Google: Studie analysiert Effizienz von Gratis-Links und bezahlten Anzeigen für Hotels

| Hotellerie Hotellerie

Eine aktuelle Untersuchung des Cornell Center for Hospitality Research gibt Aufschluss darüber, unter welchen Bedingungen sich kostenpflichtige Platzierungen auf Google Hotel Finder (GHF) für Hotels wirtschaftlich lohnen. Die Forscher Frances Wang, Jeff Larson und Christopher Anderson entwickelten auf Basis eines 16-wöchigen Feldexperiments einen Leitfaden (PDF) für den gezielten Einsatz von Werbebudgets auf der Plattform.

Struktur der Buchungsoptionen auf Google

Google Hotel Finder, oft auch als Google Hotel Ads bezeichnet, ist laut der Studie mit einem Anteil von über 65 Prozent am suchmaschinenbasierten Buchungsumsatz die dominierende Plattform im Markt. Die Darstellung der Buchungsmöglichkeiten erfolgt in zwei Bereichen: Zuerst erscheinen die „gesponserten Optionen“ (Paid Ads), die meist Links von Online-Reisebüros (OTAs) enthalten. Direkt darunter befindet sich der organische Bereich „Alle Optionen“, in dem Hotels einen kostenfreien Direktbuchungslink platzieren können.

Ergebnisse des Feldexperiments

Für die Studie wurden 26 unabhängige Boutique-Hotels untersucht. Dabei wurden drei Zustände verglichen: keine Präsenz auf GHF, nur der kostenlose organische Link sowie die gleichzeitige Schaltung von bezahlten Anzeigen und organischen Links.

Die Daten zeigen deutliche Unterschiede im Nutzerverhalten:

  • Klickraten (CTR): Ein rein organischer Link erzielt eine Klickrate von 3,77 Prozent. Wird zusätzlich eine Anzeige geschaltet, sinkt die organische Klickrate auf 1,09 Prozent, da die bezahlte Anzeige Aufmerksamkeit abzieht.

  • Gesamteffekt: Trotz dieser Kannibalisierung führt die Kombination aus Anzeige und Gratis-Link zu einer Steigerung des Gesamttraffic um etwa 84 Prozent und einem Buchungsplus von geschätzten 41 Prozent.Direktbuchungen: Rund vier von fünf der durch bezahlte Anzeigen zusätzlich generierten Buchungen erfolgen über den direkten Kanal des Hotels.

Der „Billboard-Effekt“ und die Rolle der Verfügbarkeit

Die Forscher stellten fest, dass die Wirkung bezahlter Anzeigen über die direkt messbaren Klicks hinausgeht. Dieser sogenannte „Billboard-Effekt“ führt dazu, dass Nutzer, die eine Anzeige gesehen haben, zu einem späteren Zeitpunkt buchen, teils auch über andere Kanäle.

Ein entscheidender Faktor für die Rentabilität ist die „Future Availability“ (zukünftige Verfügbarkeit). Da Google-Anzeigen durch das Suchdatum und nicht durch das Aufenthaltsdatum ausgelöst werden, besteht die Gefahr, für Klicks zu bezahlen, wenn für den angefragten Zeitraum kaum noch Zimmer verfügbar sind.

Strategische Handlungsempfehlungen

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Teilnahme am kostenlosen Direktprogramm von Google für jedes Hotel obligatorisch sein sollte, da sie ohne Zusatzkosten die Sichtbarkeit erhöht. Die Entscheidung für bezahlte Anzeigen sollte hingegen dynamisch getroffen werden.

Bezahlte Platzierungen sind demnach dann optimal, wenn die Anzahl der Impressionen niedrig und die Verfügbarkeit hoch ist. In Phasen hoher Nachfrage oder wenn das Hotel bereits eine starke organische Reichweite erzielt, sinkt der Grenznutzen von Anzeigen deutlich. Zudem zeigt die Untersuchung, dass längere Aufenthalte und Buchungen mehrerer Zimmer eher direkt getätigt werden, während Wochenendbuchungen häufiger über OTAs erfolgen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das The Ritz-Carlton, Berlin hat auf der dritten Etage einen saisonalen Hochgarten eröffnet. Die Sommerbar öffnet wetterabhängig montags und kann an den übrigen Tagen für Veranstaltungen mit bis zu 40 Personen gebucht werden.

Der Wert des investmentrelevanten deutschen Hotelmarktes ist 2025 nach Berechnungen von bulwiengesa und Union Investment auf 66,1 Milliarden Euro gestiegen. Neue Hotelzimmer trugen den größten Teil zum Zuwachs bei, während Bestandswerte nur leicht zulegten.

Das Bristol Berlin bekommt nach umfassender Modernisierung eine neue Markenheimat. Das Traditionshotel am Kurfürstendamm wird als erstes Haus in Deutschland Teil der Vignette Collection von IHG Hotels & Resorts. Eigentümer Aroundtown will die letzten Arbeiten bis Ende 2026 abschließen.

Künstliche Intelligenz soll nach Einschätzung von Accenture künftig einen größeren Teil der Reiseplanung übernehmen. Während viele Verbraucher einem KI-Agenten bereits die Zusammenstellung einer kompletten Reise anvertrauen würden, wollen sie die Auswahl des Hotels häufig weiterhin selbst treffen.

Die irische Hotelmarke The Dean expandiert weiter auf dem deutschen Markt und eröffnet ein neues Haus im Münchner Westend. Das Hotel kombiniert ein vom bayerischen Jugendstil inspiriertes Design mit einem modernen japanischen Gastronomiekonzept.

Das Kölner Hopper Hotel St. Josef wurde neugestaltet, die Zimmer und öffentlichen Bereiche erhielten ein neues Designkonzept. Das Projekt verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit nachhaltigen Materialien und moderner Ausstattung.

Nach einem Bericht des SWR haben zwei Mainzer Hotels sämtlichen Beschäftigten gekündigt. Die Gewerkschaft NGG vermutet einen Zusammenhang mit einer geplanten Betriebsratsgründung, während die Hotelgruppe von dringenden betrieblichen Erfordernissen spricht.

Der geplante Verkauf des ehemaligen Dorint-Hotels am Stausee Bitburg an die Interspa-Gruppe ist gescheitert. Damit können auch die im Frühjahr 2025 vorgestellten Pläne für ein Familien- und Wellness-Resort vorerst nicht umgesetzt werden.

Scandic und Axfast planen in Stockholm ein unterirdisches Hotel mit 135 fensterlosen Zimmern. Das Haus soll 2027 eröffnen und in einem umgebauten Gebäude unter der Drottninggatan, der bekanntesten Einkaufsstraße Stockholms, entstehen.

Limehome hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben neue Partnerschaften geschlossen und seine Expansion in mehreren europäischen Märkten fortgesetzt. Dazu gehören ein erstes Projekt mit Aroundtown in Frankfurt sowie weitere Vorhaben in Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und den Niederlanden.