebote von früheren Grenzern erhalten, die dort gedient hätten. Ebenso habe sich ein Maurer gemeldet, der beim Bau des Turms dabei gewesen sei. In dem Überwachungsturm bei Cumlosen war laut Lange zu DDR-Zeiten eine Führungsstelle untergebracht. Er sei der letzte Überwachungsturm vor der Elbgrenze zur Bundesrepublik bei Schnackenburg in Niedersachsen gewesen.

Das Ziel: DDR-Grenzturm soll 2027 fertig saniert sein

Der Turm gehörte bisher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Er wurde am 27. Juni von der Deutschen Grundstücksauktionen AG im Berliner Hotel Esplanade versteigert. Obwohl das Mindestgebot bei 5.000 Euro lag, musste Lange aufgrund der zahlreichen Interessenten am Ende 156.000 Euro für das Gebäude samt Grundstück mit einer Fläche von 3.683 Quadratmetern zahlen.

Zuzüglich Gebühren und Grunderwerbssteuer seien am Ende rund 180.000 Euro zusammengekommen, berichtete der Unternehmer. Hinzu kämen Sanierungskosten zwischen 250.000 und 300.000 Euro. Dennoch habe er sich nach Rücksprache mit seiner Familie für den Kauf des Turms entschieden. «Die Prignitz braucht touristische Angebote», betonte Lange. «Und die müssen anders sein als normal.» Zur Landesgartenschau 2027 in Wittenberge soll der Turm fertig saniert sein. (dpa)

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