Hilton trennt sich von Hotel in Minnesota nach Buchungsstopp für US-Behörden

| Hotellerie Hotellerie

Der internationale Hotelkonzern Hilton Worldwide Holdings hat Konsequenzen aus einem Vorfall im US-Bundesstaat Minnesota gezogen. Das Unternehmen entfernt ein Haus der Marke Hampton Inn aus seinem System, nachdem dort Mitarbeitern der US-Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) wiederholt Übernachtungen verweigert wurden. Der Vorfall löste in den Vereinigten Staaten eine Debatte über Diskriminierung und die Einhaltung von Markenstandards im Gastgewerbe aus.

Verweigerte Zimmerbuchungen für Regierungsmitarbeiter

Auslöser der Auseinandersetzung waren Berichte des US-Heimatschutzministeriums. Die Behörde veröffentlichte Informationen, wonach das Hampton Inn Lakeville nahe Minneapolis Reservierungen von Beamten storniert hatte, die für Abschiebungen zuständig sind. In einer Nachricht an die betroffenen Agenten hieß es, dass das Hotel keine Aufenthalte für Mitarbeiter dieser speziellen Behörde gestatte.

Die betroffene Anlage wird von dem unabhängigen Unternehmen Everpeak Hospitality als Franchisenehmer betrieben. Hilton betonte in diesem Zusammenhang, dass sich der Großteil der unter seinen Marken geführten Häuser im Besitz von eigenständigen Betreibern befinde. Diese seien jedoch zur Einhaltung der konzernweiten Richtlinien verpflichtet.

Widersprüchliche Signale und personelle Konsequenzen

Nach Bekanntwerden der ersten Stornierungen entschuldigten sich sowohl Hilton als auch der Betreiber Everpeak Hospitality öffentlich. Das Management erklärte, die Abweisung der Beamten entspreche nicht den eigenen Grundsätzen. Man versicherte, weder Einzelpersonen noch Behörden zu diskriminieren. Trotz dieser offiziellen Entschuldigung tauchten kurz darauf Videoaufnahmen in den sozialen Medien auf, die zeigten, wie Hotelmitarbeiter Regierungsangestellten weiterhin den Zugang zu Zimmern verwehrten.

In den digitalen Netzwerken führten die Berichte zu einer starken Polarisierung. Während Teile der Nutzerschaft die Entscheidung des Hotels unterstützten, riefen andere zum Boykott der gesamten Hilton-Kette auf. Auch politische Vertreter äußerten sich kritisch zu dem Vorgehen des Hotels in Lakeville.

Ausschluss aus dem Franchisesystem

Um weiteren Schaden von der Marke abzuwenden, leitete Hilton die Trennung von dem Standort in Minnesota ein. Das Unternehmen stellte klar, dass diskriminierendes Verhalten von Partnern nicht toleriert werde. In einer Stellungnahme hieß es: "Hilton ist – und war schon immer – ein gastfreundlicher Ort für alle." Der Konzern kündigte zudem an, den Austausch mit allen Franchisenehmern zu intensivieren, um sicherzustellen, dass die globalen Standards künftig konsequent umgesetzt werden.

Die Arbeit der Einwanderungsbehörde bleibt in den USA ein politisch sensibles Thema. Die Behörde ist für die Durchsetzung der Migrationspolitik verantwortlich, was regelmäßig zu gesellschaftlichen Spannungen führt. Für den betroffenen Hotelbetreiber bedeutet der Entzug der Markenrechte den Verlust der Anbindung an das weltweite Reservierungssystem von Hilton.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit der Eröffnung des Conrad Athens The Ilisian bringt Hilton seine Luxusmarke Conrad erstmals nach Griechenland. Das ehemalige Hilton Athens wurde dafür vollständig umgestaltet und bietet nun neben 278 Zimmern umfangreiche Wellness- und Gastronomieangebote.

Die italienische Wettbewerbsbehörde untersucht Booking.com wegen des Verdachts auf irreführende Geschäftspraktiken bei Partnerprogrammen. Im Zentrum stehen Vorwürfe, nach denen Sichtbarkeit auf der Plattform gegen höhere Provisionen statt echter Qualität gewährt wird.

Condé Nast Traveller präsentiert zum 30. Mal seine Auswahl der weltweit besten neuen Hotels. In Europa überzeugen vor allem Projekte in historischen Gebäuden und nachhaltige Konzepte in Metropolen wie Frankfurt, Wien und Rom.

Der Scheelehof in Stralsund soll nach der Insolvenz im Verbund der Lieblingsplatz Hotels weitergeführt werden. Laut Pressemitteilung übernimmt Lieblingsplatz Hotels dabei die Rolle des System- und Konzeptgebers, während der operative Betrieb durch einen Betreiber aus dem Umfeld der Gruppe erfolgen soll.

Pressemitteilung

DIRS21 und ibelsa laden zur dritten Auflage des Branchenevents Hotelrizon am 18. Juni 2026 an den Blackfoot Beach nach Köln ein. Die Veranstaltung richtet sich gezielt an Hoteliers und Entscheider in der Privathotellerie und bietet einen praxisnahen Überblick über die neuesten Technologien und Strategien im modernen Hotelbetrieb.

Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group hat das Falkensteiner Resort Capo Boi auf Sardinien übernommen. Nach zehn Jahren als Betreiber geht die Anlage nun vollständig in den Besitz des Unternehmens über.

Mit der Eröffnung von Terminal 3 am Flughafen Frankfurt hat das IntercityHotel einen neuen Standort direkt am Terminal in Betrieb genommen. Das Unternehmen verweist auf kurze Wege und ein Eröffnungsangebot für Gäste.

Mainz plant die Einführung einer Beherbergungsabgabe ab Juli 2026. Der Stadtrat entscheidet Anfang Mai über die Maßnahme, mit der zusätzliche Einnahmen für touristische Ausgaben erzielt werden sollen.

IHG Hotels & Resorts übernimmt elf europäische Standorte der Marke Pentahotels und wandelt diese bis 2027 in eigene Marken um. Das Projekt umfasst über 1.800 Zimmer in Deutschland, Belgien und Frankreich.

Accor erweitert die Präsenz in der Schweiz durch die Vertragsunterzeichnung für das Hotel Aeschi Interlaken. Das Haus im Berner Oberland soll nach einer Renovierung im Sommer 2026 als Teil der Handwritten Collection eröffnen.