Geldauflage und Wiedergutmachung – Verfahren rund um das Brenners Parkhotel eingestellt

| Hotellerie Hotellerie

Ein Ermittlungsverfahren rund um das Brenners Parkhotel, unter anderem wegen des Verdachts des Betruges bzw. Subventionsbetruges, hat in den vergangenen Monaten für Wirbel gesorgt. Jetzt wurde das Verfahren gegen den Hotel-Chef sowie gegen drei Mitarbeiterinnen eingestellt. Der Schaden im sechsstelligen Bereich sei inzwischen wieder gutgemacht worden.

Die Staatsanwaltschaft nannte zwar keinen Namen, bei dem Betrieb handelt es sich nach Informationen der Badischen Neuesten Nachrichten jedoch um Brenners Parkhotel. Hoteldirektor Henning Matthiesen hatte bereits im vergangenen Sommer schriftlich bestätigt, dass es eine „behördliche Überprüfung“ des Hotels im Zusammenhang mit den 2020 „erstmalig an die Beschäftigten geleisteten Zahlungen von Kurzarbeitergeld“ gebe. (Tageskarte berichtete)

Wie goodnews4 berichtet, soll das Verfahren bereits am 23. Mai eingestellt worden sein. In einer Erklärung, die goodnews4 vorliegt, schreibt die Staatsanwaltschaft: „Den Beschuldigten wurde zur Last gelegt, zwischen März 2020 und Dezember 2021 in mehreren Fällen für Beschäftigte während der Corona-Pandemie Kurzarbeit angemeldet zu haben. Kurzarbeitertage seien später aber in den Zeiterfassungen der Mitarbeiter teilweise in Abbau von Mehrarbeit umgewandelt worden, dies sei aber nicht gemeldet worden, so dass das zunächst gewährte Kurzarbeitergeld nicht, wie es hätte erfolgen müssen, zurückgezahlt worden sei. Arbeitszeiten seien in einem Zeiterfassungssystem manipuliert worden.“

Der bei der Bundesanstalt für Arbeit entstanden Schaden belaufe sich laut Staatsanwaltschaft auf eine Summe von mindestens ca. 240.000 Euro. „Neben diesem Verdacht des Betruges bzw. Subventionsbetruges bestand damit zusammenhängend auch der Verdacht des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt bei 191 Beschäftigten in Höhe von ca. 78.000 Euro“, heißt es in der Erklärung weiter.

Der Schaden sei inzwischen wiedergutgemacht und das Verfahren gegen den Geschäftsführer gegen Zahlung einer Geldauflage im unteren fünfstelligen Bereich eingestellt worden, bestätigt die Staatsanwaltschaft. Die Mitarbeiterinnen kamen ohne Zahlung einer Geldauflage davon.

Michael Klose, ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Baden-Baden, sagte gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten dass das Verfahren gegenüber dem Geschäftsführer gegen Zahlung einer Geldauflage im unteren fünfstelligen Bereich eingestellt worden sei. Diese Lösung sei auch erwogen worden, weil der Geschäftsführer nicht vorbestraft sei und sich keinen persönlichen Vorteil verschafft habe, wird der Sprecher weiter zitiert.

Rechtsanwalt Gerhard Bräuer, der Henning Matthiesen in dem Fall vertrat, betonte am Dienstagnachmittag auf Nachfrage: „Wir gehen definitiv nicht von einem vorsätzlichen Handeln aus.“ Er verwies darauf, dass keine Schuld seines Mandanten festgestellt worden sei. Vielmehr sei der Schuldvorwurf mit der Einstellung des Verfahrens entfallen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der europäische Hotelinvestmentmarkt verzeichnete 2025 mit über 27 Milliarden Euro das stärkste Jahr seit 2019. Getrieben durch verbesserte Performance und günstigere Kreditbedingungen stiegen die Transaktionen europaweit um 23 Prozent, wobei auch der deutsche Markt ein deutliches Plus von 50 Prozent verbuchen konnte.

Die Münchener Arabella Hospitality expandiert nach Ibiza: Mit dem ersten Hotel-Management-Vertrag übernimmt die Gruppe das Ibiza Corso Hotel & Spa. Nach einer umfassenden Renovierung wird das Haus 2027 als Teil der Autograph Collection neu positioniert – inklusive des legendären Clubs Lio Ibiza.

Das Grandhotel Bad Pyrmont wechselt im Sanierungsprozess in ein Regelinsolvenzverfahren. Ein Insolvenzplan soll nun die hohen Mehrkosten beim Brandschutz auffangen und die baldige Wiedereröffnung des geschichtsträchtigen 150-Zimmer-Hauses ermöglichen.

Das ehemalige Renaissance Hotel in Düsseldorf-Mörsenbroich wird zwangsversteigert. Das Amtsgericht setzt den Verkehrswert für den seit 2019 leerstehenden Gebäudekomplex auf über 19 Millionen Euro an. Am 8. Mai 2026 entscheidet sich die Zukunft des markanten Standorts an der Münsterstraße.

Ruhige Nebensaison, neue Seenlandschaft, mehr Übernachtungen im Flughafen-Umfeld: Brandenburgs Tourismus bleibt aus Sicht der Branche stabil. Sorgen macht die Gastronomie.

Der Falkensteinerhof in Vals startet mit neuer 4-Sterne-Superior-Klassifizierung in die Wintersaison 2025/26. Neben baulichen Erweiterungen fokussiert das familiengeführte Haus auf ein geschärftes Kulinarik-Konzept und ergänzte Angebote für Familien.

Die Primestar Group eröffnet am 1. März das June Six Salzburg. In Zusammenarbeit mit der Soravia Gruppe und Marriott International wird das ehemalige Mayburg Salzburg als Tribute Portfolio Hotel neu positioniert.

Das Tourismusjahr 2025 war in Thüringen weitgehend von Stabilität geprägt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lag die Zahl der Gästeübernachtungen mit rund 10,1 Millionen nur geringfügig unter der des Vorjahres.

Der Aparthotel-Betreiber Adagio blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mit einem Rekordumsatz von 339 Millionen Euro und einer hohen Auslastung festigt das Unternehmen seine Position und kündigt für 2026 weitere Standorteröffnungen an.

Marriott International blickt auf ein wachstumsstarkes Jahr 2025 in der EMEA-Region zurück. Mit über 230 neuen Verträgen und einem Fokus auf Luxusobjekte, Markenresidenzen sowie das mittlere Preissegment, festigt der Konzern seine Präsenz in der Region.