Hessische Hotels als Wohnheime für Azubis

| Hotellerie Hotellerie

In Zeiten von Wohnungsnot und Fachkräftemangel setzt manch ein Unternehmen in Hessen auf das Konzept der Betriebswohnung. So plant etwa die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) im Stadtteil Höchst den Bau Dutzender Mitarbeiterwohnungen.

«Bezahlbarer Wohnraum ist ein Riesenthema», sagte Unternehmenssprecherin Laura Wagner. Und natürlich gehe es auch darum, als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Der Spatenstich, zu dem auch Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) erwartet wird, ist für den 24. Mai geplant. Wie die FES vor einiger Zeit mitteilte, sind drei Wohntürme und ein Wohnriegel mit insgesamt 48 Wohnungen vorgesehen. 

Derweil sollen in Wiesbaden auf einem bisherigen Hubschrauberlandeplatz sogar 168 Wohnungen vorrangig für die Beschäftigten der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken entstehen. «Bei der Gewinnung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielt die Frage nach passendem bezahlbarem Wohnraum eine immer gewichtigere Rolle», erklärte deren Geschäftsführer Sven Axt. 

Auch der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga in Hessen, Robert Mangold, beobachtet eine angespannte Situation auf dem Mietmarkt - gerade in Ballungszentren. Deshalb hat sich der Frankfurter Hotelier und Gastronom eine besondere Idee einfallen lassen. «Es gibt Hotels, die wirtschaftlich nicht rentabel sind. Die Auslastung ist zu gering, weil einfach die Nachfrage fehlt. In solchen Häusern wollen wir Wohnheime für Azubis etablieren», erklärte Mangold.

Er sei bereits mit mehreren Partnern im Austausch: mit der Handwerkskammer Rhein-Main, mit Vertretern aus der Landespolitik und der Kommunalpolitik, mit Banken und natürlich mit den Hoteliers selbst. Konkret gebe es Gespräche mit den Betreibern von drei Frankfurter Hotels. Wenn alles nach Plan laufe, könnten Anfang 2024 in einem ersten Haus die Mieterinnen und Mieter einziehen. 


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das frühere Wyndham Grand Salzburg tritt künftig unter der Marke Radisson Blu auf. Das Haus verfügt über 262 Zimmer und 1.785 Quadratmeter Veranstaltungsfläche und positioniert sich verstärkt im Tagungs- und Geschäftsreisemarkt.

Die DSR Hotel Holding eröffnet am 6. Juli 2026 das neue Henri Hotel Garmisch-Partenkirchen mit 69 Zimmern im ehemaligen Reindl's Partenkirchner Hof. Das neue Haus ist ab sofort buchbar und erweitert das Alpen-Portfolio des Unternehmens.

Das Hotel Gut Ising am Chiemsee investiert in den Bau von zwei neuen Wohngebäuden für seine Angestellten. Bis Oktober entstehen insgesamt 37 Einheiten mit 60 Betten sowie verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen für Auszubildende und Fachkräfte.

Das Webers Hotel im Essener Ruhrturm wird künftig von Signo Hospitality betrieben und schließt sich der Accor-Gruppe an. Ab Ende 2026 sind umfassende Renovierungsarbeiten und ein Markenwechsel des Hauses mit 137 Zimmern geplant.

Eine Studie von HotellerieSuisse zeigt den anhaltend hohen Einfluss von Buchungsplattformen auf die Preisgestaltung in der Schweizer Hotellerie. Hotels berichten zunehmend über Preisunterbietungen und eingeschränkte Kontrolle im digitalen Vertrieb.

Das „Hotel am Sophienpark“ in Baden-Baden soll nach einer umfassenden Modernisierung im Frühjahr 2027 unter dem Namen „The Floris“ weitergeführt werden. Das traditionsreiche Gebäude an der Sophienstraße 14 werde derzeit revitalisiert und als Vier-Sterne-Superior-Hotel neu positioniert.

Das Hotel du Cap-Eden-Roc erweitert sein Angebot 2026 um die Yacht Millesime. Die 37 Meter lange Yacht soll exklusiv Hotelgästen für Fahrten entlang der Mittelmeerküste zur Verfügung stehen.

Mecklenburg-Vorpommern zählte im vorigen Jahr rund acht Millionen Urlauber und etwa 33 Millionen Übernachtungen. Das hohe Niveau soll mindestens gehalten werden. Aber die Branche steht unter Druck.

Die Dormero Gruppe erweitert ihre Präsenz in der Region Mittelfranken und übernimmt das bisherige NH Hotel in Fürth. Das Hotel befindet sich in zentraler Lage direkt am Stadtpark und umfasst insgesamt 118 Zimmer.

Eine aktuelle Preisstudie zeigt, dass viele Hotels an der Nord- und Ostsee trotz einer hohen Nachfrage ihre Preise senken. Grund dafür ist ein verändertes Buchungsverhalten der Gäste, auf das viele Betriebe mit defensiven Preisstrategien reagieren.