Diskussion um Hotel Rheinfels: Gerd Ripp kann Schlossherr bleiben

| Hotellerie Hotellerie

In den letzten Monaten ist das Romantik Hotel  Schloss Rheinfels in die Schlagzeilen geraten. Grund: Der Ur-Urenkel des letzten deutschen Kaisers hat medienwirksam Ansprüche auf die Burg Rheinfels nebst integriertem Vier-Sterne-Superior-Hotel angemeldet. Jetzt steht fest, der bekannte Hotelbetreiber Gerd Ripp wird Hotelchef bleiben, selbst wenn das Schloss an „den Preußen“ gehen sollte.

Direkt nach Bekanntwerden der Klage äußerste Ripp sein Befremden: „Nach fast einem Jahrhundert und mehreren Millionen Euro an Investitionen mit einer 300-seitigen Klageschrift direkt vor Gericht zu ziehen, empfinde ich als äußerst befremdlich und eines angesehenen Adelsgeschlechts wie dem der Hohenzollern nicht angemessen“.  

Der Ur-Urenkel des letzten deutschen Kaisers, Georg Friedrich Prinz von Preußen, hatte im letzten Frühjahr Ansprüche auf die Burg Rheinfels und das Romantik-Hotel angemeldet und sich dabei auf einen Vertrag zwischen der Familie Hohenzollern und der Preußischen Krongutsverwaltung von 1924 berufen. Rechtsnachfolger der Verwaltung ist das Land Rheinland-Pfalz, beziehungsweise die Stadt St. Goar, mit der Ripps Unternehmen (Schloss Rheinfels GmbH & Co. KG) einen 99-jährigen Erbpachtvertrag, mit einer Option auf weitere 99 Jahre, hält.

Inzwischen hat sich Gerd Ripp mit dem Generalbevollmächtigten des Hauses Hohenzollern und dem Rechtsanwalt des Prinzen ein persönliches Gespräch auf Rheinfels geführt.  Beide Vertreter des ehemaligen Adelsgeschlechts versichert, dass in dem Falle des Obsiegens der Preußen Gerd Ripp den gleichen Erbpachtvertrag, mit gleichen Konditionen, angeboten würde, den Ripp auch mit der der Stadt St. Goar hat.
 

Eigentlich sollte der Fall bereits am 25. Oktober 2018 vor dem Koblenzer Landgericht verhandelt werden angesetzt. Der Termin sollte Klarheit darüber bringen, ob eine Klage überhaupt zulässig ist. Aus dem Termin wurde aber nichts, da der Richter erkrankt war.

Auch Ripp von „Entspannung“ spricht, will der renommierte Hotelbetreiber den für den 28. Februar anberaumten Prozesstermin abwarten, denn dann komme es darauf an, das Gesagte auch schriftlich zu bekommen.

Das Land Rheinland-Pfalz hat, zusammen mit St. Goar und der Hotelbetriebs-GmbH, die Abweisung der Klage beantragt, sollte das Gericht – was Ripp jedoch für unwahrscheinlich hält – die Klage allerdings zulassen, dem Kläger recht geben und den Pachtvertrag für ungültig erklären, würde dies für St. Goar eine finanzielle Katastrophe bedeuten: Investitionen in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro müsste sie an die Betriebs-GmbH zurückzahlen, wurde seinerzeit in einer Pressemitteilung des Hotels verlautbart.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Platzl Hotels München setzen in vier ihrer Küchen ein neues KI-gestütztes System zur Messung von Speiseabfällen ein. Ziel des Projekts ist eine Reduzierung der Abfallmengen um bis zu dreißig Prozent innerhalb eines Jahres.

Premier Inn erweitert sein Portfolio in Göttingen und übernimmt eine Hotelimmobilie von der Real I.S. Die Übergabe an den neuen Betreiber erfolgte bereits zum 1. Mai, nun fand die offizielle Eröffnung des Hotels mit 144 Zimmern statt.

Das aktuelle Tourismusbarometer verdeutlicht die Diskrepanz zwischen stabiler Auslastung und sinkenden Gewinnen im österreichischen Tourismus. Hohe Kosten und verändertes Gästeverhalten zwingen die Betriebe zu weitreichenden betrieblichen Anpassungen.

Das ibis Paderborn wird aktuell in drei Phasen grundlegend modernisiert. Der Betreiber Event Hotels hat nach Abschluss der ersten Arbeiten die ersten 30 neugestalteten Zimmer für Gäste freigegeben.

Ringhotels und CPH Hotels vereinbaren eine Zusammenarbeit ab Juli 2026. Das Münchner Servicebüro von Ringhotels übernimmt künftig die operative Betreuung der CPH-Mitgliedsbetriebe.

Die Lieblingsplatz Hotels erweitern ihr Partnermodell um die Schwarzwald-Gruppe stuub Hotels & Ferienwohnungen. Die Kooperation umfasst mehrere Standorte im Schwarzwald und soll zentrale Vertriebs- und Digitalstrukturen bündeln.

People Inc. will MGM Resorts für mehr als 18 Milliarden US-Dollar übernehmen. Der Verwaltungsrat des Casino- und Hotelkonzerns prüft derzeit das Angebot des Medienunternehmens von Barry Diller.

Die Moselstern-Gruppe übernimmt zum 1. Juni 2026 den Betrieb des Boutique Hotels Moselgarten in Bullay. Das teilte Insolvenzverwalter Ingo Grünewald mit. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens sei zudem ein regionales Investorenteam gefunden worden, das die Immobilie am Moselufer erworben habe.

Mitten im Indischen Ozean liegt die Leitung des Le Méridien Maldives Resort & Spa seit über drei Jahren in den Händen eines gebürtigen Kölners: General Manager Thomas Schult berichtet über seine Führungsphilosophie und ein neues Luxusverständnis zwischen Exklusivität und Nachhaltigkeit.

Die DSR Hotel Holding übernimmt zum 1. September 2026 das Hotel Caro & Selig am Tegernsee. Das Haus wird künftig unter der Marke A-Rosa betrieben.